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Sebastian Vettel musste sich in Baku mit dem zweiten Rang begnügen
Sebastian Vettel musste sich in Baku mit dem zweiten Rang begnügen © Getty Images

Nach Rang zwei in Baku äußert Vettel einen Verdacht gegen Mercedes. Wolff erklärt, warum Rosberg sein Problem schneller als Hamilton löste. Die Stimmen.

Sebastian Vettel war insgesamt sehr zufrieden mit dem zweiten Platz in Baku - besonders nach den schwachen Trainingsleistungen war am Freitag mit einem Podestplatz für Ferrari noch nicht unbedingt zu rechnen.

Als er dann aber nach dem enormen Vorsprung von Mercedes in Baku gefragt wird, überrascht Vettel mit einer pikanten Antwort. "Ich glaube, Mercedes macht da etwas Cleveres mit den Reifen, um die Regeln ein bisschen zu umgehen", sagte Vettel.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärt nach dem Rennen, warum Sieger Nico Rosberg sein Setting-Problem deutlich schneller als Teamkollege Lewis Hamilton lösen konnte.

Die Stimmen nach dem Rennen in Baku:

Nico Rosberg (Mercedes, Platz 1): "Es war ein fantastisches Wochenende hier. Für mich lief es perfekt. Ich bin zufrieden mit dem Qualifying und mit dem Rennen. Es war ein ganz tolles Gefühl in dem Auto. Ich konnte alles machen damit, es war wie auf Schienen. Ich war sehr, sehr überrascht, dass kein Safety-Car kam. Ich habe jeden Moment darauf gewartet und habe beim Überrunden vor mir immer wieder Duelle mit blockierenden Reifen gesehen und so weiter. Da war ich mir sicher: Jetzt kommt es gleich doch noch."

Sebastian Vettel (Ferrari, Platz 2): "Die Freude über den zweiten Platz überwiegt. Nach einem nicht so guten Start in das Wochenende war es das Beste, was wir hätten rausholen. Natürlich haben noch ein paar Dinge gefehlt, aber es ist nicht so leicht, das schnell zu ändern."

Über die Szene, als er eine Mülltüte erfasste: "Zum Glück habe ich sie nicht ins Gesicht bekommen. Am Freitag hat der Daniel Ricciardo es im Fahrerbriefing gut gesagt: Es ist ein toller Ort, aber es fehlen die Mülltonnen, wo man den ganzen Müll reinschmeißen kann. Wir hatten unheimlich viel Dreck auf der Straße."

Über den Vorsprung von Mercedes in Baku: "Einerseits lag das am Layout der Strecke. Insgesamt haben wir in den langsamen Kurven etwas verloren. Ich glaube, Mercedes macht da – zumindest haben wir den Verdacht – etwas Cleveres mit den Reifen, um die Regeln ein bisschen zu umgehen. Das hilft ein bisschen der Performance auf einer Runde."

Sergio Perez (Force India, Platz 3): "Ich dachte gestern, als ich das Auto gegen die Wand gesetzt habe, was die Jungs in der Garage leisten mussten. Heute war ich dran, Leistung zu bringen. Ich bin so zufrieden, dass dieses Wochenende so toll gelaufen ist. Gleichzeitig hat mich dieses Wochenende glaube ich fünf Jahre älter gemacht."

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 5): "Ich weiß nicht, ob ich die Lösung gefunden habe oder ob es das Team war. Ich habe die ganze Zeit auf das Lenkrad geschaut und irgendetwas hat nicht gestimmt. Das Problem war, dass die Power fehlte. Gegen Ende hat es sich dann aber selbst gelöst. Am Schluss habe ich den Motor runtergeschraubt, weil ich ja nicht so viele Motoren über habe für die restliche Saison."

Nico Hülkenberg (Force India, Platz 9): "Beim Start bin ich eigentlich gut weggekommen, aber am Ausgang der ersten Kurve hat mich jemand getroffen und ich habe mich fast gedreht. Ich habe direkt wieder ein paar Positionen verloren und musste erst durch den Verkehr durch. Wir hatten die klare Intention, die Einstopp-Strategie zu machen. Das ging eine Zeit lang gut - aber am Ende habe ich dann aus dem letzten Loch gepfiffen und war froh, das Auto überhaupt auf der Strecke zu halten."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Wir hatten bei beiden Autos das gleiche Setting-Problem. Nico hat das schnell gelöst, für ihn war es auch einfacher, weil er einen Switch-Change gemacht hat. Bei Lewis war das deutlich komplizierter. Nach 12 Runden hatte er wieder Leistung, aber es war schon zu spät. Nico hat einen tollen Job gemacht. Es gab Aussetzer, die Energie wurde nicht richtig geladen. Ich glaube, Ferrari hatte ähnliche Probleme. Aber wir konnten die Fahrer nicht über Funk unterstützen."

Niki Lauda (Mercedes-Aufsichtsratschef): "Es war es eine Diskussion über Motoreinstellungen. Beide Fahrer hatten das Problem, Nico konnte es aber schneller lösen. Lewis konnte auch den Speed nicht aus dem Auto holen, da er im Verkehr steckte. Ich fürchte, der Vorsprung, den wir heute hier hatten, wird in Österreich nicht so groß sein."

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