vergrößernverkleinern
Die Formel-1-Bosse wollen einen neuen Billigmotor salonfähig machen, das kleinere Teams bevorzugen soll © imago

Die Formel-1-Bosse planen einen neues Billigfabrikat, das für mehr Wettbewerb sorgen soll. An der Idee scheiden sich die Geister. Ein Ex-Weltmeister-Team muss zittern.

Lauter soll er sein, weniger kompliziert und vor allem kostengünstiger - dennoch will ihn keiner so richtig haben. Der geplante neue Billigmotor, den Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und der Automobil-Weltverband FIA gerne schon ab 2017 einführen würden, spaltet die ohnehin selten einige Königsklasse wieder einmal in zwei Lager.

Der erste Versuch von Ecclestone ist jedenfalls gescheitert: Beim mit Spannung erwarteten Treffen der Interessengruppen fand sich am Dienstag keine Mehrheit für den neuen Antrieb.

Einen Tag später teilte die FIA dann offiziell mit, dass auch ihre Formel-1-Kommission den Plan abgeschmettert habe. Die Idee zweier verschiedener Motorentypen innerhalb einer Saison, von dem dreimaligen Weltmeister Niki Lauda bereits als "Untergang der Formel 1" bezeichnet, ist damit zunächst vom Tisch.

Dafür einigten sich alle Beteiligten auf ein neues Einheitsaggregat, das ab der Saison 2018 zum Einsatz kommen soll und mit dem sich auch die großen Hersteller weitgehend einverstanden erklärten.

Wie die Zeitschrift auto, motor und sport am Mittwoch berichtet, soll es sich dabei um einen Motor auf Hybridbasis handeln, der deutlich billiger ist als die aktuellen Motoren. Kleine Teams und mögliche Neueinsteiger sollen dadurch die Chance erhalten, auf Anhieb konkurrenzfähiger zu sein anstatt wie zurzeit Honda einen langen und kostspieligen Entwicklungsprozess durchlaufen zu müssen.

Red Bull für nächste Saison noch ohne Motor

Ausgangspunkt der Idee eines weiteren Motors neben den aktuellen Turbo-Hybrid-Aggregaten der Hersteller Mercedes, Ferrari, Renault und Honda war die Motorenkrise der Formel 1. Die FIA hatte zuletzt bereits eine offizielle Ausschreibung auf den Weg gebracht.

Damit soll nicht zuletzt auch der Einfluss der großen Hersteller verringert werden, die sich bislang weigern, ihre Motoren mehreren Teams zur Verfügung zu stellen.

In den Planungen für neue Einheitsmotoren ab 2018 ist unter anderem deshalb ein Passus vorgesehen, der jedem Team die Versorgung mit Motoren garantiert. Das ist derzeit nicht der Fall, wie das Beispiel Red Bull eindrucksvoll verdeutlicht. Das ehemalige Weltmeisterteam steht im Hinblick auf 2016 offiziell noch immer ohne wettbewerbsfähigen Motor da.

Hybridmotor verschärft Probleme der Kleinen

Seit der Einführung der rund 16 Millionen Euro teuren Turbo-Hybridmotoren zum Saisonstart 2014 hatten sich die finanziellen Probleme zahlreicher Rennställe dramatisch verschärft.

Nun sollen sich die Vertreter der vier großen Motorenhersteller nach Ecclestones Vorstellungen bereits in Abu Dhabi zusammensetzen, um über die Eckdaten des geplanten Antriebs für 2018 zu beraten.

Bis Mitte Januar sollen diese Eckdaten dann bei der FIA vorliegen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel