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F1 Grand Prix of Mexico
Gutes Omen? Nico Rosberg gewann im letzten Jahr den Prand Prix von Mexiko © Getty Images

Mexiko-Stadt und München - Nico Rosberg kann in Mexiko vorzeitig Weltmeister werden. Doch was muss dazu passieren, und warum ist der Grand Prix in Mexiko so besonders? Fragen und Antworten.

Das Formel-1-Jahr biegt auf die Zielgerade ein, und das 19. von 21 Rennen dieser längsten Saison der Geschichte ist ein besonderes: Der Große Preis von Mexiko findet nach seiner eindrucksvollen Rückkehr 2015 erst zum zweiten Mal in diesem Jahrtausend statt - am Sonntag (ab 19.30 Uhr im LIVETICKER) erwarten die Veranstalter die gleiche Begeisterung und noch mehr Fans als im vergangenen Jahr.

- Worum geht's?

Endlich kann man das mal sagen: Es geht um die Weltmeisterschaft! Erstmals in diesem Jahr kann die WM entschieden werden, und zwar zugunsten von Nico Rosberg: Der Mercedes-Pilot hat sich mit fahrerischem Können, Konstanz und Nervenstärke diese vorzeitige Chance auf seinen ersten WM-Titel verdient. Sein Teamrivale Lewis Hamilton, der Weltmeister, hatte in diesem Jahr viel Pech, machte aber auch viele Fehler. Nun ist er zum Siegen verdammt.

- Was wäre, wenn...?

26 Punkte beträgt Rosbergs Vorsprung auf Hamilton, eine komfortable Führung: Gewinnt der Deutsche am Sonntag das Rennen und Hamilton kommt nicht über den zehnten Platz hinaus, dann ist Rosberg vorzeitig Weltmeister. Ein völlig unwahrscheinliches Szenario? Eigentlich nicht. Immer wieder wurde Hamilton zuletzt von technischen Defekten heimgesucht, bei seinem Sieg am vergangenen Sonntag in Austin habe er "nur gehofft, dass das Auto hält", sagte der Engländer daher.

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Und geschieht wieder etwas, dann kann alles ganz schnell gehen - selbst, wenn Hamilton erst in der letzten Runde als Führender ausscheidet. Läuft aber alles normal, wird die Entscheidung noch auf sich warten lassen. Dann gilt: Zwei zweite Plätze und ein dritter Rang reichen Rosberg in den letzten Rennen auf jeden Fall zum Titel.

- Also alles ganz einfach für Rosberg?

Es ist zumindest nicht so unkompliziert, wie es scheint. Rosberg befindet sich in einer "schwierigen Situation", das sagt auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Er darf auch keinen Fall ausscheiden, dann sind all seine Vorteile dahin. Hamilton wird nun aggressiv auf Sieg fahren, zumindest aus grobem Ärger mit dem Teamkollegen kann sich Rosberg zwar heraushalten.

Platz zwei würde ja genügen. Doch die früheren Weltmeister von Red Bull Racing wurden in den vergangenen Rennen immer stärker, der zweite Platz ist daher längst nicht mehr selbstverständlich: Auch um diesen muss Rosberg möglicherweise hart kämpfen, und dann wird es riskant. Zumal Regen am Rennsonntag alles durcheinander bringen könnte.

- Was macht eigentlich Sebastian Vettel?

Mit einer Aussage baute der viermalige Weltmeister zuletzt allen Fragen vor: "Ich sehe immer noch einen Sinn darin, in diesem Jahr auf die Strecke zu gehen", sagte der Ferrari-Pilot, dann schob er nach: "Wir können auch schon viel für das kommende Jahr lernen."

Denn genau darum geht es noch. Die Saison 2016 ist bei Ferrari wohl abgehakt, selbst Rang zwei in der Teamwertung ist gegen Red Bull kaum noch zu erreichen. Und Teamchef Maurizio Arrivabene bestätigte zuletzt schon: Alles, was jetzt noch am Auto verändert wird, soll Aufschlüsse für 2017 geben.

- Warum ist Mexiko so besonders?

Die Rückkehr der Formel 1 im vergangenen Jahr war ein Triumph für den Sport. Über 100.000 begeisterte Fans am Rennsonntag, der stimmungsvollste Abschnitt der Strecke führt durch ein altes Baseball-Stadion, die Siegerehrung findet vor vollen Tribünen statt. "Da fühlt man sich wie ein Rockstar", sagte Vorjahressieger Rosberg. Und während an anderen Standorten im zweiten Jahr die Begeisterung nachlässt, wurden in Mexiko nun zusätzliche Tribünen errichtet - die Veranstalter rechnen mit 120.000 Fans am Sonntag.

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