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Aufregung bei Lewis Hamiltons Motorenlieferant Mercedes: Daten des Ungarn-GP sollen illegal kopiert worden sein
Aufregung bei Lewis Hamiltons Motorenlieferant Mercedes: Daten des Ungarn-GP sollen illegal kopiert worden sein © Getty Images

München - Mercedes geht gegen einen Mitarbeiter vor, der vor seinem Wechsel zu Sebastian Vettels Team vertrauliche Daten kopiert haben soll - darunter Codes zur Dechiffrierung.

Mercedes wittert Spionage in den eigenen Reihen. Wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg berichtet, verklagt der schwäbische Motorenlieferant des Weltmeisterteams einen diesjährigen Mitarbeiter, der vor seinem Wechsel zu Ferrari vertrauliche Daten kopiert haben soll.

Demnach steht Benjamin Hoyle unter Verdacht, gezielt nach Dateien gesucht und diese abgespeichert zu haben, nachdem er Mercedes im Mai über seinen Wechsel zu Ferrari zum Saisonende informiert hatte und daraufhin von sensiblen Projekten abgezogen worden war.

Mercedes bestätigte via E-Mail, dass rechtliche Schritte gegen einen Angestellten eingeleitet wurden, um das geistige Eigentum des Unternehmens zu schützen.

"Unrechtmäßiger Vorteil" bei Weitergabe 

In der Anklageschrift steht Bloomberg zufolge, dass der seit 2012 von Mercedes beschäftigte Hoyle den Rennbericht zum Grand Prix von Ungarn im Juli entwenden wollte. Darin enthalten seien Daten zur Haltbarkeit der Motoren, zu Schäden sowie Codes zur Dechiffrierung.

Anschließend habe er versucht, Spuren zu verwischen und Dateien wieder von seinem Laptop zu löschen.

Anschuldigungen gegen Ferrari werden nicht erhoben, allerdings hätte das Team von Sebastian Vettel "einen unrechtmäßigen Vorteil" erlangen können, heißt es.

Hoyle soll 2016 gesperrt werden

Hoyle hätte im Dezember bei der Scuderia anheuern sollen. Doch Mercedes verklagt ihn nun nicht nur auf Rückgabe aller Dokumente und die Übernahme der Gerichtskosten.

Der Ingenieur soll 2016 komplett von Formel-1-Jobs ausgeschlossen werden. "Hoyles Aktionen hatten die Absicht, das Vertrauensverhältnis zu zerstören oder ernsthaft zu beschädigen", lautet die Begründung.

Ferrari wiederum war 2007 Opfer des spektakulärsten Spionagefalls in der Formel 1, als McLaren illegal an technische Details über den Boliden der Roten gekommen war.

McLaren wurde zu einer Rekordstrafe in Höhe von 100 Millionen US-Dollar verdonnert.

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