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Sebastian Vettel ist viermaliger Formel-1-Weltmeister
Sebastian Vettel ist viermaliger Formel-1-Weltmeister © Getty Images

München - Sebastian Vettel rätselt vor dem Spanien-GP über den großen Rückstand. Die Zeiten sind alarmierend. Bei den Silberpfeilen fliegen Giftpfeile und Rosberg trickst Hamilton aus.

Nichts ist alarmierender für Ferrari, als wenn sich sogar die größte Konkurrenz verwundert über die schwache Leistung der Scuderia zeigt.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sagte bei RTL auf die Frage, ob er von Ferraris Leistung enttäuscht sei: "Ja, irgendwie, da ist heute wenig gekommen." Ausgerechnet Wolff, der in dieser Saison bisher nach jedem Qualifying und Rennen nicht müde wurde, vor Ferrari zu warnen und deren Leistungssprung zu loben.

Ferrari rätselt über den Rückstand

Doch beim Qualifying zum Spanien-GP (ab 13.45 Uhr im LIVETICKER) von Barcelona gingen selbst Wolff die Argumente aus. Über 1,3 Sekunden fehlten Sebastian Vettel auf Pole-Setter Lewis Hamilton. Noch alarmierender – bei Ferrari weiß niemand, woher der große Zeitrückstand kommt.

"Wir kennen den Grund selbst noch nicht. Das Auto war plötzlich schlechter als in den Trainingssessions. Wir sind davon genauso überrascht wie alle anderen", sagte ein enttäuschter Vettel nach dem Qualifying.

Dabei begann das Rennwochenende in Spanien so gut. Nach Platz eins und zwei im ersten Training träumte der eine oder andere Ferrari-Fan bereits von der Pole. Diesen Traum musste Vettel jedoch sehr früh wieder begraben. "In Q1 hat man schon gemerkt, dass wir nicht da anknüpfen können", sagte der viermalige Weltmeister.

Vettel: "Nur eine Momentaufnahme"

Sollte Ferrari kein konkretes Problem für die schwachen Zeiten finden, dürfte das für den weiteren Saisonverlauf wenig Hoffnung machen. Denn der Circuit de Catalunya ist aufgrund der Aerodynamik ein Gradmesser für alle Autos.

Vettel will davon noch nicht wissen: "Ich glaube, dass es nur eine Momentaufnahme war. Das ist kein Grund, die Hackordnung komplett umzustellen. Morgen im Rennen sollten wir besser dastehen."

Wieder einmal setzt man bei Ferrari alles auf die Rennpace und niemand im Fahrerlager zweifelt, dass Ferrari da wieder ein anderes Gesicht zeigen wird. Doch Ferraris Rennen dienen aktuell nur der Schadensbegrenzung und nicht der Jagd auf Mercedes.

Bei Mercedes fliegen Giftpfeile

Der Vorsprung auf Ferrari führt bei den Silberpfeilen dazu, dass Hamilton und Nico Rosberg wieder den Teamkollegen als einzigen echten Titelgegner ansehen - weshalb nach dem Qualifying sofort wieder kleine Giftpfeile flogen.

So merkte Hamilton an, dass er im Qualifying in dieser Saison quasi noch ungeschlagen sei: "Das ist eigentlich meine dritte Pole im dritten Versuch in diesem Jahr. In den letzten zwei Qualifyings konnte ich ja ganz offensichtlich nicht kämpfen."

Rosberg konterte, dass Hamilton bei den Starts in dieser Saison häufig patzte. "Er ist dieses Jahr noch nie als Erster aus der ersten Kurve gekommen. Vielleicht hilft mir das morgen ein bisschen. Dass er da vielleicht nicht komplett selbstsicher ist", sagte Rosberg.

Rosberg dank Trick im Vorteil

Mit einem cleveren Trick hat sich Rosberg auf alle Fälle einen Vorteil für den Rennbeginn gesichert. Während Hamilton in Q2 eine Traumrunde hinlegte, ging der deutsche WM-Leader vom Gas und schonte den Reifensatz, mit denen beide morgen starten müssen.

"Man muss jetzt mal sehen, wie die beiden vom Start wegkommen. Nico hat da natürlich eine Chance mit einem Reifensatz, der 0,6 Sekunden langsamer gefahren wurde", sagte Wolff.

Trick hin oder her: Sollten sich die beiden Rivalen nicht abschießen, wird Mercedes auch den fünften Sieg im fünften Rennen einfahren. Denn Ferrari muss aktuell mehr auf Red Bull als auf Mercedes achten. Oder um es in Rosbergs Worten zu sagen: "Es ist viel Bewegung drin - die einzige Konstante sind wir."

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