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F1 Grand Prix of Brazil - Qualifying
Nico Rosberg fuhr in Brasilien zur 21. Pole-Position seiner Karriere © Getty Images

München - Im deutschen Duell um WM-Platz zwei setzt Nico Rosberg ein Ausrufezeichen, warnt aber vor Vettel. Der hofft auf ein verrücktes Rennen - und eine Frau an seiner Seite.

Das Rennen um den Titel in der Formel 1 mag bereits seit ein paar Wochen entschieden sein. Langweilig aber ist die Königsklasse des Motorsports danach nicht geworden.

Auch in Sao Paulo am vorletzten Rennwochenende sorgen die Protagonisten für allerhand kuriose bis groteske Szenen.

Alonso entspannt sich

Da entspannt sich Fernando Alonso auf einem Sonnenstuhl, nachdem sein McLaren einmal mehr streikte, da entern er und sein ebenfalls leidgeprüfter Teamkollege Jenson Button aus Spaß das Podium - und Lewis Hamilton schwänzt das offizielle Foto nach dem Qualifying.

Was den Briten dazu bewog, blieb zunächst unklar. Jedenfalls kam so den beiden Hauptdarstellern im Kampf um die Vizemeisterschaft die volle Aufmerksamkeit zu. 

Nico Rosberg und Sebastian Vettel genossen jedenfalls den Augenblick und winkten strahlend in die Kameras. Im Duell der beiden Deutschen war der Mercedes-Pilot mit 21 Punkten Vorsprung auf den Ferrari-Star nach Brasilien gereist, wo er seine Ambitionen auf Platz zwei im Qualifying unterstrich. (DATENCENTER: Ergebnis Qualifying)

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Ausnahmsweise nur zwei Piloten auf dem Foto: Pole-Setter Nico Rosberg (l.) und Sebastian Vettel © Getty Images

"Es hat alles geklappt, ich bin happy. Die letzte Runde war richtig am Limit", sagte Rosberg, nachdem er in 1:11,282 Minuten zum fünften Mal in Folge zur Pole-Position gerast war.

Rosbergs Demonstration

Seine Vorstellung auf dem schwer zu befahrenden Kurs in der brasilianischen Millionen-Metropole geriet in der Tat zu einer eindrucksvollen Demonstration. Vor allem im letzten und entscheidenden Abschnitt spulte er perfekte Runden ab und war knapp ein Zehntel schneller als sein Teamkollege.

Der nahm die Niederlage äußerlich jedoch betont lässig hin. "Ich bin nicht besorgt", sagte der Brite, als er auf seine fünfte Quali-Pleite gegen Rosberg in Serie angesprochen wurde: "Heute war ein guter Tag, die Balance des Autos ist ziemlich gut."

Außerdem habe er seine Hauptaufgabe mit dem Titelgewinn ja sowieso schon erledigt. Im Gegensatz zu Rosberg, der noch ein Ziel erreichen will. "Ich bin hier, um morgen zu gewinnen. Und Zweiter in der Fahrer-WM möchte ich auch noch werden. Es wäre schön, die Saison auf einem Hoch zu beenden", sagte der 30-Jährige. Nicht aber, ohne auch noch einmal vor seinem Rivalen zu warnen.

"Müssen auf Ferrari aufpassen"

"Wir müssen auf Ferrari aufpassen", sagte Rosberg und meinte damit wohl zu allererst Vettel. Denn der Heppenheimer steht in der Startaufstellung direkt hinter dem Silberpfeil und hat den Kampf um Platz zwei noch längst nicht aufgegeben. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

"Wir werden alles geben. Im Renntrimm sind wir normal ein bisschen näher dran. Hoffentlich können wir sie morgen unter Druck setzen", sagte Vettel, der einen Sieg von Rosberg unbedingt verhindern muss, wenn er auch im letzten Rennen Ende November in Abu Dhabi noch eine Chance auf den Vize-Titel haben will.

Die größte Hoffnung setzt er dabei auf die spezielle Charakteristik des Brasilien-GP, oder wie es Vettel selbst ausdrückt: "Die Rennen hier sind immer verrückt. Wir müssen wach sein, um jederzeit reagieren zu können. Und wir wissen nicht, was das Wetter macht."

Vettel: Bloß kein Grid Boy

Für zusätzliche Motivation könnte bei ihm auch die Phase vor dem Start sorgen. Dann zeigt sich nämlich, ob Vettel eine der von ihm bevorzugten Grid Girls an seiner Seite hat oder einen Grid Boy.

Schon bei der Grid-Boy-Premiere in Monaco hatte er sich unverhohlen gegen die männlichen Startnummernträger ausgesprochen. Und in Sao Paulo schloss er die Pressekonferenz mit den Worten: "Jetzt muss ich gleich noch den Lostopf manipulieren, was die Grid-Girls und Grid-Boys angeht, damit ich dann auch ein Mädel ziehe."

Ja, auch das gehörte zu den amüsanten Aspekten des Qualifyings in Sao Paulo.

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