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Nico Rosberg
Nico Rosberg liegt in der Fahrerwertung auf dem zweiten Rang © Getty Images

Hockenheim - Cool trotzt Nico Rosberg allen Problemen und setzt in Hockenheim eine Familientradition fort. Sein Teamkollege Lewis Hamilton baut vor dem Rennen Druck auf.

Nico Rosberg ballte kurz die Faust, entstieg seinem Silberpfeil und winkte gut gelaunt in die Menge.

Nach seiner Heim-Pole ließ sich der Deutsche von den Fans am Hockenheimring feiern.

Bereits ein Vorgeschmack auf das Rennen am Sonntag (ab 13.45 Uhr im LIVETICKER)?

Mentale Balance gefunden

Fakt ist: Rosberg hat in Hockenheim die richtige mentale Balance gefunden.

Dabei verlor er erst vor einer Woche in Budapest die WM-Führung an seinen Mercedes-Teamrivalen Lewis Hamilton. Entsprechend groß ist der Druck, nicht mit wachsendem Rückstand in die vierwöchige Sommerpause zu gehen.

Doch Rosberg, der mit einem Sieg die WM-Spitze zurückerobern kann, spricht lieber von "einer großen Freude", in Hockenheim vor Familie, Freunden und Fans zu fahren.

Man muss es ihm abnehmen.

Rosberg beweist Nervenstärke

In allen Trainingseinheiten bestach Rosberg mit Bestzeiten, im Qualifying bewies er dazu noch enorme Nervenstärke.

Als er aufgrund von Elektronikproblemen nur eine Chance für seine schnellste Runde hatte, blieb er ohne Fehl und Tadel und verdrängte Hamilton noch auf Startplatz zwei.

"Ich hatte nur noch diesen einen Versuch", sagte Rosberg mit einem strahlenden Lächeln: "Es war eine tolle Runde, es ist ein tolles Gefühl."

Pole 30 Jahre nach Vater Keke

Was in Hockenheim noch für Rosberg spricht: Er hat den Sieg vom letzten Rennen in Hockenheim 2014 noch in frischer Erinnerung.

"Diese Strecke ist für mich ein ganz besonderer Fleck", sagte Rosberg: "Ich erinnere mich hier an ganz viele schöne Erlebnisse."

Mit Startplatz eins setzte Rosberg übrigens auch die Familientradition fort. 30 Jahre zuvor hatte Vater Keke Rosberg in Hockenheim seine letzte Pole geschafft.

"Er hat mir gratuliert, dass ich cool geblieben bin", verriet sein Sohn nach dem Qualifying.

Rosberg hat letzten Start analysiert

Zu sicher sein darf sich Rosberg vor dem Rennen aber nicht.

Auch in Budapest ging er von Startplatz eins ins Rennen und musste Hamilton in der ersten Kurve den Vortritt lassen.

"Ich habe den Start analysiert und werde daraus lernen", sagte Rosberg. Was genau, wollte er nicht verraten, nur soviel: "Diesmal muss ich nach der ersten Kurve vorne sein."

Hamilton: "Man kann sehr gut überholen"

Spannung ist für das Rennen jedenfalls garantiert. "Nico und Lewis bleiben sich wirklich nichts schuldig", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Das interne Teamduell werden die Mercedes-Verantwortlichen auch mit entsprechend bangen Blicken verfolgen. Die letzte Kollision in Spielberg liegt noch nicht lange zurück.

Hamilton baute bereits unmittelbar nach dem Qualifying direkt wieder Druck auf Rosberg auf. "In Hockenheim kann man sehr gut überholen", sagte der britische Weltmeister: "Auf kaum einem Kurs ist es einfacher."

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