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Der Deutschland-GP in Hockenheim ist für die Betreiber ein finanzielles Risiko
Der Deutschland-GP in Hockenheim ist für die Betreiber ein finanzielles Risiko © Getty Images

Die Betreiber des Hockenheimrings schlagen Alarm. Das finanzielle Risiko bei der Durchführung von Formel-1-Rennen ist zu hoch. Er gibt nur eine Alternatvie.

Die Betreiber des Hockenheimrings fordern angesichts der hohen Antrittsgebühren für die Formel 1 ein Umdenken in Bezug auf Vergabe und Organisation der Rennen.

Nur wenn die Strecken die vorgeschriebenen Abgaben wie im Fall von Hockenheim von angeblich zwölf bis 15 Millionen Euro nicht mehr alleine stemmen müssten, seien auch in Zukunft Rennen der Königsklasse in Deutschland möglich.

Risiko zu hoch

"Es kann nicht sein, dass wir die Spielwiese stellen und andere das Geld verdienen", sagte Georg Seiler, Geschäftsführer des Hockenheimrings, im Gespräch mit motorsport-magazin.com: "Zumindest in Deutschland wird es in Zukunft so aussehen, dass ohne Risikoabdeckung keine Formel 1 mehr gefahren wird."

Nach dem Rennen am vergangenen Sonntag hat Hockenheim nur noch einen Vertrag für die Saison 2018. "Für 2018 gehe ich davon aus, dass wir den Vertrag erfüllen, nach dem jetzigen Stand in jedem Fall", sagte Seiler. 60.000 Zuschauer hatte er angepeilt, um das Rennen ohne Verlust auszurichten, letztlich kamen 57.000 Fans am Sonntag.

Gewinn kaum möglich

Für das Gastspiel der Formel 1 müssen die Betreiber derzeit eine fixe Summe an die Rechteinhaber um Bernie Ecclestone zahlen, die unabhängig von den Einnahmen ist. Angeblich beträgt diese Abgabe für Hockenheim derzeit zwischen zwölf und 15 Millionen Euro.

Angesichts des gesunkenen Zuschauerinteresses besteht für die Streckenbetreiber allerdings kaum noch die Möglichkeit, das Geld wieder einzuspielen. Daher fiel 2015 der Grand Prix am Nürburgring schon aus.

Alleine nicht stemmbar

Mit Blick auf die Zeit ab 2019 ist Seilers Standpunkt klar. "Die Formel 1 gehört zu Hockenheim und soll in Hockenheim bleiben", sagte er. Es sei aber "nicht einzusehen, dass eine Traditionsrennstrecke, die keine Unterstützung bekommt, für den Sport Geld drauflegen soll".

Die Königsklasse in Deutschland könne es in Zukunft daher nur als Gemeinschaftsprojekt geben. "Dann müssen sich Hersteller, Land und andere Sponsoren, die die Formel 1 wollen, so wie wir, überlegen, wie sie unterstützend dazu beitragen können", sagte Seiler.

Für das kommende Jahr, das ursprünglich für den Nürburgring geblockt war, sei ein Einspringen Hockenheims weiter nur unter einer Bedingung denkbar: "Nur ohne jegliches Risiko für uns. Das Risiko ist 2018 wieder gegeben."

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