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Will Power holt in Toronto seinen dritten Saisonsieg in der IndyCar Serie vor Castroneves und Hinchcliffe - Dixon und Pagenaud greifen bei Gelbphase ins Klo

Oft genug war er Opfer von Gelbphasen, doch in Toronto hat Will Power dank einer Gelbphase den Sieg geholt. Riesiges Pech hatten Scott Dixon und Simon Pagenaud, die lange Zeit auf den Plätzen eins und zwei gelegen haben. Doch die letzte Gelbphase kam zum ungünstigsten denkbaren Zeitpunkt für beide, während Will Power wenige Sekunden vor Schließen der Boxengasse noch reinkam. Zweiter wurde Helio Castroneves, den ein Reifenschaden im ersten Stint um den möglichen Sieg brachte. Auf Rang drei lief James Hinchcliffe ein, nachdem er ebenfalls durch die letzte Gelbphase nach vorn gespült worden war.

"Das ist doch lustig, mal so zu gewinnen", sagt Power sehr amüsiert ob der Tatsache, dass eine Gelbphase tatsächlich einmal ihn bevorzugte. "Wir hatten ohnehin ein schnelles Auto, ich habe gerade auf Pagenaud aufgeholt." Ein glücklicher Zufall war die Tatsache, dass diese beiden gerade ein Paket von zu überrundenden Fahrzeugen einholten, weshalb Tim Cindric Power an die Box holte. "Ich fuhr in die Box und sah dann die gelben Lichter auf dem Lenkrad angehen. Ich konnte es nicht glauben, dass es mir einmal so geht. Ein fantastischer Tag für meine Crew."

Power hielt sich zunächst unauffällig auf der vierten Position, während Dixon und Castroneves sich der Spitze absetzten. Castroneves hatte dann Glück im Unglück, als sein vorderer linker Reifen in der 26. Runde hochging. Der Stint war gerade zu Ende, sodass er keinen Extrastopp einlegen musste. Dennoch fiel er auf die sechste Position zurück. "Ich spürte eine Vibration, aber wollte auch nicht stoppen. Das nächste, was ich sah, war, dass der Reifen defekt war", erinnert sich der 41-Jährige, der trotz des Pechs sehr gute Laune nach seinem zweiten Platz hatte.

Mehrere Fahrer von Gelbphase kalt erwischt

Somit führte nun Dixon vor Pagenaud und Power und es sollte lange Zeit so bleiben. Eine Gelbphase bei Rennhälfte wegen eines beschädigten Randsteins brachte Tony Kanaan (Ganassi-Chevrolet) in eine gute Position, weil er kurz zuvor gestoppt hatte. In Runde 57 führte Josef Newgarden (Carpenter-Chevrolet) die Entscheidung herbei, als er in die Mauer krachte, weil er mit seiner geschwächten Hand das Lenkrad nicht mehr halten konnte. Sie war noch vom Unfall in Texas gebrochen. Newgarden hatte starke Schmerzen, konnte sich aber aus eigener Kraft aus dem Wrack befreien.

Power kam genau zu diesem Zeitpunkt rein; Dixon, Pagenaud und auch Montoya und Charlie Kimball waren gekniffen. "Wir wollten nächste Runde stoppen. So läuft es manchmal, wenn sie die Boxengasse schließen", sagt ein enttäuschter Mike Hull, der Chefstratege von Dixon.

Nun lag zunächst Kanaan an der Spitze, der aber nochmal an die Box kommen musste. Er drehte anschließend Qualifying-Runden und fuhr einen Vorsprung auf Power heraus, während dahinter James Hinchcliffe (Schmidt-Peterson-Honda) das Paket aufhielt. "Ich wusste, was ich tun musste. Ich hatte die roten Reifen und wenig Sprit an Bord, während andere Sprit gespart haben", so der charismatische Brasilianer. Als er stoppte, fiel er nur bis auf Rang vier zurück.

Montoya löst letzte Gelbphase aus

Das brachte Will Power eine dicke Führung ein, dahinter machte Kanaan mit dem Sprit sparenden Hinchcliffe kurzen Prozess. "Der alte Mann tritt den jungen noch immer in den Hintern", grinst er. Das Rennen hatte noch eine letzte Überraschung übrig: Jack Hawksworth plankte fünf Runden vor Schluss in der gefürchteten Kurve fünf ein, nachdem er im Zweikampf mit Pagenaud auf die Marbles geriet. Wenige Sekunden später kam ein Kampfpaket an dieser Stelle an, in dem sich Juan Pablo Montoya und Ryan Hunter-Reay bekämpften. Montoya war auf der Außenbahn und hatte plötzlich den Foyt-Boliden im Weg stehen. Er krachte ebenfalls in die Mauer und es wurde noch einmal gelb geschaltet.

Beim Restart für den Schlussspurt über eine Runde ließ Power Castroneves keine Chance. "Er hatte noch sechs Push to Pass übrig, ich nur deren drei", winkt Castroneves ab, der momentan eine Durststrecke von mehr als zwei Jahren ohne Sieg durchmacht. Power feierte so seinen 28. Karrieresieg und den dritten Erfolg in vier Rennen. James Hinchcliffe feierte ein umjubeltes Podium als Dritter, obwohl das gesamte Rennen bei ihm nicht viel lief. "Wir haben wirklich Glück gehabt, das müssen wir zugeben", so der Lokalmatador. "Wir hatten niemals die Pace für Platz drei. Die Gelbphase hat uns sicher geholfen. Wir wären zwar durchgekommen, aber wer weiß auf welcher Position."

Kanaan musste sich letztlich mit Platz vier begnügen, ohne die letzte Gelbphase hätte er höchstwahrscheinlich einen Podiumsplatz geholt. Takuma Sato holte für Foyt einen starken fünften Platz, gefolgt von Michail Aljoschin (Schmidt-Peterson-Honda). Hinter Sebastien Bourdais (KVSH-Chevrolet) kamen schließlich Scott Dixon und Simon Pagenaud auf den Plätzen acht und neun an. Marco Andretti holte für ein völlig neben sich stehendes Andretti-Team immerhin einen Top-10-Platz als Zehnter.

© Motorsport-Total.com

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