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SPORT1-Kolumnist Peter Kohl bewertet das neue Reglement der Formel 1 © SPORT1-Grafik: Getty Images/iStock/SPORT1

Schneller, breiter, schwieriger. Die neue Formel-1-Saison wird für die Protagonisten zur Herausforderung. SPORT1-Experte Peter Kohl bewertet die wichtigsten Neuerungen.

Die Formel 1 konnte acht Tage lang auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona testen. Insgesamt haben die Teams fast 7400 Runden abgespult - trotzdem ist die Einschätzung der Kräfte kurz vor dem Saisonstart in Melbourne noch reine Spekulation.

Dass die Kisten breiter und fetter daherkommen und die Reifen wieder Formel 1-Dimensionen haben, tut richtig gut. Allerdings irritiert die Aerodynamik an manch einem Boliden. Die langgezogenen Heckflossen sind gewöhnungsbedürftig - die zusätzlichen T-Flügel vor dem Heckflügel sowieso. Schön ist anders!

Spannung durch neue Regeln

Faszinierend ist jedoch, dass - wie bei jeder großen Änderung des technischen Reglements - viele unterschiedliche Ansätze zu sehen sind.

Da zeigt sich der Einfallsreichtum der Designer und Ingenieure. Bestes Beispiel sind die völlig unterschiedlichen Herangehensweisen beim Bau der Seitenkästen. 

Im Laufe der Monate und nächsten ein bis zwei Jahre wird sich vieles wieder angleichen, weil Konzepte dann auch Resultate bringen, die von den Hinterherfahrern kopiert werden.

Zu Beginn dieser Saison hat jedes Team noch ein ureigenes Erscheinungsbild. Was tatsächlich effektiv und funktionsfähig ist, vielleicht sogar einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz bringt, kann erst nach drei bis vier Rennen tatsächlich bewertet werden.

Eins ist jedoch sicher: Die aufwendige Aerodynamik wird für weniger Überholmanöver sorgen. Dazu kommt die neue Startprozedur, bei der die Fahrer wieder viel mehr gefordert sind. 

Alles neu: Auch technisch

Statt zwei Kupplungswippen am Lenkrad gibt es nur noch eine und keinen Kupplungs-Einrastpunkt mehr. Über die Wippe wird jetzt der Drehmoment bestimmt, mit dem der jeweilige Fahrer losfahren möchte.

Kupplungshand und Gasfuß sind jetzt entscheidend, nicht mehr vorher eingegebene Parameter über die elektronische Steuerung. Das lässt ein gewaltiges Spektrum erwarten von gelungenen bis völlig verkorksten Starts.

Die neue Reifengeneration muss auch erst noch gänzlich von den Teams entschlüsselt werden. Melbourne mit seiner nicht ganzjährigen Rennstrecke wird höchstens Tendenzen aufzeigen. Aber ein paar Vermutungen gibt es schon.

In diesem Sinne PEDAL TO THE METAL 

Ihr Peter Kohl

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