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Bestes Racing trotz Domed Skids: Die Kritiker sind verstummt
Bestes Racing trotz Domed Skids: Die Kritiker sind verstummt © LAT

Nach zwei Rennen mit dem neuen Sicherheitsfeature ist es schlagartig still geworden: Wie sich die Titaneinsätze auf das Racing ausgewirkt haben

Das neue Sicherheitsfeature "Domed Skids" hat bei den IndyCars im Vorfeld des 100. Indianapolis 500 für reichlich Diskussionen gesorgt. Honda fühlte sich benachteiligt, die Fahrer befürchteten schlechteres Racing. Nach zwei Rennen auf Superspeedways - oder besser: eineinhalb, schließlich wurde Texas ja abgebrochen - sind die Diskussionen nahezu schlagartig verstummt. Die Rennen boten reichlich Action und Honda fuhr einen Sieg ein. Waren die Diskussionen also nichts weiter als heiße Luft?

Eines lässt sich nicht von der Hand weisen: Der erwünschte Effekt ist eingetreten. Es gab, ganz im Gegensatz zu 2015, in den gesamten Indianapolis-Wochen und auch in Texas keinerlei Unfälle mehr mit Unterluft. Daran hatte aber auch nie jemand Zweifel. Die Diskussionen drehten sich um zweierlei Themen: Erstens wurde schlechteres Racing befürchtet, zweitens fühlte sich Honda benachteiligt, weil das HPD-Aerokit angeblich allergischer auf die gewölbten Bodenplatten mit Titan-Blocks reagierte.

Nun hat jedoch mit Alexander Rossi ein Honda-Pilot das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis gewonnen. Mit Carlos Munoz kam ein weiterer Vertreter von HPD auf den zweiten Platz. "Die Show war doch super, oder?", fragt der Kolumbianer rhetorisch. "Es gab viele Überholmanöver. Die Reifen verschlissen etwas schneller als im vergangenen Jahr. Aber die Show hat gestimmt." Und da wird ihm kaum jemand widersprechen, schließlich gab es sowohl in Indianapolis als auch in Texas reichlich Überholspektakel.

"Ich denke, IndyCar hat einen großartigen Job gemacht, die Domed Skids mit den Seitenflanken auszubalancieren", adelt der Andretti-Pilot die Regelmacher, die vor dem Indy 500 viel einstecken mussten. Durch die "Domed Skids" mit eingelassenen Skid Blocks mussten die Fahrzeuge höher gelegt werden, wodurch Abtrieb verloren ging. IndyCar hat eine Verlängerung der Heckflügel-Endplatten unter dem Unterboden um neun Millimeter erlaubt, wodurch eine Art Diffusor entstanden ist. Dadurch wurde ein Großteil des verlorenen Abtriebs zurückgewonnen, aber nicht alles.

Der Rest musste auf der Oberseite des Fahrzeugs zurückgewonnen werden, also durch mehr Luftwiderstand. Das wiederum ließ Befürchtungen laut werden, dass das aus der Formel 1 bekannte Phänomen der "Dirty Air" ein Hinterherfahren hinter einem anderen Fahrzeug erschwere. "Wenn man wirklich genau hinterherfährt, dann ist es schwierig, diese Position direkt dahinter zu halten", bekräftigt auch Josef Newgarden, der nach seinem schweren Unfall in Texas schon in Elkhart Lake wieder im Cockpit sitzen wird.

"Aber sobald man nur eine Seite des Fahrzeugs draußen hat, sei es high oder low, hat man haufenweise Grip", so der 25-Jährige weiter. "In Indianapolis war ich mit Hinch (James Hinchcliffe; Anm. d. Red.) in den Kurven drei und vier Rad an Rad. Ich habe so etwas dort noch nie für zwei Kurven hintereinander gehabt. Normalerweise gibt immer einer nach. Das war wirklich cool." Die Teams haben sich also hervorragend auf die neue Situation eingestellt und von Benachteiligung gibt es keine Spur. Das Thema "Domed Skids" dürfte fürs Erste also geschlossen sein.

© Motorsport-Total.com

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