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F1 Grand Prix of Monaco
Bild mit Symbolcharakter: Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo hängt in Monaco die beiden Silberpfeile ab © Getty Images

Red Bull und die Suche nach ihrer einst unschlagbaren Performance und Konstanz. Auch ohne Ricciardos Sieg in Monaco scheint der Rennstall wieder in der Spur.

Zwar musste Red Bull Racing beim GP von Monaco trotz der Pole-Position von Daniel Ricciardo mit Lewis Hamilton einem Mercedes-Pilot den Vortritt lassen, trotzdem scheint im britisch-österreichischen Rennstall wieder ein mächtiger Konkurrent für Mercedes um die WM-Krone zu erwachsen.

Der Seriensieger von 2010-2013 ist nach dem Sieg in Barcelona von Max Verstappen und dem Quasi-Sieg in Monaco nach zwei Jahren in der Versenkung wieder auf dem Weg zu alter Stärke. Momentan scheint Red Bull stärker als Ferrari um Superstar und Ex-Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel zu sein. Und auch die Silberpfeile sind nicht mehr allzu weit weg.

Aber warum ist das so? 

Das Auto:

Klar, man kann Monte Carlo nicht wirklich mit den anderen Strecken im Rennkalender vergleichen.

Dennoch braucht es auch dort eine starkes Gesamtpaket, um im Fürstentum zuerst die Pole-Position und dann fast den Sieg zu holen, der Daniel Ricciardo schlussendlich nur wegen des peinlichen Fehlers seiner Crew beim Boxenstopp verwehrt blieb.

Dieses Gesamtpaket hat Red Bull mittlerweile wieder. Der Motor und das Chassis funktionieren, die Zusammenarbeit mit Renault wurde jüngst bis 2018 verlängert und trägt nun endlich die Früchte, die man sich eigentlich schon im letzten Jahr versprochen hatte.

Die Zusammenarbeit mit Motoren-Papst Mario Illien, einst bei Mercedes, die zwischenzeitlich schon als gescheitert betrachtet wurde, scheint sich also doch noch zum Guten zu wenden. Mit dem Chassis scheint Design-Guru Adrian Newey zudem - mal wieder - ein richtig guter Wurf gelungen zu sein. 

Die Fahrer:

Dass Daniel Ricciardo bei der Konkurrenz, unter anderem ist von Ferrari die Rede, heiß begehrt ist, ist kein Wunder.

Der Australier zementiert in dieser Saison seinen Ruf als exzellenter Rennfahrer und hat nun mit 26 Jahren genügend Erfahrung, um sein Niveau regelmäßig auf die Strecke zu bringen. Zudem zeigt sich Ricciardo in dieser Saison noch konstanter als 2014, als er mit einem unterlegenen Boliden WM-Dritter wurde und Sebastian Vettel um die Ohren fuhr.

Neben ihm scharrt zudem das 18-jährige Supertalent Max Verstappen mit den Hufen. Der Niederländer steuerte gleich bei seinem ersten Grand Prix in Barcelona den Red Bull zum Sieg. Bitter nur für Ricciardo, dass sich sein Team dort bei ihm mit einer Drei-Stopp-Strategie verspekulierte. Mit der gleichen Strategie wie Verstappen hätte der Australier wohl auch in Barcelona gewonnen. 

Video

Die Mercedes-Probleme:

Red Bull profitierte in Spanien sicherlich davon, dass sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg gegenseitig von der Strecke rammten. Betrachtet man aber die Saison der Schwaben genauer, fällt auf, dass sich Mercedes eigentlich schon seit Saisonbeginn mit allerlei kleineren technischen Problemen herumschlägt.

Nico Rosberg bekam in Monaco zum Beispiel "kaum Pace" auf die Strecke, Lewis Hamilton stoppen vor allem in den Qualifyings immer wieder technische Probleme. Zudem droht die Rivalität zwischen Rosberg und Hamilton immer wieder zu eskalieren. 

Video

Das Programm:

Nun geht es nach Montreal und Baku. Die wellige Strecke in Kanada gilt als besonders anspruchsvoll für die Bremsen, Mercedes hatte in Monaco genau mit diesen Probleme. Montreal dürfte Red Bull entgegenkommen. In Baku, wo die Formel 1 dieses Jahr zum ersten Mal fährt, erwartet die Fahrer ein ungewöhnlicher Stadtkurs, der sowohl eine lange Vollgaspassage, viel Auf und Ab und sehr enge Kurven beinhaltet: Da sind Unfälle garantiert. 

"Wir reisen keinesfalls selbstgefällig aus Monaco ab: Red Bull hatte an diesem Wochenende die Performance und Montreal sowie Baku werden uns vor ganz andere Herausforderungen stellen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff noch in Monaco. 

Red Bull scheint also wieder voll auf dem Radar der Konkurrenz angekommen zu sein. 

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