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Fernando Alonso sitzt nach dem Unfall geschockt auf dem Rasen © SPORT1-Garfik Paul Hänel / Getty

München - Dass Fernando Alonso den Unfall in Melbourne überlebte, ist kein Wunder - sondern das Ergebnis ständiger Verbesserungen bei der Sicherheit. SPORT1 zählt sie auf.

Am Tag danach kursierte ein Foto in den sozialen Netzwerken, das einen lächelnden Fernando Alonso am Strand von Melbourne zeigt.

Eine kleine Bandage am Knie ist alles, was noch an den spektakulären Unfall vom Sonntag im Albert Park erinnert.

Nach diesem Horror-Crash, den der McLaren-Pilot weitgehend unverletzt überstanden hatte, war häufig von einem "Wunder" die Rede.

Doch vielmehr retteten die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stetig verbesserten Sicherheitsvorkehrungen dem Spanier das Leben.

SPORT1 zählt die Maßnahmen auf, die Alonso in Melbourne unversehrt aus dem Wrack seines Autos steigen ließen.

Sicherheitszelle:

Um das Cockpit herum befindet sich eine sechs Millimeter dicke Schicht aus Karbon und Zylon, die den Fahrer am ganzen Körper schützt. Zylon ist ein Kohlefaserverbundstoff, der auch in kugelsicheren Westen eingebaut ist.

Dazu wurden vor dieser Saison die Seitenwände der Boliden zwei Zentimeter höher gezogen. Beides schützte Alonso beim ersten seitlichen Aufprall seines Autos bei einer Geschwindigkeit von 310 Kilometern pro Stunde.

Helmschutz:

Die Helme sind ebenfalls mit einer Karbonschicht ausgestattet, die heranfliegende Teile abwehrt.

Nach dem Unfall von Alonsos ehemaligem Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa in Budapest 2009 wurde in die Helme ein zusätzlicher fünf Zentimeter breiter Zylonstreifen eingebaut. Massa hatte auf dem Hungaroring eine schwere Hirnprellung erlitten, als eine knapp eine Kilogramm schwere Metallfeder bei Tempo 260 gegen seinen Helm flog.

Überrollbügel:

Kommt es zu einem Überschlag, droht der Pilot mit dem Helm auf der Strecke aufzuschlagen. Damit das nicht passiert, ist über dem Helm ein Überrollbügel eingebaut.

Auch diese Karbon-Konstruktion, die seit 2000 in der Formel 1 bei jedem Auto zur Pflichtausstattung gehört, schützte Alonso, als sein Fahrzeug nach zwei Überschlägen in der Luft auf dem Kopf liegend auf dem Boden aufschlug. Der zweimalige Weltmeister trug keinerlei Kopfverletzungen davon.

HANS:

Nicht nur der Kopf, auch der Nacken ist bei solch schweren Unfällen, wie dem von Alonso, hohen Kräften ausgesetzt.

Deshalb muss jeder Pilot seit 2003 das sogenannte "Head and Neck Support System" (HANS) tragen, das extreme Beschleunigungen des Kopfes vermindert und auf den Halsbereich wirkende Kräfte reduziert.

Stahlseile an Reifen:

Bei der Kollision mit dem Auto von Esteban Gutierrez riss dessen rechtes Vorderrad von der Aufhängung ab. Zwei dicke Stahlseile verhinderten aber, dass  sich das Rad komplett vom Auto löste und als unkontrollierbares Geschoss tödliche Wirkung entfalten könnte.

Bis 2011 war ein Befestigungsseil pro Rad vorgeschrieben. Da dies aber nicht komplett verhinderte, dass sich Räder vom Auto lösen, sind seitdem zwei Seile vorgeschrieben.

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