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Mercedes Benz Motorsport Kickoff 2016
Nico Rosberg fährt seit 2010 für Mercedes in der Formel 1 © Getty Images

Das ewige Duell bei Mercedes steht 2016 unter ganz neuen Vorzeichen: Während Lewis Hamilton den dritten Titel in Folge will, fährt Nico Rosberg ab Sonntag wohl um seine Zukunft bei den Silberpfeilen.

Immer wieder Niederlagen im Teamduell, zwei verlorene WM-Titel, dazu viele Provokationen durch den Rivalen - Nico Rosberg musste wahrlich schon einiges einstecken im engen Mercedes-Kampf mit Lewis Hamilton (SERVICE: Der Rennkalender der Formel 1)

2016 wird dennoch alles härter für den Deutschen, denn Rosberg fährt ab Sonntag auch um seine Zukunft bei den Silberpfeilen.

Beim Großen Preis von Australien (ab 5.30 Uhr im LIVETICKER) geht er dann in seine siebte Saison für Mercedes, und noch ist nicht sicher, dass für Rosberg weitere Jahre beim Branchenführer folgen - viel dürfte in den kommenden Monaten vom sportlichen Erfolg und dem Burgfrieden mit Hamilton abhängen.

Neuer Vertrag: Wolff will abwarten

Rosbergs Vertrag läuft wohl nach dieser Saison aus, das ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Es sei noch zu früh, über eine Verlängerung zu diskutieren, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zuletzt: "Ich will erst mal sehen, wie die Saison sich entwickelt."

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2014 hatte Mercedes den Vertrag mit Rosberg um "mehrere Jahre" ausgedehnt, seither berichten internationale Medien vom Vertragsende 2016 - und niemand widerspricht. Hamilton unterzeichnete indes im vergangenen Jahr einen neuen Kontrakt bis 2018, ganz offiziell. In den vergangenen beiden Jahren haben sich zudem die Bedingungen deutlich zu seinen Gunsten verändert.

Hamilton peilt vierten Titel an

Der Engländer peilt in diesem Jahr seinen dritten WM-Titel in Serie an, den vierten insgesamt, und er bewegt sich damit in den Kreisen der ganz großen Piloten.

"Es fühlt sich unecht an, ich kneife mich ziemlich oft", sagt Hamilton dazu grinsend, die Ohrringe blinken, das Selbstvertrauen dringt aus jeder Pore - der 31-Jährige hat sich mittlerweile ein Image aufgebaut, dass ihn als Werbeträger für Mercedes fast unersetzbar macht.

Die Wertschätzung für Rosberg bei den Silberpfeilen ist indes grundsätzlich zwar ungebrochen. Der 30-Jährige hatte das Werksteam seit der Rückkehr 2010 mit aufgebaut und trägt seit 2014 seinen Teil zur neuen Ära der Silberpfeile bei.

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"Es ist ein hervorragendes Line-Up", sagt Wolff: "Es geht für beide wieder bei Null los, und dem Nico traue ich ohne Weiteres zu, diese Meisterschaft zu gewinnen."

Doch verschiedene Faktoren erlauben zumindest Zweifel an einer künftigen Zusammenarbeit. So bleibt die angespannte Beziehung zu Hamilton eine potenzielle Gefahr für das Team, Wolff hatte wiederholt darauf hingewiesen. Bei einer Eskalation müsse die Fahrerpaarung verändert werden, sagte der Österreicher.

Wehrlein steht als Nachfolger parat

So weit muss es allerdings gar nicht kommen, damit es für Rosberg enger wird, denn ein möglicher Nachfolger hat bereits Stellung bezogen. Mercedes-Vertragsfahrer Pascal Wehrlein startet für das Manor-Team in seine Debütsaison in der Königsklasse.

Der 21-Jährige hat einen rasanten Aufstieg hingelegt, im vergangenen Jahr gewann er als jüngster Fahrer der Geschichte den Titel in der DTM. Für Wettkampfpraxis in der Formel 1 sicherte Mercedes dem Shootingstar nun gleich den Manor-Platz, Wolff hält große Stücke auf den Schwaben.

"Pascal übt immer Druck aus", sagt er: "Und wenn er einen guten Job macht und die richtigen Entwicklungsschritte nimmt, wird er definitiv eines Tages einer unserer Fahrer sein." Wie schnell das wirklich geht, liegt zu einem großen Teil wohl auch in Rosbergs Hand.

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