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Lewis Hamilton und Nico Rosberg würdigten sich auf der Pressekonferenz kaum eines Blickes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg würdigten sich auf der Pressekonferenz kaum eines Blickes © Getty Images

Abu Dhabi und München - Die WM-Rivalen Nico Rosberg und Lewis Hamilton präsentieren sich vor dem Saisonfinale angespannt. Hamilton streut bei der PK viele kleine Gemeinheiten ein.

Nicht mal 20 Zentimeter trennten die Ellenbogen von Nico Rosberg und Lewis Hamilton bei der Pressekonferenz vor dem Saisonfinale.

Doch die Distanz zwischen den Titelrivalen hätte größer kaum sein können im ersten Akt zum Formel-1-Showdown in Abu Dhabi (So., ab 13.45 Uhr im LIVETICKER).

So weigerten sich Rosberg und Hamilton trotz Aufforderung von Pressechef Matteo Bonciani den versprochenen Handshake für die Fotografen durchzuführen. Und zeigten dann auch im Gespräch mit den Journalisten, dass die beiden nicht mehr viel verbindet.

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Kaum ein flüchtiger Blick

Kaum einen flüchtigen Blick tauschten die Rivalen in 30 Minuten aus - obwohl oft genug der jeweils Andere Gegenstand der Fragen war. Es war nicht zu übersehen: Zwischen den einstigen Kart-Kumpels geht es im dritten Jahr in Folge um Alles.

Hamilton, der sich im schwarzen Shirt der Weltpresse stellte und zwischendurch Fotos mit seinem Handy machte, streute immer wieder kleine Sticheleien ein. Immer wieder nah am Rande der Unverschämtheit, ohne sie mit einer offenen Attacke zu überschreiten.

Hamilton: "Er ist recht schnell"

Auf die Frage etwa, welches Rennen von Rosberg er am beeindruckendsten fand, antwortete er: "Ich habe seine Rennen überhaupt nicht gesehen." Er fahre ja schließlich selber. Was ihm ansonsten zu Rosbergs Qualitäten einfiel? "Er ist recht schnell - mehr will ich dazu auch nicht sagen."

Kurz darauf merkte Hamilton dann noch beiläufig an, dass er ohne die rote Flagge das Rennen in Brasilien mit 30 Sekunden Vorsprung gewonnen hätte.

Ein heißes Thema war auch der Mechaniker-Tausch bei Mercedes. Vor der Saison mussten die Crews von Rosberg und Hamilton die Fahrer wechseln. Hamilton deutete an, dass ihm das überhaupt nicht passte: "In zehn Jahren müsst ihr mein Buch kaufen. Dann werdet ihr erfahren, was passiert ist. Da habt ihr dann was Spannendes zu lesen."

Rosbergs Meinung zu Thema? Eine deutlich arbeitgeberfreundlichere: Ja, ungewohnt sei das schon gewesen, "aber für den Teamgeist war es die richtige Sache".

Spiel auf der Psycho-Klaviatur

Hamilton, der Ungeschliffene, Rosberg, der Vernünftige: Einmal mehr wurde an dieser Stelle deutlich, wie sehr sich die Persönlichkeiten der beiden auseinanderentwickelt haben.

Auch Hamilton hielt das fest: "Wir hatten viel gemein, haben Pizza gemocht, Frosties, Mottorradtouren. Ich bin immer noch so, Nico hat jetzt andere Prioritäten."

Reine Tatsachenbeschreibung? Oder wieder eine kleine Gemeinheit? Was auch immer: Hamilton spielte äußerst geschickt auf der Psycho-Klaviatur.

"Es gibt Höhen und Tiefen"

Rosberg ließ dem äußeren Anschein nach alles an sich abprallen. "Respekt ist da, sonst ist es neutral. Es gibt Höhen und Tiefen", kommentierte er sein Verhältnis zu Hamilton. Und gab sich ansonsten selbstsicher und voll bei der Sache.

"Ich konzentriere mich nur auf den Sieg", merkte er an - und versicherte, sich von seinem Zwölf-Punkte-Vorsprung nicht einlullen lassen zu wollen: "Ich bin hier, um zu gewinnen. Und da fahre ich sicher nicht konservativ."

Hamilton gewiss auch nicht.

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