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Sebastian Vettel strebt 2016 seinen fünften WM-Titel an
Sebastian Vettel strebt 2016 seinen fünften WM-Titel an © DPA Picture-Alliance

München - Kurz nach dem Saisonfinale blickt Ferrari-Star Sebastian Vettel bereits nach vorn. Das Jahr der Wahrheit steht an. SPORT1 erklärt, warum seine Zuversicht berechtigt ist.

Drei Saisonsiege und Platz drei in der Fahrer-WM: Sebastian Vettel hat die Erwartungen bei Ferrari in dieser Saison übertroffen.

Doch für den viermaligen Weltmeister war das lediglich das Aufwärmprogramm. Der Angriff auf den WM-Titel soll in der nächsten Saison folgen. (SERVICE: Gesamtwertung Fahrer)

"Jeder weiß, wo wir im kommenden Jahr hinwollen. Aber ich glaube felsenfest daran, dass Mercedes schlagbar ist", sagte Vettel nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi.

Vettel weiß, wo er ansetzen muss

Der wichtigste Grund für Vettels Zuversicht ist er selbst. Der Heppenheimer kennt nun sein Auto und weiß, wo noch Verbesserungen her müssen: "Es ist kein Geheimnis, dass wir mehr Abtrieb brauchen als wir derzeit haben."

Anders als im letzten Jahr hat Vettel bei der Entwicklung des neuen Ferrari diesmal von Anfang seine Finger im Spiel. "Eine Vielzahl von Entscheidungen waren bereits getroffen, bevor ich eingetroffen bin", sagte Vettel über Zeit seines Wechsel von Red Bull zur Scuderia im Herbst 2014.

Zusammenspiel funktioniert besser

Nicht minder wichtig ist, dass seine Mitarbeiter ihn nun kennen und vor allem auch verstehen. "Weil ich neu war, musste das Team meine Ausdrucksweise verstehen lernen, wenn ich über das Verhalten des Autos gesprochen habe oder seine Schwächen", sagte Vettel.

Und der Deutsche war nicht der einzige Neuling bei der Scuderia. Zahlreiche Personen wurden auf neuen Positionen eingesetzt, weshalb es für den einen oder anderen auch ein Lehrjahr war.

Anders als im letzten Jahr hat Technikchef James Allison zudem bei der Entwicklung der roten Göttin nun komplett freie Hand und muss keine Kompromisse eingehen.

Ferrari profitiert vom Formel-1-Neuling

Profitieren könnte Allison dabei vom neuen Formel-1-Team Haas F1, das von Ferrari mit Motoren und anderen Teilen ausgestattet wird. Da der amerikanische Rennstall als Neuling ohne Limits entwickeln darf, soll sich Ferrari so Windkanalzeit erschwindelt haben. Normal sind für die Teams nur 25 Windkanalstunden pro Woche erlaubt.

Die aktuelle Entwicklungsarbeit der US-Ingenieure wird Ferrari sicher genau beobachten - auch wenn man offiziell natürlich beteuert, dass es keinen Austausch mit Haas F1 wird.

Ferrari verlässt sich aber keineswegs nur auf die Erkenntnisse des F1-Neulings. Während für Mercedes Ersatzpilot Pascal Wehrlein bei Testfahrten in Abu Dhabi am Dienstag am Steuer sitzt, kommt Ferrari mit Vettel und Teamkollege Kimi Räikkönen.

Harmonie vs. Dauerzoff

Apropos Räikkönen: Der Finne könnte zum entscheidenden Faktor im Meisterschaftskampf werden.

F1 Grand Prix of Mexico
© Getty Images

Während Mercedes mit der Dauerfehde zwischen Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg alle Hände voll zu tun haben dürfte, dreht sich bei Ferrari alles um Vettel, was sich sehr wahrscheinlich auch im nächsten Jahr nicht ändern wird.

Und wenn Ferrari 2016 wirklich auf Augenhöhe mit den Stuttgartern sein sollte, könnte die Rivalität Hamilton vs Rosberg eskalieren. Um dem entgegenzusteuern, wird sich Mercedes so spät wie möglich auf einen Fahrer festlegen wollen - zu Vettels Vorteil.

Dennoch ist allen klar bei Ferrari klar, dass der letzte Schritt der schwerste ist. Doch es gibt Anlass zur Hoffnung, dass dieser bereits 2016 gelingen kann.

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