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Renault, das Team des Deutschen Nico Hülkenberg, könnte der neue Arbeitgeber von Marcin Budkowski werden
Renault, das Team des Deutschen Nico Hülkenberg, könnte der neue Arbeitgeber von Marcin Budkowski werden © Getty Images

Renault steht wohl vor der Verpflichtung eines ranghohen FIA-Mitarbeiters. Da dieser ein enormes Wissen über die Konkurrenz mitbringen würde, reagieren die Teams sauer.

Der Name Marcin Budkowski ist nur Formel-1-Insidern bekannt.

Dennoch führen die Zukunftspläne des Polen derzeit zu hitzigen Diskussionen innerhalb der Königsklasse. Denn Budkowski hatte bis vor wenigen Tagen einen der wichtigsten Jobs innerhalb des Motorsport-Weltverbandes FIA inne. 

Als Technischer Direktor kannte er alle Geheimnisse der Formel-1-Teams. Entsprechend alarmiert sind diese, seit Budkowski am Anfang der Woche seinen Job mit sofortiger Wirkung kündigte und mit einem Posten beim Rennstall Renault in Verbindung gebracht wird.

Teams laufen Sturm 

Die anderen Teams laufen Sturm gegen diese Entscheidung. Die Renault-Konkurrenten fürchten nun, dass der Pole die intimsten Geheimnisse mit zum französischen Rennstall bringen und diesem zu einem Wettbewerbsvorteil verhelfen könnte. 

"Wir haben ein großes Problem damit, wenn er bei einem anderen Team landet", betonte Red-Bull-Teamchef Christian Horner auf der Pressekonferenz vor dem Malaysia-Grand-Prix und sieht sein Vertrauen missbraucht. "Es ist eine wichtige Rolle, in die die Teams viel Vertrauen gesetzt haben, dass sie ihr technisches Wissen und die Geheimnisse weitergeben können", so der Brite. "Wir hatten die Zuversicht, dass die Informationen nicht bei einem anderen Team landen können."

Dienstbeginn im Januar möglich

Zwar muss Budkowski ein Arbeitsverbot von drei Monaten absitzen, doch schon im Januar könnte er bei seinem neuen Rennstall anheuern - mit den intimsten Kenntnissen über die Planungen der anderen Teams im Gepäck.

Rennleiter Charlie Whiting hatte erst kürzlich die Teams darum gebeten, die Entwürfe für 2018 nicht mehr an Budkowski zu senden.

Schweizer Recht sorgt für kurze Sperre

Normalerweise werden wichtige Entscheidungsträger bei Wechseln für zwölf oder 18 Monate gesperrt. Doch Budkowski ist bei der FIA angestellt, die ihren Sitz in Genf hat. Nach dortigem Recht gilt nur eine Sperre von drei Monaten.

Vor allem die kurze Sperre von drei Monaten stößt den anderen Teams sauer auf. "Drei Monate sind nicht lang genug - nicht einmal annähernd", kritisierte Force-India-Betriebsdirektor Otmar Szafnauer. Auch Merceds-Sportchef Toto Wolff sieht die kurze Sperre kritisch: "Um das volle Vertrauen der Teams zu haben, ist eine gewisse Stabilität wichtig - und auch das Wissen, wie schnell jemand die FIA verlassen und einem anderen Team beitreten kann."

Beim nächsten Treffen der Strategiegruppe soll der "Fall Budkowsk"i intensiv diskutiert werden.

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