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Die beiden Deutschen bildete einst eine Fahrerpaarung bei Silber. Auch damals gab es Psychoduelle. Rosberg fühlte sich benachteiligt, wusste sich aber zu wehren.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton liefern sich bei Mercedes seit Jahren eine Fehde. Doch das Psychodell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton war kein Einzelfall. Denn nun offenbarte Rosberg, dass auch in der gemeinsamen Zeit mit Michael Schumacher nicht immer eitel Sonnenschein herrschte.  

Mit dem siebenmaligen Weltmeister bildete Rosberg von 2010 bis 2012 eine Fahrerpaarung bei Mercedes. Der Emporkömmling gegen den Rekord-Champion, ein Duell der Generationen.

Selbst wenn es Rosberg als Menschen und Rennfahrer gestählt haben mag - es gab viele Situationen in dieser Zeit, unter denen der heutige WM-Anwärter litt.

"Michael wird dich in Grund und Boden fahren"

In seiner Kolumne in der Bild berichtet Rosberg jetzt von mangelndem Respekt innerhalb des Teams: "Wenn Michael reinkam, schauten alle von ihren Computern auf. Wenn ich reinkam, passierte nichts."

Selbst Weggefährten hatten ihm im Duell mit Schumacher wenig Chancen gegeben. Während der Wintertestfahrten sei sein ehemaliger Williams-Chef Patrick Head zu ihm gekommen, schreibt Rosberg: "Er sagte: 'Michael wird dich in Grund und Boden fahren, so etwas hast du noch nicht erlebt.'"

Toiletten-Duell mit Schumacher

Worte, die damals an Rosbergs Selbstvertrauen nagten - genauso wie die Psychospielchen seines Teamkollegen. 

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Kurz vor einem Qualifikationstraining beim GP in Monaco eilte Rosberg zur Toilette. Schumacher war bereits da, verbarrikadierte sich im Toilettenhäuschen. "Er hat so lange getrödelt, bis (...) er gerade noch rechtzeitig ins Auto schlüpfen konnte, um rauszufahren. Ich sollte mit voller Blase ins Qualifying gehen", schreibt Rosberg.

Die damalige Nachwuchshoffnung wehrte sich auf seine Weise: "Nicht mit mir. Ich habe in einen Eimer neben dem Klo gepinkelt."

"Das war zu viel"

Vielleicht war diese in der Not geborene Aktion der persönliche Wendepunkt für Nico Rosberg bei den Silbernen. Hätte er sich der Übermacht Schumacher gebeugt - vermutlich wäre es nie was geworden mit einer erfolgreichen Karriere, mit einem Spitzenfahrer. 

Doch Rosberg reifte, je mehr ihm Schumacher das Leben schwer machte. 

In der Qualifikation zu einem Grand Prix im Jahr 2010 landete Rosberg auf Platz vier, Schumacher wurde nur Zwölfter. Die Ingenieure bei Mercedes schien das nicht zu interessieren, sie tüftelten vornehmlich an Schumachers Rennstrategie. Rosberg drohte ein weiteres Mal hinten rüber zu fallen. 

"Dank Michael ein richtiger Rennfahrer geworden"

"Das war zu viel. Ich ging zu Technik-Direktor Ross Brawn und sagte ihm, dass ich auch noch da bin, und zwar auf Startplatz vier. Von da an war ich im Team existent", erinnert sich Rosberg. 

Von da an war der Weg frei für ihn. Er hängte Schumacher in der Fahrerwertung ab, entwickelte in den Jahren nach ihm zu einem Titelaspiranten. Es mag sich komisch anhören, aber vielleicht hatte auch Schumacher einen Anteil daran. 

"Ich glaube, durch Michael bin ich ein richtiger, kompletter Rennfahrer geworden", schreibt Rosberg in der Bild

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