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Mercedes' German drivers Michael Schumac
Nico Rosberg und Michael Schumacher fuhren drei Jahre lang gemeinsam für Mercedes © Getty Images

Seriensieger Nico Rosberg greift in Spanien schon nach dem ersten Schumacher-Rekord. Für seine Verfolger Hamilton, Vettel und Co. hat Barcelona indes vorentscheidenden Charakter.

Vielleicht wird Nico Rosberg in 30 oder 40 Jahren einmal lächelnd zurückblicken auf diesen Frühsommer 2016. Vielleicht wird er seinen Enkeln von einer bemerkenswerten Siegesserie erzählen, von seinem unschlagbaren Mercedes-Boliden - und von einem großen Tag in Barcelona.

Denn am kommenden Sonntag winkt dem Deutschen sein erster dicker Eintrag in die Geschichtsbücher der Formel 1: Rosberg greift nach einem der zahlreichen Rekorde von Michael Schumacher.

Auf einer Ebene mit Mansell und Schumacher

Fünf Siege zum Saisonstart, das schafften in fast 70 Jahren Königsklasse nur Schumacher (2004) und Nigel Mansell (1992) - Rosberg will beim Großen Preis von Spanien am Sonntag (ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) gleichziehen, vieles spricht dabei für ihn.

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"Ich würde mich deshalb niemals auf einer Ebene mit Michael sehen", stellt Rosberg klar, diese Serie sei aber "schon cool, es ist schön, darüber nachzudenken. Ich hätte nicht damit gerechnet."

Was Rosberg seit dem Saisonauftakt in Melbourne anpackt, das gelingt. Der Vizeweltmeister ist schnell, fährt fehlerlos, bleibt auch von ernsthaften technischen Problemen verschont - und profitiert vom fast beispiellosen Pech seiner Verfolger.

Weltmeister Lewis Hamilton im zweiten Silberpfeil liegt schon 43 WM-Punkte hinter Rosberg. Er kämpft seit Wochen mit wiederkehrenden Defekten am hochkomplexen Antrieb, die Energierückgewinnung bereitet Sorgen (SERVICE: Der Stand in der Fahrerwertung)

Und wirklich sicher, dass das Problem im Auto des Engländers identifiziert wurde, ist man sich noch immer nicht. Seit dem vergangenen Rennen in Russland habe das Team "rund um die Uhr gearbeitet", sagt Hamilton bloß, deshalb sei er zuversichtlich.

Ernüchterung bei Vettels Ferrari

Auch bei Ferrari und Sebastian Vettel (67 Punkte Rückstand) ist im zweiten gemeinsamen Jahr längst ein wenig Ernüchterung eingetreten. Die Lücke zu Mercedes sei zwar "weitaus kleiner geworden", sagte Vettel der Sport Bild, aber man könne "über Nacht eben keine Berge versetzen".

Der neue SF16-H ist zwar schnell, aber fragil. Garniert wurden die Defekte zuletzt mit ärgerlichen Kollisionen auf der Strecke, jeweils ausgelöst durch den Russen Daniil Kwjat (Red Bull/mittlerweile Toro Rosso).

Kommt die Wende für Hamilton?

Das Rennen auf dem Circuit de Catalunya hat für Rosbergs Rivalen nun in jeder Hinsicht wegweisenden Charakter. Hamilton braucht dringend die Wende, um im weiteren Saisonverlauf nicht auf Ausfälle seines Teamkollegen angewiesen zu sein. Noch deutlicher wird Barcelona jedoch für Verfolger Ferrari die Richtung vorgeben.

Denn mit dem Start der Europa-Rennen sind die Teams näher an ihren Fabriken, nach den Reisestrapazen der vergangenen Wochen kann nun wieder mehr an den Autos gearbeitet werden. Barcelona ist daher stets ein Gradmesser für den Rest der Saison.

"Wir haben ein paar neue Teile, die uns schneller machen sollten", sagt Vettel, zudem dürfte die Strecke Ferrari deutlich besser liegen, als zuletzt die Kurse in China und Russland.

Wolff erwartet Veränderungen

Einige "umfangreiche Upgrade-Pakete" erwartet Mercedes-Sportchef Toto Wolff auch bei der Konkurrenz, "jetzt ist also die Zeit gekommen, in der wir die Hackordnung richtig einschätzen können".

Gesamtführender und Favorit auf den Titel wird dennoch bis auf Weiteres Rosberg bleiben. Und vielleicht wird er seinen Enkeln in 40 Jahren ja auch eine ganz andere Geschichte aus dem Jahr 2016 erzählen. Die Geschichte, wie der Opa zum ersten Mal Weltmeister wurde.

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