vergrößernverkleinern
AUTO-PRIX-F1-ESP-TEST
Fernando Alonso kritisiert Motorenlieferant Honda © Getty Images

Ex-Weltmeister Fernando Alonso ist frustriert von den langsamen Zeiten bei den Testfahrten. In Barcelona attackiert er nun den eigenen Motorenlieferanten.

Fernando Alonso ackert, Alonso strotzt vor Selbstvertrauen, Alonso brennt auf die Rückkehr an die Spitze der Formel 1. Aber Alonso hat ein Problem: Der Motor in seinem McLaren bringt ihn zum Verzweifeln. "Alle im Team sind bereit zum Siegen - alle, außer Honda", sagte der stolze Spanier am Rande der letzten Testwoche vor dem Saisonstart.

Der Ex-Weltmeister ist wieder einmal der große Verlierer der bisherigen Vorbereitung, Alonso droht erneut nur hinterher zu fahren in diesem Jahr. Bei den Tests in Barcelona hatte der 35-Jährige zuletzt 3,7 Sekunden Rückstand pro Runde auf die Spitze. Ein Zustand, der für den Ehrgeizling nicht zu ertragen ist.

Alonso kann "jede Kurve Vollgas fahren"

Ob er denn die schnelle Rechtskurve drei auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya voll fahren könne, wurde Alonso gefragt. "Bei unserem Speed kann ich so gut wie jede Kurve Vollgas fahren", ätzte der ehemalige Seriensieger und sorgte für Lacher bei den Reportern. Doch ihm selber war so gar nicht zum Lachen zumute.

Alonso gilt bei vielen Experten immer noch als einer der Besten hinter dem Lenkrad, auf einer Höhe mit Lewis Hamilton (Mercedes) oder Ferrari-Star Sebastian Vettel. "El Nano" kämpfte um WM-Titel, 32 Grand Prix hat er gewonnen - der letzte Triumph ist aber schon fast vier Jahre her. Und seit er Anfang 2015 von der Scuderia zu McLaren-Honda wechselte, ist jeder Punkt ein Erfolg. Es ist, als würde der FC Bayern in der Bundesliga gegen den Abstieg kämpfen.

"Wir erfüllen unsere Erwartungen nicht, wir sind zu langsam", sagte Alonso. Dabei wollte McLaren-Honda ja eigentlich an die glorreichen Zeiten in den 80er Jahren anknüpfen, als Ayrton Senna und Alain Prost die Formel 1 dominierten.

Alonso selbstbewusst und frustriert

Der Frust sitzt umso tiefer, als dass Alonso und McLaren-Honda 2017 endlich wieder den Anschluss nach vorne finden wollte - schließlich gilt in diesem Jahr ein neues Aerodynamik-Reglement. "Wir haben gehofft, dass wir den Abstand zur Spitze um ein beträchtliches Stück verringern können. Das ist bislang nicht passiert", sagte Alonso. Dabei scheint der Wagen von McLaren mit Mercedes und Ferrari durchaus mithalten zu können. Aber: "Der Motor ist nicht standfest, und er ist schwach."

Alonso machte deutlich, dass sein Auto ihm nicht würdig ist. "Ich bin besser vorbereitet als jemals zuvor, ich fühle mich stark und auf der Höhe meiner Fähigkeiten", sagte er und präsentierte sich mächtig überzeugt von sich selbst: "Aber ich habe keine Motorleistung." 

Er wolle endlich wieder "Podestränge erobern" und "Rennen gewinnen", sagte Alonso und forderte mit Blick auf den Saisonauftakt in Australien am 26. März: "Wir brauchen eine starke Reaktion. Von allen - und zwar sofort. Wir müssen zusammenstehen. Aber ich erwarte eine Reaktion."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel