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AUTO-PRIX-F1-BRA-QUALIFYING
Erneut nationale Kontrahenten: Mercedes-Fahrer Nico Rosberg (r.) und Sebastian Vettel (Ferrari) © Getty Images

München - Nico Rosberg und Sebastian Vettel kämpfen in der Formel 1 um den Titel und den Status als deutsche Nummer eins. Überraschen Hülkenberg und Wehrlein? Der SPORT1-Check.

Es geht wieder los:

Mit dem Großen Preis von Australien startet die neue Formel-1-Saison (3. Training, Sa. ab 4 Uhr im LIVETICKER / Qualifying, Sa. ab 7 Uhr im LIVETICKER).

Lewis Hamilton ist als Weltmeister der Gejagte. Mit Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg und neuerdings auch Pascal Wehrlein werden in Melbourne vier Deutsche an den Start gehen (Rennen, So. ab 6 Uhr im LIVETICKER),

SPORT1 checkt die Chancen des deutschen Quartetts.

Nico Rosberg (30 Jahre, Mercedes):

Als Vizemeister ist Rosberg automatisch Hamiltons erster Herausforderer. Lange Zeit konnte die letztjährige deutsche Nummer eins den Titelkampf in der Vorsaison offen halten, nun will er ganz oben stehen.

Mut machen ihm die letzten drei Saisonrennen 2015, die er alle gewinnen konnte, und die aktuelle Performance des Mercedes-Boliden. "Das Gefühl ist super", sagte Rosberg bei SPORT1: "Das Level ist wirklich sehr, sehr hoch."

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Mit der Rivalität zwischen Rosberg und Hamilton soll es auch in diesem Jahr weiter gehen. "Das ist ein wichtiger Bestandteil der Story der Formel 1. Wir dürfen als Team nicht zu sehr Kontrollfreaks sein. Die sollen sich das auf der Rennstrecke ausfighten", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei SPORT1.

Ex-Fahrer Eddie Irvine erklärte, dass Rosberg Hamilton nicht genug zusetzen könne und Mercedes ihn loswerden solle. Aussagen wie in der Sport Bild, als Rosberg meinte, die Wahrscheinlichkeit, dass Hamilton ihn wieder schlage, sei sicher höher als umgekehrt, helfen nicht, sein Standing zu verbessern.

Training: Rosberg prallt in Bande

Es liegt an Rosberg, den Kritikern das Gegenteil zu beweisen. Zwischen Meisterschaft und dem Aus bei Mercedes nach der Saison ist alles drin.

Allerdings weckten die ersten Trainingssessions gleich böse Erinnerungen: Auf nasser Strecke verlor Rosberg die Kontrolle über seinen Mercedes, der Bolide schlug gegen die Bande, der Frontflügel brach.

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Sebastian Vettel (28 Jahre, Ferrari):

In seinem ersten Jahr für Ferrari lieferte Sebastian Vettel 2015 überraschend starke Leistungen. Folgerichtig eroberte der Heppenheimer den dritten Platz in der Fahrerwertung und gewann dabei sogar drei Rennen.

2016 will Vettel mehr. "Mein Ziel ist es ganz klar, Weltmeister zu werden und Rennen zu gewinnen. Alles andere ist für mich nicht gut genug", sagte der viermalige Champion.

Das neue Auto ist laut Vettel "viel schneller und hat mehr Grip". Auch Rosberg warnt: "Vom Speed her müssen wir erstmal abwarten, da ist Ferrari sehr nah dran, da müssen wir schauen, ob wir wirklich noch vor denen sind".

Vettel wird die Silberpfeile noch mehr ärgern als im Vorjahr. Sollten sich die Streithähne auch wieder abseits des Feldes bekriegen, stünde Vettel als lachender Dritter bereit.

Die ersten Trainingseinheiten ließen ihn allerdings mürrisch in der Garage zurück: Immer wieder setzte der Regen zwar aus und ließ die Strecke antrocknen, doch an Ausfahrten mit Slicks war kaum zu denken. Vettel brach daher einige Versuche ab.

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Nico Hülkenberg (28 Jahre, Force India):

Am Selbstbewusstsein wird es bei Nico Hülkenberg nicht scheitern. "Das erste Podium ist überfällig", sagte der deutsche Pilot von Force India. Die bisherigen Eindrücke geben ihm Recht. Am dritten Testtag in Barcelona fährt Hülkenberg Tagesbestzeit.

Immer wieder wird Hülkenberg in den letzten Jahren mit Cockpits bei Top-Teams in Verbindung gebracht, doch geklappt hat es bisher nicht. Regelmäßige Punkte sind Hülkenbergs Ziel 2016 - und auch realistisch.

Hinter Mercedes, Ferrari und Williams könnte sich Force India als vierte Kraft positionieren. Der 28-Jährige wird in dieser Saison zum ersten Mal am Champagner schnuppern dürfen.

Sollten dann Ferrari, Mercedes & Co. immer noch nicht winken, hat Hülkenberg eine Alternative. "Force India zum Spitzenteam zu machen, ist auch eine prickelnde Herausforderung", sagte er bei Auto Bild motorsport.

Pascal Wehrlein (21 Jahre, Manor):

Mit Pascal Wehrlein ist in diesem Jahr ein vierter Deutscher in der Königsklasse des Motorsports am Start. Der 21-Jährige verdiente sich den Platz im Manor-Cockpit durch seinen Titel in der DTM.

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Nun wartet für ihn eine "neue Welt. Ich freue mich auf die neue Herausforderung und dass mein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen ist", sagte Wehrlein bei SPORT1.

Rosberg bezeichnet ihn als "große Hoffnung", prophezeit aufgrund des eher langsamen Autos aber eine schwierige Saison. Wehrlein selbst ist da optimistischer. "Ich glaube, dass Manor ein gutes Paket hat mit dem Mercedes-Motor. Ich glaube, dass wir einen großen Schritt nach vorne gemacht haben."

Wehrlein wird sein fahrerisches Können aufblitzen lassen und für die ein oder andere Überraschung sorgen, mehr ist aber (noch) nicht drin.

Für die Zukunft stellte ihm Toto Wolff aber schon ein Mercedes-Cockpit in Aussicht.

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