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Nico Rosberg (l.) genügt beim Saisonfinale ein dritter Platz zum Titel, selbst wenn Lewis Hamilton gewinnt
Nico Rosberg (l.) genügt beim Saisonfinale ein dritter Platz zum Titel, selbst wenn Lewis Hamilton gewinnt © SPORT1-Grafik: Paul Hänel / Getty Images

München - Nico Rosberg hat beim WM-Showdown in Abu Dhabi viele Trümpfe in der Hand. SPORT1 erklärt welche - liefert aber auch schlagende Argumente für Lewis Hamiltons Triumph.

55 Runden auf dem Yas Marina Circuit trennen Nico Rosberg von der Erfüllung seines Kindheitstraumes. Der erste WM-Titel in der Formel 1 ist dem Mercedes-Piloten sicher, wenn er beim Großen Preis von Abu Dhabi (So., 14 Uhr im LIVETICKER) auf das Podest fährt.

Der Deutsche hat im Duell mit Teamkollege Lewis Hamilton viele Trümpfe. Nach 20 von 21 gefahrenen Rennen liegt der Deutsche in der Fahrerwertung zwölf Punkte vor Hamilton. (Die Fahrerwertung der Formel 1)

SPORT1 erklärt vor dem letzten Saisonrennen, was für Rosberg spricht, liefert aber auch schlagende Argumente für eine erneute Wende im Titelkampf zugunsten von Hamilton:

- PRO ROSBERG:

Rein mathematisch betrachtet ist der Wiesbadener zu 86,5 Prozent durch: In 96 von 111 möglichen Ergebnis-Konstellationen entthront Rosberg seinen Dauerrivalen Hamilton. Mit zwölf Punkten Vorsprung ist Rosberg nicht auf einen Sieg im Wüstenstaat angewiesen. Vielmehr kann er im Rennen taktieren und möglichen Kollisionen aus dem Weg gehen.

Doch der Deutsche will sich nach eigener Aussage nicht zurücknehmen. "Ich muss das Rennen wie jedes andere behandeln. Ich werde alles geben, um die Saison mit einem Sieg abzuschließen", meinte Rosberg vor dem Rennwochenende.

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Gute Erinnerungen an Abu Dhabi

Und der Kurs in Abu Dhabi liegt dem 31-Jährigen. Im vergangenen Jahr stand er am Ende ganz oben auf dem Treppchen und durfte sich über die Rosenwasser-Dusche freuen. In den letzten beiden Saisons sicherte er sich zudem jeweils die Pole Position.

Zusätzliche Motivation dürfte sich Rosberg daraus ziehen, im dritten Jahr in Folge endlich gegen Hamilton die Nase vorne zu haben. Eine erneute Niederlage würde seinen Status als "ewiger Zweiter" endgültig zementieren.

Rosberg scheint also nur ein technischer Defekt aufhalten zu können. Im Gegensatz zu Hamilton blieb er in der bisherigen Saison jedoch davon verschont.

- PRO HAMILTON:

"Es scheint schier unmöglich zu sein, egal was ich tue", erhöhte Hamilton den Druck auf Rosberg, gibt sich jedoch nicht geschlagen: "Ich kann und werde nicht aufgeben."

Der amtierende Weltmeister ist auf Schützenhilfe aus dem Fahrerfeld angewiesen. Zugute kommt ihm die Tatsache, dass Red Bull in den letzten Rennen Mercedes immer näher gekommen ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Max Verstappen und Daniel Ricciardo oder ein Ferrari zwischen die Mercedes-Piloten schieben.

Verstappen als Zünglein an der Waage?

Vor allem aber das Qualifying könnte eine entscheidende Rolle spielen. Sollte Rosberg nicht von ganz vorne starten, droht bereits in der ersten Kurve ein Duell mit Verstappen, dessen Ausgang aufgrund der zuletzt gezeigten Vorstellungen des Niederländers auch in einer Kollision enden könnte.

Doch Rosberg wird sich hüten, früh ein zu großes Risiko einzugehen. In den letzten Rennen hat der WM-Führende seinen Vorsprung clever verwaltet. Bleibt die Frage, ob er während des Rennens in den Attacke-Modus wechseln kann, sollte er zwischenzeitlich nicht unter den vorderen Dreien sein.

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Dazu kommt der psychologische Aspekt, frag nach bei Bayer Leverkusen: Wer den Stempel des ewigen Vize hat, verliert auch mal in Unterhaching - oder verpasst trotz überlegenem Boliden das Podest.

Hamilton macht 2014 Hoffnung

Und für Hamilton ist die Situation, gewinnen zu müssen, keine neue. Bereits 2014 setzte er sich in Abu Dhabi im teaminternen Duell gegen Rosberg durch und feierte seinen zweiten Weltmeister-Titel.

Noch enger ging es beim ersten Triumph des Engländers 2008 zu: In Brasilien überholte er in der letzten Kurve Timo Glock und sicherte sich durch einen fünften Platz seinen ersten Titel.

Diesmal könnte dem Briten der vierte Platz genügen - wenn die Defekt-Hexe einen Sinn für Gerechtigkeit hat und auch bei Rosberg einmal in diesem Jahr zuschlägt.

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