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Nico Hülkenberg bezieht in seiner Kolumne Stellung zum Crash von Sebastian Vettel in Malaysia
Nico Hülkenberg bezieht in seiner Kolumne Stellung zum Crash von Sebastian Vettel in Malaysia © SPORT1-Grafik: Getty Images/iStock/SPORT1

Nico Hülkenberg beantwortet in seiner SPORT1-Kolumne die Schuldfrage zum Crash zwischen Vettel und Stroll in Malaysia. Seine eigenen Ansprüche schraubt der Renault-Pilot zurück.

Liebe Formel-1-Fans,

der Anfang war quasi auch direkt das Ende meines Rennens in Malaysia. Der Start und die schlechte erste Runde haben uns leider das Genick gebrochen und ein Punkteresultat vermasselt.

Anschließend steckten wir im Verkehr fest weshalb wir mit einem Undercut-Versuch reagiert haben. Leider reagierte auch Haas sofort und Kollege Magnussen kam unmittelbar vor mir wieder auf die Strecke.

Hinter ihm bin ich dann lange steckengeblieben, ehe ich vorbeikam. Dabei musste ich jedoch sehr hart pushen. Mein Reifenabtrieb war dadurch so enorm stark, dass ich kurz vor Rennende noch einmal in die Box kommen musste.

Das Wochenende war insgesamt sehr schwierig für uns. Wir hatten uns viel mehr ausgerechnet und gedacht, dass das Auto konkurrenzfähiger sei - die Realität sah aber anders aus. Wir hatten von der ersten Runde an Probleme mit der Balance, dem Grip und der Pace.

Sepang ist einfach eine sehr spezielle und aerodynamisch sehr anspruchsvolle Strecke. Das gleicht keinem anderen Kurs im Rennkalender. Hier hat sich unser Auto einfach nicht wohl gefühlt.

Aber nicht nur wir, sondern auch ein anderes Team hatte Probleme, bei dem man es nicht unbedingt erwarten konnte: Mercedes. Das zeigt aber auch, dass Ferrari extrem stark ist. Allerdings haben diese mit Singapur und Malaysia nun zwei dicke Chancen überraschend ausgelassen.

Auch Japan wird in dieser Angelegenheit eine Wundertüte sein. Alles sieht nach einem Kopf-an-Kopf Rennen aus, ich sehe aber leichte Vorteile bei Ferrari.

Für Aufsehen hat natürlich der Crash auf der Ehrenrunde zwischen Lance Stroll und Sebastian Vettel gesorgt. Das ist dumm gelaufen. Beide waren da wohl ein bisschen stur und nicht ganz konzentriert bei der Sache.

Lance will anscheinend rechts rüber, um Gummi aufzusammeln. Sebastian fährt scharf an ihm vorbei und hätte da auch zwei Meter mehr Platz lassen können. Zumal er ja der Titelkandidat ist. Damit schneidet er sich nur ins eigene Fleisch.

Bereits am Wochenende geht es weiter in Suzuka. Ich hoffe, dass wir dort zurückschlagen können. Dafür werden ich mit dem Team diese Woche hart arbeiten!

Auf bald!
Euer Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg fährt seit dieser Saison für das französische Werksteam Renault. In seiner SPORT1-Kolumne berichtet er seit Jahresbeginn nach jedem Rennen von der Königsklasse.

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