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Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton wirkt aktuell ratlos
Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton wirkt aktuell ratlos © Getty Images

München - Der Weltmeister sucht nach dem Pech in Sotschi Trost in seinem Glauben. Um Nico Rosberg ranken sich wilde Verschwörungstheorien. Sebastian Vettel hadert mit dem Rückstand.

"Selbst in der dunkelsten Stunde gibt es Licht. Der kleine Lichtblick in der Ferne bedeutet Hoffnung. An Tagen wie diesem sehe ich das Licht und nutze es als Kompass."

Das postete Lewis Hamilton am Samstagabend auf Instagram, nachdem seine Pechsträhne in dieser Saison beim Qualifying in Sotschi seine Fortsetzung fand.

Der Weltmeister sucht Trost in seinem Glauben - denn alles andere gibt ihm gerade keine Hoffnung mehr.

Wenig Hoffnung für das Rennen

Selbst sein üblicher Optimismus für das Rennen war diesmal wie weggeblasen. "Im Rennen kann ich nicht mehr viel machen. Es ist keine leichte Strecke zum Überholen", sagte ein zerknirschter Hamilton.

Über die Witzeleien der Mechaniker, dass Hamiltons alter Chefmechaniker beim Wechsel zu Rosberg auch dessen Glück mitgenommen hat, kann er auch schon lange nicht mehr lachen.

"Ich weiß nicht ob ich an Glück oder Pech glaube. Für die meisten Dinge gibt es eine logische Erklärung. Heute ist etwas am Auto kaputt gegangen und dafür muss es eine logische Erklärung geben", sagte Hamilton.

Wilde Verschwörungstheorien

Für Hamilton-Fans gibt es bereits zahlreiche Verschwörungstheorien, was Rosbergs Glück in dieser Saison betrifft. Es wird gemutmaßt, dass Mercedes dem Deutschen bewusst unter die Arme greift.

Fakt ist: Rosberg fährt in der Form seines Lebens und hat sechs Rennen in Folge gewonnen - Nummer sieben ist nach seiner Pole in Sotschi möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich.

Auffällig ist dennoch, dass sich Rosbergs Konkurrenten oft bereits beim Start aus dem Rennen nehmen oder von einem technischen Defekt ausgebremst werden. Für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist das aber einfach "das Glück des Tüchtigen".

Auch in Sotschi erwischte es nicht nur Hamilton, sondern auch Rosbergs zweitgrößten Konkurrenten, Sebastian Vettel. Wegen eines Getriebewechsels kassierte Ferrari-Pilot Vettel eine Fünf-Plätze-Strafe.

Ferraris Rückstand groß wie nie

Allerdings war Ferrari an diesem Wochenende bislang sowieso nie auf Augenhöhe mit Mercedes, weshalb Rosberg seinen Mercedes bereits einige Minuten vor Ende von Q3 abstellen konnte. "Ich mag den Rückstand nicht, er hätte kleiner sein sollen", sagte Vettel nach dem Qualifying.

Selbst die übliche Trumpfkarte Rennpace dürfte für Ferrari diesmal kaum stechen, denn auf der reifenschonenden Strecke in Russland kann Ferrari seine Vorteile nicht ausspielen.

Am Freitag waren die Mercedes bei den Longruns deshalb etwa eine Sekunde schneller als Kimi Räikkönen. Teamkollege Vettel musste wegen Elektronikproblemen darauf verzichten.

Hamiltons bescheidene Ziele

Während Rosberg bei gutem Start wahrscheinlich ein einsames Rennen an der Spitze fahren kann, müssen Vettel und Hamilton wieder einmal auf Schadensbegrenzung aus sein.

Da hilft es, dass Hamilton zumindest von einer Zurückstufung verschont blieb, nachdem er eine Kurve im Qualifying abgekürzt hatte.

Hamilton hat seine Ziele für das Rennen aber auf ein Minimum reduziert: Ich hatte in diesem Jahr nicht einmal ein völlig intaktes Auto nach der ersten Runde gehabt. Ich hoffe nur auf eine saubere erste Runde und ein Auto in einem Stück - damit ich kämpfen kann."

Seine Kämpferqualitäten hat Hamilton bei allem Pech noch nicht eingebüßt.

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