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Nico Rosberg (l.) traf sich mit den Fahrerkollegen zum Abendessen © Twitter/@nico_rosberg

Gleich 17 Piloten treffen sich zu einem gemeinsamen Abendessen und formen dabei gemeinsame Kritik an Bernie Ecclestone. Ein gemeinsames Bild sorgt für Wirbel.

Nur beim Bezahlen der Rechnung waren sich Sebastian Vettel und Co. nicht einig. Wer sollte die Zeche zahlen, nachdem sich die Formel-1-Piloten um den Ferrari-Star bei einem Abendessen gegen Bernie Ecclestone verbrüdert hatten?

Am Ende zückten alle ihre Kreditkarten - und doch geht von dem Treffen im Kampf um die Ausrichtung der Königsklasse ein starkes Zeichen des Zusammenhalts aus.

"Es läuft nicht rund. Wir wollen, dass es nach vorne geht. Jeder sieht, dass es dem Sport besser gehen könnte", sagte Vettel vor dem Großen Preis von China (Sonntag, ab 8 Uhr im LIVETICKER). Die Piloten haben genug von verwirrenden Regeländerungen und politischen Hintertürchen-Kämpfen.

Sie fordern mehr Mitspracherecht und Reformen. Das ist die Botschaft, die von diesem speziellen Fahrer-Dinner ausgeht. Ein gepostetes Bild von dem Treffen sorgte in den sozialen Netzwerken für ordentlich Wirbel - weil es eben auch ein Statement in Richtung Ecclestone war.

"Wir lieben unseren Sport und wollen, dass er alles andere in den Schatten stellt", sagte der WM-Führende Nico Rosberg. Der Mercedes-Star postete das Bild ebenfalls bei Twitter, in Anspielung auf einen verbalen Seitenhieb Ecclestones mit dem Hashtag: "Vereinigte Windbeutel".

Für Ecclestone ist der Zusammenhalt der Piloten viel mehr als ein Sturm im Wasserglas. Immerhin wurde der vom Chefpromoter protegierte Qualifying-Modus auch wegen des Protests der Fahrer wieder gekippt. In Shanghai wird die Pole Position wieder nach bewährtem Muster der vergangenen Jahre ausgefahren.

"Wenn wir zusammen unsere Meinung sagen, haben wir eine gewisse Macht", sagte Rosberg, einer der 17 von insgesamt 22 Formel-1-Piloten, die an dem Treffen teilgenommen haben.

Die Rennserie steckt schon länger in der Krise, langweilige Rennen, komplizierte Technik und Regeln vergraulen das Publikum. Zudem gibt es immer wieder politischen Streit um die Ausrichtung des PS-Zirkus, den Ecclestone seit fast 40 Jahren leitet.

Vettel und Co. wollen nun auch endlich mitreden, nicht nur im Kreis fahren. "Es wird zu wenig offen über Fehler gesprochen", sagte Vettel, der sich eine "rauere und wildere" Formel 1 wünscht. Auch Weltmeister Lewis Hamilton plädierte für Reformen: "Wir müssen die Leute begeistern."

Schon Ende März hatte die Fahrergewerkschaft GPDA in einem offenen Brief die Führungsstruktur von Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt angeprangert. Ecclestone polterte daraufhin: "Viele Piloten sind Windbeutel. Man sollte ihnen nicht einmal erlauben zu reden. Sie sollten sich ins Auto setzen und fahren."

Gegen Ecclestone machen die Piloten gemeinsam mobil, aber dann war da ja noch die Sache mit der Rechnung. "Am Ende hatten wir 17. Das war das Lächerlichste, was ich je gesehen habe", sagte Hamilton, der meinte, dass sein Kollege Rosberg wohl auf die Idee gekommen sei.

Der Wiesbadener meinte dazu nur: "Das ungeschriebene Gesetz ist doch, dass der Weltmeister zahlt. Oder?" Nur beim Ringen um Reformen halten die Piloten zusammen.  

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