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Bernie Ecclestone will wieder die volle Macht über die Formel 1 haben © Getty Images

Der Promoter hat genug vom anhaltenden Gezerre um das Reglement. Die Demokratie in der Formel 1 funktioniere laut Bernie Ecclestone nicht. Nico Hülkenberg schlägt sich auf seine Seite.

Bernie Ecclestone hat offenbar genug vom anhaltenden Gezerre um das Formel-1-Reglement.

"Wir müssen zurück zu den guten alten Tagen, als ich in einer Position mit viel mehr Macht war. Als ich ein Diktator war", sagte der Promoter der Motorsport-Königsklasse der russischen Sportzeitung Sovetsky Sports: "In der Demokratie, die wir heute haben, manipulieren gewisse Leute den Sport, um eigene Interessen zu verfolgen."

Der 85-jährige Brite erklärte, die Struktur der Formel 1 sei "einfach falsch". Man habe es Ferrari und Mercedes "erlaubt, dass sie unsere Show leiten, indem sie den meisten Rennställen Motoren liefern."

Wenn Ecclestone oder der Automobil-Weltverband FIA dann eine Neuerung einführen wollten, werde die Kooperation der Teams gebraucht. Dies sei "falsch", erklärte der Formel-1-Zampano: "Das passiert eben, wenn Demokratie nicht funktioniert."

Hülkenberg ist Ecclestone-Fan

Unterstützung erhielt Ecclestone durch Force-India-Pilot Nico Hülkenberg. "Zu viele Köche funktionieren nicht. Es braucht eine Person, die das Sagen hat. Bernie ist der Mann: cooler Typ, Legende, toller Humor. Es müsste nur technisch beraten werden, was wir machen", sagte der Emmericher.

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel äußerte sich ebenfalls eher pro Ecclestone: "Als er die Macht hatte, waren viele Entscheidungen gut. Er hat die Formel 1 zu dem gemacht, was sie heute ist".

Der Ferrari-Star merkte aber an, dass man die gesamte Struktur genau überdenken müsse: "Die Führung ist im Moment nicht so rund. Wir Fahrer machen uns da natürlich auch Gedanken."

Rookie Pascal Wehrlein (Manor) wünscht sich dagegen eine weitere Demokratisierung: "Wir Fahrer wissen, was spektakulär ist."

In der Mitte sortierte sich Nico Rosberg ein. Der Mercedes-Pilot glaubt, dass der eingeschlagene Weg in die richtige Richtung führt. "Die FIA fragt uns viele Dinge. Wir können mit unseren Erfahrungen im Auto dem Sport etwas geben", sagte der WM-Spitzenreiter.

Todt installiert Kontrollmechanismen

Ecclestone führte die Formel 1 von den 1970er-Jahren bis zur Einführung von Strukturreformen durch FIA-Präsident Jean Todt im Jahr 2009 wie ein Alleinherrscher, machte den PS-Zirkus zu einer globalen Hochglanz-Rennserie mit Milliardenumsätzen. Allerdings musste er für seine Gutsherrenart oder die Vergabe von Rennen in menschenrechtlich umstrittene Gegenden auch viel Kritik einstecken.

Todt, der sich die Modernisierung der Strukturen auf die Fahnen geschrieben hatte, installierte Gremien wie die Formel-1-Kommission, in der neben Vermarkter FOM und der FIA unter anderem jedes Team sowie einige Sponsorenvertreter und Streckenbetreiber stimmberechtigt sind.

Peinliche Machtspiele ums Qualifying

Zuletzt ließen Machtspiele der einzelnen Interessengruppen bezüglich des Qualifying-Modus die Formel 1 schlecht aussehen. Auch die Verabschiedung des Reglements für 2017 mit Deadline am Samstag droht aufgrund divergierender Interessen zur Hängepartie zu werden.

Ecclestones Antrieb ist vor allem, die Formel 1 spannend zu halten. Die Dominanz von Mercedes seit Beginn der Hybrid-Ära 2014 (35 Siege in 41 Rennen) ist dem Briten ein Dorn im Auge: "Ich hoffe wirklich, dass Ferrari ein gutes Jahr hat und Red Bull einen besseren Motor bekommt. Konkurrenz belebt das Geschäft, die Fans wollen das."

Zwar könne er "verstehen", dass sich Mercedes gegen grundlegende Änderungen sträube, weil sie viel Arbeit investiert hätten, doch "eine solche Dominanz tut dem Sport einfach nicht gut", sagte Ecclestone.

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