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Trophäensammler: Wieder einmal ein Pole-Award für Simon Pagenaud
Trophäensammler: Wieder einmal ein Pole-Award für Simon Pagenaud © LAT

Simon Pagenaud hat in Lexington seine mittlerweile sechste Pole-Position der Saison herausgefahren - Will Power lauert auf Platz zwei, Scott Dixon enttäuscht

Diese Kampfansage an Will Power sitzt: Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet) hat mit der Pole-Position auf dem Mid-Ohio Sports Car Course ein klares Signal in Richtung seines Rivalen im Titelkampf gesetzt. Der Franzose umrundete den 3,6 Kilometer langen Kurs in Lexington in 1:03.870 Minuten und markierte dabei den erwarteten neuen Streckenrekord. Die beiden Meisterschaftsaspiranten starten gemeinsam aus der ersten Reihe in das Rennen am Sonntag, denn Will Power kam auf Rang zwei.

"Das ist wirklich gut, das Auto lag schon das ganze Wochenende über gut", freut sich Pagenaud. "Wir haben die weichen Reifen draufgepackt und das Auto lag wieder wunderbar." Alles in Lot war jedoch bei Pagenaud nicht; der 32-Jährige klagte über Schmerzen im unteren Rückenbereich. Sein Team steht also vor einer gewissen Aufgabe, denn das Rennen über 90 Runden wird auf der Berg- und Talstrecke eine große physische Herausforderung.

Power war mit gleichem Material 0,068 Sekunden langsamer und reihte sich damit auf der zweiten Position ein. In Q2 hatte er noch denselben Vorsprung auf Pagenaud, allerdings bei langsameren Zeiten. Diese waren eine Folge leichter Regentropfen; ein befürchteter Regenschauer sollte sich jedoch nie wirklich materialisieren. "Ein interessantes Qualifying", befinden Pagenaud und Ryan Hunter-Reay unisono.

Lichtblick für Andretti Autosport

Der Meister von 2012 hatte endlich wieder gut lachen: nach zwei unterirdischen Rennen von Andretti Autosport in Iowa und Toronto stellte er seinen Honda auf die vierte Startposition in 1:04.327 Minuten - sein bester Startplatz seit dem zweiten Rennen in Detroit im Juni. Über die Regentropfen sagt er: "Es war jedes Mal schwer vorherzusagen, wie viel Risiko noch vertretbar ist. Solche Sitzungen bringen einen Fahrer wirklich an die Grenzen, aber sie sind diejenigen, die am meisten Spaß machen, weil man ständig nach dem richtigen Grip sucht."

Vor Hunter-Reay qualifizierte sich noch der nach wie vor angeschlagene Josef Newgarden (Carpenter-Chevrolet) in 1:04.120 Minuten auf Rang drei. Überraschenderweise war Charlie Kimball bester Ganassi-Pilot als Fünfter; Graham Rahal (RLL-Honda) zog im Q3, den "Fast Six", den Kürzesten und startet von der sechsten Position, gefolgt von Helio Castroneves und Juan Pablo Montoya (beide Penske-Chevrolet) und den beiden Schmidt-Peterson-Honda von James Hinchcliffe und Michail Aljoschin.

Schwerer Strategiefehler bei Ganassi

Die größte Sensation des Qualifyings war der Absturz der Ganassi-Stars Scott Dixon und Tony Kanaan, die in allen drei Trainingssitzungen zuvor gut ausgesehen hatten. Dixon hatte im Dritten Freien Training sogar noch die Bestzeit in 1:03.724 Minuten markiert. Das war sogar schneller als die spätere Polezeit, als offizieller Streckenrekord werden Zeiten aus Freien Trainings aber nicht gewertet.

Doch das Team des viermaligen Meisters beging einen schweren Strategiefehler in Q2, wie der Neuseeländer erläutert: "Wir haben zu lange gewartet. Das Team dachte, wir wären für Q3 sicher. Wir kamen an die Box, da ließ der Regen nach und die Zeiten purzelten. Das hat uns kalt erwischt. Wir hatten schlicht ein Kommunikationsproblem. Passt irgendwie zu unserer Saison."

Dixon muss sich mit dem elften Startplatz begnügen, was seinen Teamkollegen Kimball weiter vorn beunruhigt: "Wenn Scott richtig in Rage ist, fährt er sauschnell." Noch schlimmer erwischte es Tony Kanaan, der nach dem dritten Platz am Vormittag nicht einmal über Q1 hinauskam und lediglich von Startplatz 14 ins Rennen geht - einen Platz hinter seinem Teamkollegen Max Chilton.

R.C. Enerson (Coyne-Honda) landete nach seinem Höhenflug am Freitag wieder auf dem Boden der Tatsachen, doch Startposition 18 kann sich beim Debüt noch immer sehen lassen - immerhin ließ er Fahrer wie Takuma Sato und Marco Andretti hinter sich. Das Rennen startet am Sonntagabend um 20 Uhr MESZ.

© Motorsport-Total.com

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