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F1 Grand Prix of China - Practice
Sebastian Vettel (l.) und Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene freuen sich über den aktuellen Erfolg © Getty Images

Ferrari und Sebastian Vettel präsentieren sich in dieser Formel-1-Saison in starker Form. Beobachter vermuten, dass die Reifen der Schlüssel zum Erfolg sind.

Endlich wieder ein Ferrari, der um den WM-Titel fährt. Und dann noch mit einem Deutschen am Steuer. Sebastian Vettel macht die Scuderia in diesem Jahr zu einem heißen Titelanwärter.

Wobei: Eigentlich müsste man es andersherum formulieren: Die Roten haben Vettel an die Spitze gehievt. Durch einen Reifen-Coup, der bis ins vergangene Jahr zurückreicht.

Test-Weltmeister Vettel zieht entscheidenden Vorteil

Noch in der laufenden Saison 2016 hielt Hersteller Pirelli 25 Testtage ab, um die Entwicklung der Pneus fürs kommende Jahr voranzutreiben und für die neuen Boliden zu optimieren. Von diesem Angebot hat in erster Linie Ferrari Gebrauch gemacht. 

Vettel spulte bei den Reifentests mehr Kilometer als jeder andere Top-Fahrer in seinem Testauto ab - insgesamt 2.228. Auch Kimi Raikkönen kam auf 1.054 Kilometer. Die Konkurrenz dagegen ließ die Gelegenheit verstreichen - zumindest was die Topfahrer angeht. 

Wie Motorsport-Total schreibt, bemühte sich Mercedes-Pilot Lewis Hamilton nur für 50 Test-Kilometer ins Auto. Stattdessen spulte Testfahrer Pascal Wehrlein das Programm nahezu allein ab (3.248 km).

Mercedes erkennt: "Da haben wir geschlafen"

"Da haben wir geschlafen", ärgert sich der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda. Und auch Motorsportchef Toto Wolff bestätigte dem Portal: "Im Nachhinein hätten wir es vielleicht besser machen sollen."

Wolff vermutet, dass Vettels Eindrücke von den Testfahrten Einfluss auf die technische Entwicklung der Pirelli-Reifen hatten. Motorsport-Total sagte er: "Vielleicht hatten die Glaubwürdigkeit von Sebastian Vettel als Entwickler und seine Aussagen über die Reifen eine Wirkung auf Pirelli. Vielleicht hören sie genauer hin, was ein erfahrener Fahrer sagt verglichen mit einem jungen Fahrer. Aber dafür habe ich keinen Beweis. Das ist nur eine persönliche Vermutung."

Fest steht: Mit den aktuellen Reifensätzen kommt Ferrari von allen Teams offenbar am besten aus - auf verschiedenen Strecken. Geschadet hat Vettel die akribische Testarbeit angesichts des aktuellen WM-Standes also sicher nicht. 

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