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Nico Rosberg blieb im zweiten Training nur die Rolle des Zuschauers
Nico Rosberg blieb im zweiten Training nur die Rolle des Zuschauers © Getty Images

Silverstone - Lewis Hamilton gibt im Training in Silverstone das Tempo vor. Nico Rosberg erlebt dagegen einen Rückschlag. Auch bei Sebastian Vettel läuft nicht alles rund.

Lewis Hamilton machte den ersten Trainingstag der Formel 1 zum Auftakt des britischen Grand Prix in Silverstone zu einer unwiderstehlichen Ein-Mann-Show, bei der sein ungeliebter Mercedes-Kollege Nico Rosberg am Ende buchstäblich nur noch Zuschauer war.

Als Hamilton im zweiten freien Training unter dem grauen britischen Himmel Runde um Runde in den Asphalt brannte, saß Rosberg in der Box und sah seinen Mechanikern zu, die fieberhaft ein nicht identifiziertes Problem an seinem Auto zu lösen versuchten.

"Dieses Problem erfordert weitere Untersuchungen, die wir nicht während der Trainings-Session erledigen können", hieß es in einem Statement von Mercedes. Teamchef Toto Wolff gab anschließend Entwarnung: "Wir sind sehr sicher, dass Nico am Samstag keine Probleme mehr haben wird. Wir wollten heute nur verhindern, dass der Motor Schaden nimmt."

Rosberg gab sich dann auch sehr entspannt. "Ich hatte eine gute erste Session", sagte er, "wir waren sehr schnell unterwegs, und es sieht so aus, dass es wieder ein gutes Duell zwischen Lewis und mir wird." Er werde sich "ansehen, was Lewis heute herausgefunden hat, und das für mich umsetzen".

Mercedes dominiert erneut

Zumindest im ersten Training am Morgen konnte Rosberg als einziger Konkurrent Hamiltons Pace mitgehen. Nur diese beiden blieben am Ende unter 1:32 Minuten, Hamilton konnte seine Tagesbestzeit von 1:31,654 nachmittags nicht mehr verbessern und lag in 1:31,660 knapp darüber.

Rosberg war in der Kombination beider Durchgänge mit seinen morgens gefahrenen 1:31,687 Zweiter, dahinter folgten die beiden Red Bull mit Daniel Ricciardo  (1:32,051) und Max Verstappen (1:32,286).

Ferrari-Star Sebastian Vettel ist in 1:32,570 vorläufig Sechster hinter Nico Hülkenberg im Force India (1:32,492), der seine gute Performance aus dem ersten Durchgang ebenfalls nicht verbessern könnte und am Nachmittag deutlich langsamer unterwegs war.

Siebter wurde Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen, der durchaus etwas zu feiern hatte. Am Freitagmorgen war bekannt geworden, dass Ferrari auch im kommenden Jahr auf den Finnen setzt.

Hamilton stört Drohung nicht

Hamilton zeigte sich derweil vollkommen unbeeindruckt von dem Warnschuss, den die Mercedes-Teamleitung unter Einbeziehung von Daimler-Chef Dieter Zetsche in Richtung ihrer beiden Fahrer abgegeben hatte.

"Lewis hat keine Angst vor dem großen bösen Wolff", titelte die Daily Mail, und "LH44" ließ auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass diese Einschätzung genau die richtige ist.

Mit einem fast spöttischen Lächeln hatte er in der Auftakt-Pressekonferenz alle Fragen in diese Richtung abgeschmettert. Das eigene Schicksal habe schließlich "immer in unseren eigenen Händen gelegen, und das ist jetzt nicht anders", versicherte er: "Es gibt keine Teamorder, wir dürfen frei fahren, das ist doch etwas, worüber sich jeder freuen sollte. Also freut euch."

Fieberhafte Suche an Rosbergs Auto

Zumindest die Freude von Rosberg dürfte am Freitag zwischenzeitlich getrübt gewesen sein. Fieberhaft arbeiteten die Mercedes-Mechaniker an seinem Auto, das abfallende Leistungswerte gezeigt hatte.

Der Unterboden des Mercedes wurde demontiert, nach einem möglichen Leck in der Hydraulik gesucht. Zunächst identifizierte das Team ein Leck in der Wasserversorgung als Ursache, es gelang jedoch nicht, rechtzeitig Abhilfe zu schaffen.

Auch Vettel hatte die morgendlichen Runden nicht problemfrei absolviert. "Es war irgendwas mit dem Getriebe", berichtete der Hesse anschließend.

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