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Bath Paretta musste den Rückzug des Frauenteams aus Indianapolis verkünden
Bath Paretta musste den Rückzug des Frauenteams aus Indianapolis verkünden © LAT

Grace Autosport hat seine Nennung für das 100. Indianapolis 500 zurückgezogen: Woran die Teilnahme des reinen Frauenteams um Katherine Legge scheiterte

Nach einer Funkstille von einem Jahr überraschte es niemanden im Fahrerlager mehr, dass das Team Grace Autosport mit der Fahrerin Katherine Legge nicht zu den Trainingssitzungen für das Indianapolis 500 2016 erschienen war. Das reine Frauenteam, das die Unterstützung der FIA-Frauenkommission genoss, hat seinen Start nun offiziell abgesagt. Das Feld ist somit auf 34 Fahrzeuge geschrumpft, von denen jedoch nur 33 einen Startplatz erhalten werden.

Teamchefin Beth Paretta macht die Struktur des IndyCar-Feldes 2016 dafür verantwortlich: "Wir haben uns mit verschiedenen Teams im späten Verlauf der Saison 2015 im Fahrerlager getroffen, um eine mögliche Partnerschaft zu diskutieren. Aber wir mussten feststellen, dass viele Teams sich dazu entschlossen haben, ihre Pläne für 2016 zurückzuschrauben."

Die Gespräche können somit nur mit Bryan Herta Autosport oder CFH Racing geführt worden sein. Erstere mussten zwangsweise mit Andretti Autosport zusammenspannen, um das Fahrzeug für Alexander Rossi einzusetzen, während Letztere in Ed Carpenter Racing aufgegangen sind. Alle anderen Teams werden beim Indy 500 2016 mit derselben Zahl an Autos auflaufen wie anno 2015.

Eigentlich sei ein Deal fix gewesen, der beim Rennen in Long Beach im April hätte verkündet werden sollen. "Aber dieser war für unsere Sponsorenpartner nicht vertretbar, weshalb wir einen Rückzieher machen mussten", beschreibt Paretta, wie das Unheil seinen Lauf nahm. Deshalb habe sie gemeinsam mit dem Sponsor das Heft selbst in die Hand genommen, um ein Auto in Eigenregie einzusetzen. "Aber leider war kein 2016er-Auto für Indy zeitnah zu haben. Wir haben uns vergangene Woche ein Chassis angesehen, aber es war zu spät, um all die nötigen Teile zu erhalten, um das Fahrzeug sicher aufzubauen."

Für Paretta, Legge und die FIA Kommission für Frauen im Motorsport ist dies ein massiver Rückschlag. Doch die Teamchefin gibt sich kämpferisch und will das Frauenprojekt noch nicht ad acta gelegt wissen. Ein Renneinsatz in der Zukunft solle erfolgen, sofern die Konditionen stimmen: "Grace Autosport ist nicht daran interessiert, einfach nur am Ende des Feldes mitzurollen. Wir wollen einen anständigen Aufwand betreiben und konkurrenzfähig sein, während wir stets die Sicherheit im Hinterkopf haben. Wir werden nicht aufgeben und mit unseren Partnern eine Strategie für die Zukunft festlegen."

Jedoch hatten Experten schon seit längerer Zeit eine Teilnahme des Teams bezweifelt, nachdem seit der offiziellen Ankündigung vor einem Jahr nichts mehr aus dem Umfeld von Grace Autosport zu vernehmen war und sämtliche Anfragen nicht kommentiert wurden.

© Motorsport-Total.com

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