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München - Der Deutsche geht als Favorit beim Großen Preis von Singapur ins Rennen. Nicht nur wegen der Pleite beim Heimrennen in Monza steht Ferrari unter Siegzwang.

Lediglich drei mickrige Pünktchen trennen Spitzenreiter Lewis Hamilton von Verfolger Sebastian Vettel.

Und mit dem bevorstehenden Singapur-Grand-Prix (So., ab 14 Uhr im LIVETICKER) kommt so etwas wie die Angststrecke der Mercedes. Die Chance also für den Deutschen, die WM-Führung zurückzuholen? (SERVICE: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Mehr als das. Ein Blick auf den Rennkalender zeigt: Vettel muss auf Mercedes' Problemstrecke liefern. Die anstehenden Highspeed-Strecken von Malaysia, Japan, USA und Brasilien sind Silberpfeil-Terrain. Singapur ist Ferrari-Land.

Und die Vorzeichen für einen Vettel-Sieg stehen gut. Ferrari hat bei Strecken, die viel Abtrieb benötigen, einen Vorteil gegenüber den Mercedes. Die engen Kurven von Singapur sind wie geschaffen für den Ferrari. 

Zudem liegt Singapur dem Heppenheimer. Vettel könnte den fünften Sieg im zehnten Singapur-Rennen einfahren.

"Ich bin zuversichtlich. Wir sollten theoretisch besser sein als in Monza. Ich sehe keine Hinweise, warum wir hier nicht gut sein sollten", sagte der 30-Jährige weiter.

Trotzdem will sich der Ferrari-Pilot keinen zusätzlichen Druck aufhalsen. "Wir müssen gar nichts. Wir müssen höchstens die Chance ergreifen, wenn sie sich bietet", sagte der 30-Jährige.

Wolff: "Singapur kommt Ferrari entgegen"

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Mercedes in sehr langsamen Kurven große Probleme hat. Winklige Strecken wie Monaco oder Ungarn mag der W08 mit seinem langen Radstand überhaupt nicht.

"Singapur zählt zu der Art Strecken, die sowohl Ferrari als auch Red Bull entgegenkommen sollte", stapelt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im Vorfeld tief.

2015 erlebten die Silberpfeile in Singapur ein Fiasko. Bereits in der Vorstartphase kämpften beide Mercedes mit Elektronik-Problemen. Später im Rennen gab Hamiltons Bolide dann ganz den Geist auf und der Brite musste sein Auto abstellen.

"2015 machten wir in Singapur eine der schmerzlichsten Erfahrungen der vergangenen Saisons. Also krempelten wir die Ärmel hoch, zogen unsere Lehren daraus und schlugen im vergangenen Jahr mit einem großartigen Sieg zurück", so Wolff. 

Allerdings sind die Mercedes in diesem Jahr bei Weitem nicht mehr so überlegen wie im vergangenen Jahr.

Lauda stapelt tief

Auch Mercedes-Aufsichtsratschef Nikki Lauda sieht für sein Team wenige Gewinnchancen. "Wir müssen da Schadensbegrenzung betreiben", sagte der Österreicher. Lewis Hamilton gibt sich kämpferisch.

"Die Probleme, die wir in der Vergangenheit in Singapur hatten, sind nicht in meinem Kopf. In der Vergangenheit war Ferrari an heißen Orten besser, aber ich denke, wir können uns ein gutes Rennen mit ihnen liefern", ist der Brite sicher.

Hamilton will von einem Mercedes-Nachteil nichts wissen: "Unser Auto verbessert sich kontinuierlich weiter. Würden wir heute etwa nach Ungarn zurückgehen, dürften wir in einer besseren Position sein. Ich gehe mit der positiven Einstellung nach Singapur, dass wir das Rennen gewinnen können."

Safety-Car-Phasen könnten entscheidend sein

Am Ende könnte alles auf die jeweilige Strategie der beiden Teams ankommen. Denn wenn in Singapur eines Gewiss ist, dann sind es die zahlreichen Safety-Car-Phasen.

In den bisherigen neun Rennen musste Bernd Mayländer 14 Mal auf die Strecke, kein Grand-Prix dort kam bisher ohne den Einsatz des Safety-Cars aus. Wer auf die falsche Taktik setzt, verliert. Überholen ist schwierig, das Crash-Risiko enorm. Auch möglicher Regen könnte eine entscheidende Rolle spielen.

"Wir sind hier, um Rennen zu fahren, wenn es hart ist, ist es gut. Einfach ist langweilig", kommentierte Vettel den knappen WM-Kampf.

Letztlich wird es in Singapur vor allem auf das Nervenkostüm der beiden Titelaspiranten ankommen. Denn: Einen Nuller kann sich weder Hamilton noch Vettel erlauben.

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