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AUTO-PRIX-MEX-F1-PODIUM
Lewis Hamilton (r.) gibt sich im WM-Kampf gegen Nico Rosberg nicht geschlagen © Getty Images

Mexiko-Stadt - Nico Rosberg muss sich beim Großen Preis von Mexiko hinter Lewis Hamilton mit Platz zwei zufrieden geben. Der Deutsche befindet sich dennoch weiter auf Titelkurs.

Mit einem Siegerlächeln feierte Nico Rosberg seinen zweiten Platz, in perfektem Spanisch dankte er Tausenden mexikanischen Fans, und wie ein Gewinner verspritzte er den Champagner - mit Rang zwei hinter seinem Teamrivalen Lewis Hamilton in Mexiko-Stadt hat der Mercedes-Pilot sich den Matchball für seinen ersten WM-Titel gesichert.

Ein Sieg in zwei Wochen in Sao Paulo, und Rosbergs Triumph ist vorzeitig perfekt. (Rennkalender der Formel 1)

"Was geht ab Mexiko?", brüllte der 31-Jährige den vollbesetzten Tribünen entgegen: "Lewis war heute zu schnell, also musste ich den zweiten Platz holen. Damit bin ich sehr zufrieden."

Hamilton war das ganze Wochenende stark gewesen, holte das Maximum heraus, doch es bleibt dabei: Aus eigener Kraft kann der Engländer seinen Titel nicht mehr erfolgreich verteidigen.

Rosberg weiter auf Titelkurs

Rosberg hat 19 Punkte Vorsprung, in Brasilien (13. November) und Abu Dhabi (27. November) genügen daher ein zweiter und ein dritter Rang selbst dann, wenn Hamilton weiterhin alles gewinnt. (Fahrerwertung der Formel 1)

Für größere Spannung hätte indes Max Verstappen sorgen können, doch dem starken Red-Bull-Piloten fehlte auf der Jagd nach Rosberg das Glück - und letztlich verlor er auch den sicher geglaubten Rang drei zunächst an Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.

Kurz nach Zieleinlauf bekam Verstappen eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt, er hatte sich auf der Strecke gegen Vettel unfair zur Wehr gesetzt. "Ich habe im Auto viel geflucht", sagte Vettel: "Ich war sehr enttäuscht als ich ins Ziel kam."

Verstappen rutschte noch hinter seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo (Australien) auf Rang vier, eine Tatsache, die Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko ganz und gar nicht verstand.

Red Bull fühlt sich schlecht behandelt

"Es ist jammerschade, dass ein so tolles Finish so entwertet wird", sagte er bei Sky: "In der ersten Runde ist Lewis Hamilton ebenfalls neben der Strecke gewesen und hat trotzdem seinen Platz behalten."

Wenige Stunden nach dem Rennen wurde Vettel wegen eines "potenziell gefährlichen" Manövers seinerseits mit einer Zehn-Sekunden-Strafe bedacht, was schlussendlich Rang fünf für ihn bedeutete.

Verstappen maulte derweil über Vettel: "Er sollte mal zur Schule gehen und Sprachverhalten lernen, er ist immer so frustriert und schimpft so viel."

Nico Hülkenberg (Force India) wurde durch eine späte Kollision um den sechsten Platz gebracht und war am Ende Siebter hinter Kimi Räikkönen (Finnland/Ferrari). (Das Rennen zum Nachlesen im Ticker)

Ein eigentlich vielversprechendes Wochenende endete für Pascal Wehrlein indes schon in Runde eins nach einer unverschuldeten Kollision.

Hamiltons Befürchtung tritt nicht ein

Vor dem Rennen hatte Rosbergs theoretische Chance auf den vorzeitigen Triumph in Mexiko eine große Rolle gespielt - dazu hätte Hamilton allerdings ausscheiden und der Deutsche den Sieg holen müssen.

In den Gedanken des Engländers spielte dieses Szenarios angesichts seiner jüngsten Pechsträhne mit vielen Defekten durchaus eine große Rolle. "Ich hoffe und bete, dass mein Auto stabil bleibt", sagte Hamilton, dieses Gefühl der Unsicherheit begleite ihn nun.

Und auf den ersten Metern des Rennens wirkte Hamilton dann auch ganz und gar nicht sicher. Zwar verteidigte er am Start seine Pole Position, doch beim Versuch die ebenfalls schnellen Verfolger Rosberg und Verstappen in Schach zu halten, leistete er sich vor der ersten Kurve einen kapitalen Verbremser - mit einer Abkürzung über den Grünstreifen hielt er sein Auto im Rennen.

Rosberg und Verstappen behaken sich

Dahinter ging es hoch her, Verstappen bremste ebenfalls spät und schob sich neben Rosberg, berührte dessen Silberpfeil und zwang ihn für einen Moment von der Strecke.

Der Vorfall wurde von der Rennleitung untersucht, blieb aber ohne Folgen. So absolvierte Hamilton vor Rosberg und Verstappen die ersten Kilometer und konnte sich schnell etwa fünf Sekunden Vorsprung herausfahren.

Für Rosberg braute sich indes ein Problem zusammen: Beide Red Bull hatten früh gestoppt und verkleinerten nun die Lücke auf den Mercedes-Mann - zunächst schien es, als würden sie bei Rosbergs anstehendem Stopp beide vorbeiziehen.

Doch im entscheidenden Moment blieben Verstappen und Ricciardo im Verkehr stecken, verloren Zeit, und Rosberg blieb auch nach dem Reifenwechsel vor den Verfolgern.

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