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F1 Grand Prix of Bahrain
Sebastian Vettel ärgert sich nach der Quali-Farce über die Formel-1-Spitze um Bernie Ecclestone © Getty Images

Ferrrari-Pilot Sebastian Vettel kritisiert nach der Quali-Farce die Formel-1-Spitze um Bernie Ecclestone scharf und sorgt sich um das Bild, das die Brachen abgibt.

Undurchsichtig, peinlich, Quark - Sebastian Vettel ist sauer. Der Ferrari-Star rechnet schonungslos mit dem Zustand der Formel 1 ab und geht in Sorge um die Zukunft des PS-Spektakels auch auf Konfrontationskurs mit Chefpromoter Bernie Ecclestone. 

Vettel wünscht sich wieder mehr echten Rennsport und weniger Hintertürchen-Deals bei den Regeln.

"Wir müssen aufpassen, dass die Formel 1 ihr Gesicht nicht verliert", sagte Vettel der Welt am Sonntag. Der schnellste Kreisverkehr der Welt drohe "den Kern des Motorsports" aus den Augen zu verlieren.

Formel 1 steckt in der Krise

Der 28-Jährige sehnt sich nach einer Formel 1, in der die Fahrer wieder über Sieg und Niederlage entscheiden, nach spektakulären Mann-gegen-Mann-Duellen auf der Strecke - wie damals beim Kartfahren.

"Da geht es eigentlich ständig um die gewählte Linie und die Überwindung jenes Punktes, für den du Eier in der Hose brauchst", sagte Vettel.

Die Formel 1 steckt schon länger in der Krise. Die Zuschauerzahlen gehen zurück - an der Strecke und an den TV-Geräten. Auch weil es immer mehr langweilige Rennen gibt, bei denen der Sieger oft schon vor dem Start feststeht - entweder Weltmeister Lewis Hamilton oder dessen Mercedes-Kollege Nico Rosberg.

Regeln sind zu undurchsichtig

Zudem ist die komplexe Technik der Hybrid-Antriebe für die meisten Anhänger zu kompliziert.

Sebastian Vettel
Beim Saisonauftakt rast Sebastian Vettel im Ferrari auf Platz drei, in Bahrain wird er Opfer eines Motorschadens © Getty Images

"Die neuen Regeln sind, ich sage mal, sehr futuristisch. Die Autos sind deutlich effizienter geworden, was den Verbrauch angeht. Ob das aber ein modernes Argument ist, das die Zuschauer begeistert – oder gar die Fahrer –, das bezweifele ich. Ich glaube es nicht", sagte Vettel, der zudem eine grundsätzliche "Undurchsichtigkeit aufgrund des Reglements" beklagt.

Laut Vettel verhalte sich der glitzernde PS-Zirkus stellenweise "nur noch peinlich". Als Beispiel nannte der Ex-Weltmeister die von Ecclestone forcierte, aber wieder krachend gescheiterte Reform des Qualifyings.

"Drei Wochen vor Saisonstart das Qualifying-Format zu ändern, allein das war schon Quark", sagte Vettel. Auf massiven Druck der Piloten und der Teams wird beim nächsten Rennen in China (Sonntag, 8 Uhr im LIVETICKER) beim Ausfahren der Poleposition wieder das alte Format aus den Vorjahren angewendet.

Vettel kritisiert schlechte Struktur

Schon vor gut zwei Wochen hatte Vettel angesichts der Grabenkämpfe und Hinterzimmer-Politik in der Formel 1 Stellung bezogen und in einem offenen Brief der Fahrergewerkschaft GPDA gemeinsam mit den Kollegen die Verantwortlichen um Ecclestone aufgefordert, "ihre Führungsstruktur zu überdenken".

Der Prozess der Entscheidungsfindung in der Formel 1 sei "überholt und schlecht strukturiert". Vettels Ziel: "Wir müssen sicherstellen, dass die Formel 1 ein Sport bleibt, bei dem die besten Fahrer in den außergewöhnlichsten Maschinen auf den coolsten Rennstrecken eng gegeneinander kämpfen."

Genau das ist im Moment nicht der Fall.

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