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Nach drei Rennen führt Sebastian Vettel mit seinem Ferrari die WM-Wertung an © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago

Mit zwei Siegen in der Tasche führt Sebastian Vettel die Formel-1-Fahrerwertung an. SPORT1 nennt fünf Gründe, warum Ferrari derzeit auf Wolke sieben schwebt.

Nach seinem Sieg in Bahrain wollte Sebastian Vettel gar nicht mehr raus aus seinem Auto. "In so einem Moment würdest du am liebsten die Zeit anhalten, auf dass die Auslaufrunde ewig dauert, du willst das so lange wie möglich genießen", hatte der 29-Jährige nach dem Rennen gesagt.

In Sotschi (So., ab 14 Uhr LIVETICKER) peilt Vettel bereits seinen dritten Saisonsieg an - so viele wie in seinen ersten beiden Jahren bei Ferrari zusammen.

Der viermalige Weltmeister und die Scuderia sind nach der enttäuschenden letzten Saison wieder konkurrenzfähig und überflügeln aktuell das Mercedes-Team. Doch warum läuft es jetzt für Vettel und Ferrari so richtig rund?

SPORT1 nennt fünf Gründe, warum Ferrari derzeit auf Wolke sieben schwebt.

1. Der Faktor Vettel

Der Heppenheimer ist nicht nur ein herausragender Fahrer, sondern auch einer der fleißigsten Piloten im Feld. Nach dem ersten Grand Prix in Australien, den der Deutsche vor Hamilton gewann, flog Vettel direkt nach Hause und trainierte emsig im Simulator.

Konkurrent Hamilton versprach zwar nach dem Rennen direkt nach Hause zu fliegen, schlussendlich legte der Brite aber in Abu Dhabi einen Zwischenstopp ein. In den sozialen Netzwerken tauchten daraufhin Bilder auf, die ihn beim Sandboarding in der Wüste zeigten.

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Sebastian Vettel leistet sich keine derartigen Ausflüge und ist richtig heiß auf seine rote Göttin Gina.

2. Die Reifen

Besonders bei warmen Temperaturen kommen die Piloten der Scuderia mit den Reifen besser zurecht, als Hamilton und Valtteria Bottas im Mercedes. Je stärker die Temperaturen steigen, desto weniger stimmt bei den Silberpfeilen das Zusammenspiel zwischen Auto und Reifen.

Speziell zu Rennbeginn, wenn die Autos noch mit vollem Tank unterwegs sind, nutzen sich die Gummis ab. In dieser Phase ging das Rennen in Bahrain für Mercedes verloren. Ferrari fungierte bereits im Winter als Reifentester für Pirelli und kommt mit den seit dieser Saison breiteren Reifen besser zurecht.

3. Personeller Umbruch

Nach der enttäuschenden letzten Saison musste im Sommer Ferrari-Technikchef James Allison die Scuderia verlassen. Kurze Zeit später folgte das Aus für Aerodynamikchef Dirk De Beer. Allisons Nachfolger Mattia Binotto ist für Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda die "Schlüsselfigur" für Ferraris Wiederauferstehung. "Daran besteht kein Zweifel", sagte Lauda der Repubblica.

Der Schweizer Binotto arbeitet seit 1995 für die Scuderia, unter seiner Leitung wurde 2015 schon der Motor wieder konkurrenzfähig. David Sanchez ist seit dieser Saison für die Aerodynamik verantwortlich. Auch der Franzose ist schon seit vier Jahren bei Ferrari angestellt, vorher arbeitete er bei Renault und McLaren.

Mit diesen Personalien löste Teamchef Maurizio Arrivabene sein Versprechen ein, internen Talenten eine Chance zur Weiterentwicklung zu geben.

4. Jahrelange Dominanz von Mercedes

In den vergangenen Jahren fuhren die Silberpfeile in der Formel 1 allen davon. Das einzig spannende war das interne Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Mit der Konkurrenz musste sich Mercedes aufgrund deren Schwäche kaum auseinandersetzen.

Und auch im vergangen Winter glaubte noch niemand so recht an einen möglichen Erfolg der Italiener. Doch in den ersten drei Rennen gerieten Lewis Hamilton und Co. immer wieder enorm unter Druck und konnten diesem meist nicht standhalten. Externe Konkurrenz ist ein ganz neue Erfahrung nach der jahrelangen Dominanz.

Wie ernst Mercedes die Scuderia als Konkurrent nimmt, sieht man daran, dass die Silberpfeile sogar zur verpönten Stallorder griffen. Vielleicht fehlt dem Team ohne Rosberg auch intern die letzte Spannung. Denn Bottas ist die Nummer zwei, das dürfte spätestens seit Bahrain klar sein.

5. Risikobereitschaft

Ferrari ist in dieser Saison in Sachen Taktik und Rennstrategie deutlich risikobereiter als noch in den vergangenen Jahren. Beim letzten Rennen in Bahrain schaffte Vettel den sogenannten Undercut, konnte also an Hamilton durch einen vorgezogenen Boxenstopp vorbeiziehen, ohne ihn auf der Strecke überholen zu müssen.

Sowohl Wolff als auch Lauda mussten nach dem letzten Rennen zugeben: "Ferrari hatte die beste Strategie."

Schon am Sonntag in Sotschi (ab 14 Uhr LIVETICKER) findet das nächste Rennen statt. Temperaturen wie in Australien oder Bahrain werden in Russland nicht erwartet. Vielleicht die nächste Chance für die Silberpfeile Sebastian Vettel und Ferrari von Wolke sieben herunterzuholen.

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