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Auch mal zu Gast bei Bayerns Basketballer: Chase Carey neben Uli Hoeneß
Auch mal zu Gast bei Bayerns Basketballern: Chase Carey (r.) neben Uli Hoeneß © Getty Images

Chase Carey steigt zum neuen Macher der Formel 1 auf - und geht einen Pakt mit dem Rivalen seines Chefs Rupert Murdoch ein. Investoren und Fans in Europa dürfte es freuen.

Mit dem Verkauf der Formel 1 an Liberty Media steigt Chase Carey zum neuen Macher der Königsklasse auf.

Anders als vermutet ist der 62 Jahre alte Schnauzbartträger aber nicht der Nachfolger von Bernie Ecclestone, sondern dessen neuer Chef.

Ecclestone bleibt bis 2019 operativer Geschäftsführer, Carey steht künftig der Formel-1-Dachgesellschaft Delta Topco vor.

Murdochs rechte Hand

Dass Carey nun Erfüllungsgehilfe von John Malones Liberty Media wird, ist erstaunlich. Schließlich dient er als Vizepräsident des Medienunternehmens 21st Century Fox dessen großen Rivalen Rupert Murdoch, war lange Zeit dessen rechte Hand.

Carey sollte Murdoch, 2016 bei Forbes auf Platz 35 der weltweit mächtigsten Personen, als Vorsitzender der Firmentocher News Corporation beerben - bis die von ihm ausgebildeten Murdoch-Söhne James und Lachlan das Familienimperium übernehmen.

Doch von diesem Plan hat er im Sommer Abstand genommen. Vielleicht auch, um mit dem kompromisslosen Malone zu paktieren, den der ehemalige Vizepräsident der USA, Al Gore, mal als "Darth Vader" der Kabel-Industrie titulierte.

Memorabilia von den Yankees

Auch Carey gilt als harter Hund, der selbst Typen wie Ferrari-Präsident Sergio Marchionne oder auch Ecclestone, "zum Frühstück verspeist", sagen Geschäftsleute, die mit Carey zu tun hatten.

Gleichwohl ließ Ecclestone mitteilen: "Ich begrüße Liberty Media und Chase Carey in der Formel 1 und freue mich darauf, mit ihnen zu arbeiten."

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Carey, Top-Manager der internationalen Pay-TV-Gruppe Sky und von 2010 bis 2013 Aufsichtsratschef von Sky Deutschland, ist ein glühender Sportfan. Noch heute stehen in seinem Büro Sitzplätze aus dem alten Yankee-Stadion.

Ein Ende des Europa-Exodus?

Der Harvard-Abolvent steht im Ruf, keine leeren Versprechungen abzugeben und die Interessen der Investoren konsequent zu verfolgen.

Zuletzt machte er Hoffnung, dass der von Ecclestone forcierte Exodus der F1 aus Europa ein Ende hat: "Neue Märkte stellen für einen globalen Sport natürlich Chancen dar. Davon sind wir auch begeistert. Aber ich möchte klarstellen, dass die etablierten Märkte - und da besonders Europa als Heimat und Fundament der Formel 1 - von entscheidender Bedeutung sind."

Außerdem werde er stärker als Social-Media-Verweigerer Ecclestone auf digitale Verbreitungswege setzen, um die Rennserie jüngeren Fans wieder schmackhafter zu machen.

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