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F1 Grand Prix of Mexico - Qualifying
Lewis Hamilton hat in seiner Karriere bereits 51 Formel-1-Rennen gewonnen © Getty Images

Lewis Hamilton hat im Kampf um den WM-Titel noch nicht aufgegeben. In Interviews vor dem Großen Preis von Brasilien reagiert er scharf auf die Kritik an seinem Lebenswandel.

Lewis Hamilton ist in einer für ihn ungewohnten Situation. Anders als bei seinen beiden vorangegangenen Formel-1-Titeln hat es der Brite in diesem Jahr zwei Rennen vor Saisonende nicht mehr selbst in der Hand, am Ende ganz oben auf dem Podest zu stehen.

19 Punkte liegt der ungeliebte Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg vor dem Großen Preis von Brasilien (So., ab 17 Uhr im LIVETICKER) vor ihm. Sollte Rosberg am Sonntag siegen, ist Hamilton den WM-Titel vorzeitig los. 

In Interviews mit verschiedenen Medien gibt sich der 31-Jährige kämpferisch, und reagiert auch auf die zuletzt häufiger werdende Kritik an seinem Verhalten abseits der Rennstrecke. 

Sollte er in Sao Paulo nicht siegen, spricht nur noch wenig für eine Titelverteidigung - ein gefundenes Fressen für Hamiltons Kritiker. 

Diese bemängeln schon seit längerem, dass Hamilton nicht fokussiert genug auf die Formel 1 sei und zu viel Zeit in sein des Öfteren ausschweifendes Privatleben investiere.  

Hamilton weist diese Spekulationen zurück. Es habe Zeiten gegeben, wo er auf einer Veranstaltung oder Party vor dem Rennwochenende gewesen ist, sagte er dem Bleacher Report. Dies sei aber nicht der entscheidende Faktor dafür, wie dann das Rennwochenende verlaufe.

Songs schreiben bis 3 Uhr nachts

In einem Interview mit dem britischen Magazin City A.M. wurde Hamilton etwas deutlicher: "Musik ist meine große Leidenschaft. Oft bleibe ich vor einem Rennen bis drei Uhr auf und schreibe Songs. Trotzdem bin ich der Schnellste, wenn ich am Tag danach ins Auto steige. Das ist das beste Gefühl."

Abgelenkt fühle er sich dadurch aber nicht. "Erzählt mir nicht, was ich kann und was ich nicht kann. Ich kann in einer Woche in zehn verschiedenen Ländern sein. Aber wenn ich an der Strecke auftauche, mache ich alle fertig", entgegnete er den Kritikern. 

"In der Weltmeisterschaft befinde ich mich in einer ungewöhnlichen Position: Ich kämpfe weiter, weiß aber nicht genau, ob es ausreichen wird, um es zu schaffen", sagte Hamilton. "Das eine Ergebnis wäre schmerzhaft, das andere eine große Leistung."

Kämpfen bis zum Schluss

Vorzeitig die weiße Flagge zu hissen, ist aber nicht das Ding des dreimaligen Weltmeisters: "Ich werde weiter Druck ausüben. Seit Beginn meiner Formel-1-Karriere habe ich gesehen, dass sich auch im letzten Augenblick alles ändern kann. Also musst du bis zum bitteren Ende kämpfen."

Bei dem Vorhaben, Rosberg noch den WM-Titel abzuluchsen, kann er aus den jüngsten Ergebnissen Kraft schöpfen. Mit Siegen in den USA und Mexiko hat er seine Meisterschaftschancen am Leben gehalten - doch jetzt folgt das Rennen in Sao Paulo. 

"Ich habe in Brasilien noch nie gewonnen", erklärte der Brite. "Das möchte ich am Wochenende ändern."

Andererseits ist für ihn das Rennen in Sao Paulo ein gutes Omen. 2008 wurde er dort auf den letzten Metern der Saison mit Platz fünf zum ersten Mal Weltmeister.

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