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Der "Halo"-Cockpitschutz wird vorerst nicht eingeführt © Getty Images

Bernie Ecclestone erkennt im Cockpitschutz Halo "nicht viel Positives" und lehnt die Einführung ab. Zuvor hatte Sebastian Vettel umsonst ein Umdenken gefordert.

Die Formel 1 hat trotz der Forderung nach mehr Sicherheit die Einführung des Cockpitschutzes "Halo" zur kommenden Saison abgelehnt.

Zur Saison 2018 soll aber eine noch nicht näher definierte Art des Kopfschutzes an den Autos installiert werden. Das teilte die Strategiegruppe mit Vertretern der Teams, des Weltverbandes FIA und der Rechteinhaber nach ihrer Sitzung am Donnerstag in Genf mit. Damit entschied das Gremium gegen den Willen der Fahrer, die sich mit großer Mehrheit schon zur neuen Saison die Schutzvorrichtung wünschen.

Zudem setzte die Strategiegruppe das zuletzt heftig kritisierte Funkverbot mit sofortiger Wirkung fast komplett außer Kraft. Schon ab dem Großen Preis von Deutschland am Sonntag  (14 Uhr im LIVETICKER) in Hockenheim ist der Boxenfunk nur noch auf der Einführungsrunde eingeschränkt.

In Bezug auf den Cockpitschutz sagte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone der BBC, man müsse "die Details genauer anschauen. Wenn man auf die Pros und Contras schaut, haben wir nicht viel Positives entdeckt." Der "Halo" bleibe zwar die bevorzugte Lösung, es sollen aber weiterhin andere Möglichkeiten geprüft werden, teilte die FIA mit.

Die Mehrzahl der Piloten hatte sich nach anfänglichem Widerstand zuletzt vehement für den Halo ausgesprochen. Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel etwa machte sich am Donnerstag noch einmal in deutlichen Worten für die Einführung stark. "Wir Fahrer haben abgestimmt, und 95 Prozent waren für den 'Halo'", sagte der Ferrari-Pilot.

Vor allem wegen der für ein Formel-Auto ungewöhnlichen Optik ist der "Halo" nach wie vor ein Streitpunkt. "Natürlich gefällt uns allen nicht, wie er aussieht, aber nichts rechtfertigt den Tod eines Rennfahrers", sagte Vettel: "Es sind viele Dinge passiert. Und es wäre wohl das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass man eine Lektion erhält und nichts daraus lernt. Wir haben die Chance, die Sicherheit zu verbessern, und alles andere wäre dumm."

Zuletzt hatte der Weltverband FIA eine um 17 Prozent höhere Überlebenschance durch den "Halo" (deutsch: Heiligenschein) bei den verschiedensten Unfallszenarien errechnet. Das Konzept umfasst zwei Streben aus Titan, die seitlich am Cockpit nach vorne geführt und in der Mitte von einer Hauptstrebe gestützt werden.

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