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Formel 1: Der Ferrari von Sebastian Vettel funktionierte in Japan wieder einmal nicht wie gewünscht
Sebastian Vettel hat in der WM-Wertung 59 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton © Getty Images

München - Der Grund für den Ausfall von Sebastian Vettel in Suzuka bringt Ferrari-Boss Sergio Marchionne auf die Palme. Für den Teamchef wird es langsam eng.

Einen Tag und eine Nacht lang forschte das Ferrari-Team nach der genauen Ursache des Defekts, der zu Sebastian Vettels verhängnisvollem Ausscheiden beim Japan-Grand-Prix geführt hatte.

Das Rätsel wurde gelöst, und die Erklärung dafür dürfte den ohnehin schon großen Druck auf Teamchef Maurizio Arrivabene weiter wachsen lassen.

Vettels Defekt wurde ausgelöst von einem fehlerhaften Zündkabel, das gerade einmal 59 Euro kostet. Das bestätigte Ferrari-Vorstandsboss Sergio Marchionne beim italienischen Sender CNBC. "Das war ein kleiner technischer Schnickschnack, der solch einen Einfluss hatte, dass es uns Millionen Euros kostet", ärgerte sich Marchionne.

Beispiellose Pannenserie

Es ist nur ein weiteres Kapitel einer beispiellosen Pannenserie, mit der sich die Scuderia seit Beginn der Asienrennen herumschlägt. Bereits nach den ernüchternden Ergebnissen in Singapur und Malaysia war Marchionne der Kragen geplatzt.

"In den Rennen solche Probleme zu haben, macht uns wütend. Es ist eine Sache, wenn solche Probleme in der Fabrik auftreten. Aber es ist wirklich ärgerlich, wenn du Zweiter in der Startaufstellung bist und nicht ins Rennen gehen kannst", hatte der 65-Jährige geschimpft.

Schon als zwei Drittel der Asienreise vorüber waren, hatte Marchionne "organisatorische Änderungen" angekündigt. Das kann zwar viel bedeuten, nichtsdestotrotz muss die Führungsriege der Scuderia nun mehr denn je um ihren Job bangen.

Arrivabenes Stuhl wackelt

Insbesondere Teamchef Arrivabene steht seit Längerem in der Kritik. Für SPORT1-Experte Peter Kohl "ist es nur eine Frage der Zeit, bis Arrivabene seinen Schreibtisch in Maranello räumen muss."

Entsprechend angefressen reagierte der Boss von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen nach der erneuten Pleite in Suzuka. "Jeder hat gesehen, was passiert ist. Glauben Sie, das Team hat einen Fehler gemacht?", fragte der Italiener barsch, nachdem er von den Journalisten auf die Zündkerzenprobleme an Vettels Boliden, die ihm wohl die letzte WM-Hoffnung geraubt haben, angesprochen wurde.

Die Peinlichkeit von Japan war die Fortsetzung einer unglaublichen Pannenserie der Roten in der laufenden Saison. Durch technische Mängel am Auto und selbst verschuldete Fehler von Vettel wurden insgesamt 105 Punkte verschenkt, die Ferrari beim Blick auf die WM-Gesamtwertung verzweifeln lassen.

Vettel nimmt Team in Schutz

Nicht umsonst schrieb die italienische Zeitung La Repubblica vielsagend: "In Maranello steht ein Prozess bevor. Auf der Anklagebank werden alle landen: Piloten, Techniker bis zu den Managern."

Vettel wollte nach dem frühen Aus in Suzuka nichts von personellen Konsequenzen wissen. "Das ist Quark", stellte der viermalige Weltmeister klar: "Was passiert ist, tut weh. Aber ich muss meine Mannschaft in Schutz nehmen, alle geben Vollgas."

Zwar wird sich Ferrari an seinen letzten Strohhalm klammern und bis zum letzten Meter um die verbliebene WM-Chance kämpfen. Doch im Grunde deuten schon einige Aussagen der Beteiligten daraufhin, dass man sich ab sofort auf einen erneuten Angriff im Jahr 2018 konzentrieren will.

Marchionne jedenfalls bläst schon zur Attacke. "Bei aller Demut sage ich, dass unser Auto riesige Fortschritte gemacht hat. Ohne arrogant klingen zu wollen: Ich glaube, dass Ferrari auf demselben Niveau, oder vielleicht sogar besser als Mercedes ist."

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