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Ferrari-Pilot Sebastian Vettel könnte am Sonntag wieder die WM-Führung übernehmen
Sebastian Vettel hat seine Führung in der WM-Wertung verspielt © Getty Images

München - Für seinen fünften WM-Titel braucht Sebastian Vettel eine furiose Aufholjagd. SPORT1 zeigt, was ihm noch Hoffnung im Titelkampf mit Lewis Hamilton macht.

Eigentlich wollte Sebastian Vettel die WM-Führung auf seiner Lieblingsstrecke in Singapur unbedingt wieder von Lewis Hamilton zurückerobern.

Doch dann kam alles anders: Der Start-Unfall mit Ferrari-Kollege Kimi Räikkonen warf den Deutschen weit zurück, Hamilton ergriff seine unverhoffte Chance und fuhr den dritten Sieg in Folge nach der Sommerpause ein.

Sind damit auch die Titelchancen dahin? Auf keinen Fall! SPORT1 analysiert, was im Saisonendspurt noch für Vettel spricht.

Rechenspiele machen Vettel Hoffnung

28 Punkte liegt Hamilton nun vor Vettel. Das Positive aus Vettels Sicht: Bei sechs noch ausstehenden Rennen hat der viermalige Weltmeister im Kampf um die WM-Krone theoretisch noch alles in der eigenen Hand.

150 Punkte sind noch zu vergeben. Sollten Hamilton und Vettel ab sofort dauerhaft die ersten beiden Plätze belegen, würden dem Deutschen fünf Siege ausreichen, um mit Hamilton gleich zu ziehen. Die Mehrzahl an Siegen würde dann den Ausschlag zu Gunsten des Ferrari-Piloten geben.

Einen kleinen Funken Hoffnung macht Vettel auch die Konstanz seines Ferraris. Noch nie im Saisonverlauf machte dem WM-Zweiten ein technischer Defekt, der sich in der Endphase der Saison besonders stark auswirken würde, einen Strich durch die Rechnung.

Vettel häufiger auf dem Podest als Hamilton

Dazu leistet sich Vettel auch auf der Strecke kaum Aussetzer. Der Fauxpas von Singapur war die einzige Nullnummer des 30-Jährigen. Zehn Mal stand der Deutsche bis dahin auf dem Podest, nur in Silverstone hatte er mit Platz sieben einen richtigen Dämpfer hinnehmen müssen. Sein ärgster Widersacher fuhr bis zum Großen Preis von Singapur nur acht Mal auf das Treppchen.

Das große Aber: Auf keiner Strecke dürfte Ferrari mehr als annähernd so großer Favorit ins Rennen gehen wie in Singapur. Trotzdem hat Vettel den Titelkampf noch nicht aufgegeben.

Denn auf die vermeintlichen Mercedes-Strecken in Malaysia (1. Oktober), Japan (8. Oktober) und USA (22. Oktober) folgen noch drei Durchgänge, in denen Ferrari zumindest ebenbürtig sein dürfte.

Großer Preis von Mexiko (29. Oktober)

Der Große Preis von Mexiko findet auf großer Höhe (2.285 Meter über dem Meeresspiegel) statt. Dort können die Mercedes-Motoren ihren Vorteil durch die dünnere Luft nicht ausspielen.

Zwar ist Höhe bei Turbomotoren im Vergleich zu Saugmotoren kein Faktor, doch andere Einschränkungen, wie etwa die Kühlung, können einen Unterschied machen.

Eine Veränderung bringt die dünnere Luft definitiv mit sich: Weil es einen geringeren Luftwiderstand gibt, setzen die Teams auf mehr Abtrieb. "Vielleicht haben die anderen einen kleinen Vorsprung", befürchtet Hamilton.

Großer Preis von Brasilien (12. November)

Gleiches fürchtet der Brite für den Großen Preis von Brasilien: "In Interlagos wird Ferrari besonders stark sein", urteilt der WM-Führende, betreibt dabei aber auch etwas Understatement.

Denn die letzten drei Siege in Brasilien gingen an Mercedes. In dieser Saison scheinen die Stuttgarter allerdings nicht derart überlegen wie in den vergangenen drei Jahren. Ferrari wird den Kampf definitiv annehmen.

Großer Preis von Abu Dhabi (26. November)

Beim WM-Finale in Abu Dhabi ist theoretisch alles möglich, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Zwar holte Mercedes auch in der Wüste die letzten drei Erfolge. Vettel fuhr im Vorjahr im deutlich unterlegenen Ferrari aber immerhin schon einmal die schnellste Runde des Rennens.

Sollte es der 30-Jährige tatsächlich schaffen, bis zum Saisonfinale ein Wörtchen um den WM-Titel mitreden zu können, dürfte das Rennen auf dem Yas Marina Circuit ohnehin zum ultimativen Nervenkrimi werden, der dann zum Großteil auch im Kopf entschieden würde. Dann ist Vettel alles zuzutrauen.

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