vergrößernverkleinern
Max Verstappen (l.) und Bernie Ecclestone (r.)
Max Verstappen (l.) und Bernie Ecclestone (r.) im Gespräch kurz vor dem Rennstart in Mexiko © Getty Images

München - Max Verstappen zieht in Mexiko erneut den Zorn von Kollegen und Ex-Fahrern auf sich, sogar eine Sperre des Youngsters wird gefordert. Nur die FIA greift kaum durch.

Als es kurz danach aussah, als ob Max Verstappen erneut straffrei davonkommen würde, platzte Sebastian Vettel der Kragen.

Erst wütete der Ferrari-Pilot in Richtung Verstappen, dann bekam Rennleiter Charlie Whiting sein Fett weg. "Hier ist eine Nachricht für Charlie: Fuck off, honestly, fuck off", tobte Vettel am Boxenfunk.

Der viermalige Weltmeister konnte einfach nicht verstehen, warum immer wieder dieser Verstappen von Strafen verschont bleibt, während beim Rest des Fahrerfelds meist hart durchgegriffen wird.

Danner fordert Rennsperre 

Kurz nach Rennende bekam der Niederländer zwar doch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil er nach seinem Abkürzen den dritten Platz nicht Vettel überlassen hatte - für zwei Ex-Fahrer war aber selbst das viel zu wenig.

"Fünf Sekunden ist die mildeste Strafe, die man ihm geben kann. Ich sage dir, der lernt da nichts dazu. Der braucht ein Rennen Sperre, sonst fährt er beim nächsten Rennen genauso weiter", wetterte RTL-Experte Christian Danner.

"Ein Wiederholungstäter wie er muss jetzt einmal bestraft werden. Ich hätte ihm gleich zehn Sekunden aufgebrummt", schimpfte auch Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda bei Sky und legte nach: "Er ist ein Großkopf. Er glaubt, er macht alles richtig. Es ist eine Arroganz, die ich nicht verstehe."

"Für Verstappen ist es ein Videospiel" 

Die Szene mit Vettel erzürnte Lauda dabei weniger als Verstappens aggressives Manöver am Start, als er WM-Leader Nico Rosberg um ein Haar abgeräumt und so massiv in den Titelkampf eingegriffen hätte.

Für Jacques Villeneuve ein Unding.

"Für Verstappen ist es nur ein Videospiel. Er schießt durch die Mitte wie eine Bowlingkugel und schaut, wie es ausgeht. Und der Höhepunkt ist: Er greift den Piloten an, der gerade um die WM kämpft", sagte der Ex-Weltmeister dem Motorsport-Magazin. Bereits Anfang September hatte er Verstappen geraten "ein wenig runter zu kommen. Du wirst noch einen umbringen."

Auch Rosberg war unmittelbar nach dem Mexiko-GP sauer. "Mein Start war ganz ordentlich, aber dann kam von hinten ein Red-Bull-Kamikaze angeschossen. Im Duell mit Max war es wieder ein bisschen Harakiri von ihm", sagte Rosberg, wenngleich er in seinem Blog etwas später wieder versöhnliche Worte für den Red-Bull-Piloten fand.

Video

FIA schuld an Verstappens Fahrweise?

Für Danner trägt aber gar nicht Verstappen, sondern die FIA die Hauptschuld an dessen Verhalten: "Das Hauptproblem ist, dass die FIA es bis jetzt immer durchgehen ließ."

Tatsächlich war der Formel-1-Troublemaker bis zum Rennen in Mexiko immer straffrei davon gekommen und ist auch auf dem Strafpunktekonto der Fahrer lediglich im Mittelfeld zu finden. Doch warum werden die gefährlichen Manöver von Verstappen so selten bestraft?

Einerseits bewegt sich der 19-Jährige oft gerade so am Limit. Und sollte er - wie in Spa - doch einmal über die Stränge schlagen, ist es sicher von Vorteil, mächtige Befürworter wie Bernie Ecclestone auf seiner Seite zu haben.

F1 Grand Prix of USA
Bernie Ecclestone (l.) im Gespräch mit Max Verstappen (r.) © Getty Images

Verstappen hat mächtige Befürworter

Der Formel-1-Chefpromoter ist ein großer Fan von Verstappen und plaudert praktisch bei jedem Rennen mit dem Riesentalent - so auch kurz vor dem Start in Mexiko. Kein Fahrer erfüllt Ecclestones Wunsch nach mehr Risiko in der Formel 1 mehr als Verstappen mit seiner Fahrweise. 

Dazu schneidet er anders als WM-Leader Nico Rosberg hervorragend bei Ecclestones wichtigstem Argument für die Beliebtheit eines Fahrers ab: der Vermarktung. So soll Verstappen der Formel 1 bereits 500 Millionen Dollar eingebracht haben, da er laut Ecclestone ein wichtiger Faktor für den Deal mit der niederländischen Brauerei Heineken war.

Bei so viel Geld sieht man dann offenbar schon einmal etwas großzügiger über manches Harakiri-Manöver hinweg.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel