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F1 Grand Prix of Great Britain - Qualifying
Lewis Hamilton gewann das Qualifying souverän © Getty Images

Lokalmatador Lewis Hamilton setzt in der Silverstone-Quali die souveräne Bestzeit, muss aber kurz um die Pole bangen. Sebastian Vettel landet hinter dem Teamkollegen.

Mercedes-Star Lewis Hamilton hat das Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien gewonnen, musste aber unmittelbar danach um die Pole-Position zittern.

Erst eine Dreiviertelstunde nach Ende der Qualifikation gab die Rennleitung bekannt, dass nicht weiter gegen den Briten ermittelt wird.

Die Stewards hatten Untersuchungen aufgenommen, weil Hamilton den Franzosen Romain Grosjean behindert haben soll. "Wir hätten mit Force India kämpfen können, aber meine erste Runde wurde in der letzten Kurve von Lewis ruiniert", ärgerte sich der Haas-GP-Pilot.

Vettel hinter Räikkönen

Hamilton setzte sich in Silverstone vor den beiden Ferrari-Fahrern Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel durch. Valtteri Bottas wurde Vierter und muss wegen eines Getriebewechsels am Sonntag von Platz neun aus ins Rennen gehen.

Renault-Pilot Nico Hülkenberg setzte im Renault eine starke Zeit und startet von Position fünf, Pascal Wehrlein belegte im Sauber auf dem Hochgeschwindigkeitskurs nordwestlich von London den 18. Rang. 

Daniel Ricciardo (Red Bull) war bereits im ersten Quali-Abschnitt nach einem Motoren-Problem gescheitert.

"Ich glaube, wir wissen immer noch nicht ganz, wie gut das Auto ist. Heute morgen ist das Auto wirklich in Fahrt gekommen, gestern war nicht so toll. Am Ende haben wir das Beste rausgeholt", sagte Vettel.

Hamilton meinte: "Ich fühle mich unglaublich, mit so einem Publikum an der Strecke. Ich versuche immer, mir das Beste bis zum Schluss aufzuheben. Ich habe diese unglaubliche Unterstützung heute auch wirklich gebraucht."

Hamilton erklärt Vorfall

Auf der Pressekonferenz äußerte sich Hamilton auch zu dem Vorfall mit Grosjean.

"Valtteri (Bottas, Anm. d. Red.) fuhr vor mir, und ich habe verlangsamt, um Platz nach vorne zu bekommen. Hinter mir war einer der Force Indias, der dann reingekommen ist. Somit war keiner hinter mir", sagte der dreimalige Weltmeister: "Dann habe ich in den Spiegel geschaut und sah ein Auto kommen. Hätte ich noch etwas machen können? Nein. Ich glaube, dass ich gerade noch weggekommen bin, ohne ihn zu behindern."  

Motorsportchef Toto Woff entschudigte sich im ORF bei Hamilton: "Wir haben Grosjean übersehen und es Lewis nicht gesagt. Es wäre schade, wenn er deswegen nach hinten versetzt wird. Ich glaube auch nicht, dass es für Grosjean einen Unterschied gemacht hätte." 

Für Hamilton war es die 67. Pole-Position seiner Karriere und bereits die fünfte in Silverstone. Nun hat der dreimalige Weltmeister im Rennen am Sonntag auch die Chance auf seinen fünften Sieg.

Vor ihm haben das in England bislang nur Jim Clark und Alain Prost geschafft. Vettel konnte erst einmal siegen und wartet seit dem Triumph 2009 auf eine Wiederholung in der Heimat des britischen Motorsports.

Vettel führt WM-Wertung an

Vor dem zehnten der insgesamt 20 Saisonläufe führt Vettel (171 Punkte) in der WM-Wertung mit 20 Zählern vor Hamilton (151), dahinter folgt Bottas (136), der nach seinem Sieg vor einer Woche in Österreich wieder in Schlagdistanz ist. Allerdings startet der 27-Jährige nach einer Strafe nur vom neunten Platz.

Hamilton hatte als jeweils Vierter zuletzt zweimal in Serie das Podium verpasst und verordnete sich deswegen selbst einen zweitägigen Kurzurlaub. Während alle anderen 19 Fahrer am Mittwoch an einem Show-Event in London teilnahmen, fehlte ausgerechnet der Lokalmatador und erntete dafür viel Kritik. Am Samstag jubelten ihm die Fans dann wieder zu.

Für die Szene des Tages sorgte derweil der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso. Im Q1 fuhr der Spanier in seinem lahmenden McLaren-Honda sensationell Bestzeit, weil er in letzter Sekunde auf Trockenreifen wechselte und so die Konkurrenz düpierte. Für die gewagte Aktion des 35-Jährigen gab es Sonderapplaus.

Weil an seinem Wagen aber schon wieder unerlaubt viele Teile gewechselt werden mussten, wird Alonso um 30 Startplätze strafversetzt und startet einmal mehr am Ende des Feldes.

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