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Nico Rosberg fuhr in den letzten neun Rennen dieser Formel-1-Saison aufs Podium
Nico Rosberg fuhr in den letzten neun Rennen dieser Formel-1-Saison aufs Podium © Getty Images

Nico Rosberg beweist beim Finale in Abu Dhabi, dass sein WM-Titel verdient ist, und straft damit die Kritiker Lügen. Rosbergs Beharrlichkeit imponiert. Der SPORT1-Kommentar.

Wer Nico Rosberg nach dem Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi sah und hörte, der musste fast Mitleid bekommen. So erledigt wirkte der neue Champion. Gleichsam wurde einem über die Maßen deutlich, wie groß der Druck war, der auf ihm gelastet hatte.

Dass Rosberg diesem Stand hielt, verdient den allerhöchsten Respekt. Er hat seine große Chance, die auch die letzte für ihn hätte sein können, genutzt. Sein Weltmeistertitel ist hochverdient.

Weil Rosberg das ganze Jahr über der konstanteste Fahrer war. Weil er sich die wenigsten Fehler erlaubte. Weil er klug taktierte, wenn der Sieg nicht in Reichweite war. Weil er zuschnappte, wenn er es war. Und weil er Mut bewies, als es im finalen Rennen darauf ankam. 

Auch wegen eines furiosen Manövers gegen Max Verstappen ist Rosberg das Image des ewigen Zweiten nun los. Er ist der dritte deutsche Formel-1-Weltmeister. Die Zweifler sind besiegt.

Mit welcher Beharrlichkeit Rosberg sich seit seinem Debüt in der Königsklasse 2006 letztlich durchsetzte, das imponiert. Von den Anfängen bei den Hinterbänklern von Williams, über eine harte Zeit bei Mercedes im Schatten des großen Michael Schumacher bis hin zum schon auf ewig verloren geglaubten Duell mit Lewis Hamilton.

Der beinharte Brite mit der Gangster-Attitüde ist der wohl undankbarste aller Gegner. Er mag am Limit der etwas stärkere Fahrer sein, auf die Distanz aber steht der vergleichsweise glatt gebügelte Rosberg ihm sportlich in nichts nach.

Und was das Image, den Glamourfaktor oder den Werbewert angeht, sollte sich Rosberg weiter nicht zu viele Gedanken machen. Auch wenn Bernie Ecclestone lieber Lebemann Hamilton als Champion gesehen hätte.

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Nach zehn Jahren Formel 1 ist Rosberg am Ziel. Zehn Jahre, in denen es ihm herzlich wenig half, einen berühmten Namen zu haben, wie seine Kritiker gerne anführen. Natürlich hatte er es als Weltmeistersohn einfacher, im Motorsport Fuß zu fassen.

Und bis sich seine deutschen Landsleute mit ihm so identifizieren wie sie es mit Schumacher und Sebastian Vettel tun, könnte es auch noch einige Jahre und Titel dauern.

Dafür ist Monaco zu wenig Kerpen oder Heppenheim. Doch für seine Herkunft kann der neue Weltmeister ebenso wenig wie für seinen Namen.

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