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Der neue Quali-Modus in der Formel1 sorgt für heftige Diskussionen
Der neue Quali-Modus in der Formel1 sorgt für heftige Diskussionen © Getty Images

München - Nach dem ersten Qualifying der Saison hagelt es für den neuen Modus vernichtende Kritik. Steht das Experiment nun vor dem Aus? SPORT1 stellt mögliche Alternativen vor.

Das Experiment steht schon nach dem ersten Versuch vor dem Aus.

Zum Saisonstart der Formel 1 in Melbourne (Rennen am Sonntag ab 6 Uhr im LIVETICKER) ließen Fahrer und Teamverantwortliche kein gutes Haar am neuen Qualifying-Modus. Für Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda ist es schlicht "ein Griff ins Klo".

Offenbar ist dies die vorherrschende Meinung in Melbourne, denn nach einem Bericht der BBC werden sich die Teams noch am Sonntag treffen, um über die Quali-Farce zu diskutieren.

Selbst F1-Boss Bernie Ecclestone musste zugeben, dass der neue Modus nicht funktioniert habe, eine Rückkehr zur alten Variante wolle er aber nicht. Fahrer wie Weltmeister Lewis Hamilton schlugen bereits Alternativen vor.

Droht der hastig durchgedrückten Revolution also das Blitz-Ende?

SPORT1 stellt die möglichen Varianten vor.

Rückkehr zum alten Modus:

Für Red-Bull-Teamchef Christian Horner wäre die Rückkehr zum alten System die Lösung.

Bei diesem System schieden jeweils am Ende der ersten beiden Qualifying-Abschnitte die sechs langsamsten Autos aus. Am Schluss gab es dann noch einmal ein zehnminütiges Shootout, in dem die Startplätze eins bis zehn ermittelt wurden.

Dieser Modus war zwar weitgehend akzeptiert. Allerdings gibt es auch einige Kritiker am bereits 2006 eingeführten Format, weshalb nicht alle eine Rückkehr zum alten System befürworten.

Mehr Reifen:

Weltmeister Hamilton ist zum Beispiel kein großer Freund des alten Formats: "Ich hoffe nicht, dass wir dazu zurückkehren. Ich denke nicht, dass es das Beste war", sagte Hamilton.

"Wir könnten in den nächsten vier Rennen etwas Neues probieren. Gebt uns mehr Reifen, gebt uns mehr Zeit, bringt uns dazu, raus zu müssen und diese zu nutzen, gebt uns mehr Runden, sodass man nie weiß, wer die Pole Position holt", schlägt Hamilton stattdessen vor.

Ob die Formel 1 es sich aber leisten kann, in den nächsten vier Rennen ständig neue Dinge zu probieren, darf bezweifelt werden.

Zeitstrafen für Rennsieger:

Ein weiterer Feind des alten Systems ist Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, da er dann Langeweile befürchtet.

"Wenn wir dazu zurückkehren, wäre Mercedes immer Erster und Zweiter. Ich möchte nicht, dass du und ich die Startaufstellung vorhersagen können", sagte Ecclestone.

Der 85-Jährige hat deshalb einen speziellen Vorschlag: "Ich würde gerne die Ergebnisse des letzten Rennens nehmen und den Rennsieger einige Zehntelsekunden auf seine Qualifying-Zeit aufbrummen. Dann hätten wir zumindest für die Hälfte des Rennens Spannung."

Die Top-Teams wie Mercedes und Ferrari würden diesen Modus allerdings kaum akzeptieren.

Video

Reverse Grid:

Eine weitere Idee von Ecclestone besagt, die besten zehn Fahrer des Qualifyings in umgekehrter Reihenfolge starten zu lassen.

"Zwei Vorschläge lagen auf dem Tisch – eines war die umgedrehte Startreihenfolge und das andere war das Ausscheidungsformat. Wir haben uns für die weniger schlimmere Variante entschieden", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff dazu.

Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass sich nun ausgerechnet die Variante durchsetzt, die im Vergleich zum Ausscheidungsformat als das größere Übel betrachtet worden war.

Die traditionelle Variante:

Einige Fans wünschen sich die Rückkehr zu dem Modus, der bis Ende 2002 in der Formel 1 verwendet wurde.

Damals bestand das Qualifying aus einer einstündigen Session, bei der sowohl die Spritmenge als auch der Zeitpunkt des Einsatzes allen Teams freigestellt war. Dabei hatten allen Teams insgesamt zwölf Gesamtrunden und damit drei bis vier Runs zur Verfügung.

Dieses Format hatte jedoch einen gravierenden Nachteil. Da die Rennstrecke zu Beginn noch recht schmutzig und rutschig war, blieben die Topteams die erste halbe Stunde meistens komplett in der Box und ließen die schwächeren Teams den "Staubsauger" spielen.

Der Vorteil an diesem System war, dass in den letzten zehn Minuten alle Fahrer auf der Strecke unterwegs waren und es mit zunehmend besser werdender Strecke zahlreiche Führungswechsel an der Spitze gab.

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