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Im ersten Detroit-Rennen fuhr Conor Daly erstmals auf das Podest
Im ersten Detroit-Rennen fuhr Conor Daly erstmals auf das Podest © LAT

Dank Indianapolis führt Alexander Rossi die Rookie-Wertung an - Conor Daly, Max Chilton und Spencer Pigot analysieren ihre Leistungen

Vier Neulinge fahren in der IndyCar-Saison 2016 um den Titel Rookie des Jahres. Vor allem von den beiden ehemaligen Formel-1-Piloten Alexander Rossi und Max Chilton wurde mit Spannung erwartet, wie sie sich in den Ovalen schlagen würden. Chilton absolvierte die vergangene Saison bei den IndyLights und konnte sich vorstellen, was ihn erwarten würde. Ganz anders Rossi, dessen Formel-1-Träume im Winter platzten und der in den USA seiner Karriere eine neue Richtung geben wollte.

Rossi drehte seine ersten Oval-Runden in Phoenix, bevor er sensationell bei seinem Debüt das Indy 500 gewann. Dank diesem Erfolg (in Indianapolis wurden doppelte Punkte vergeben) führt Rossi auch nach neun von 16 zu Ende gefahrenen Rennen die Rookie-Wertung an. Rossi (257 Punkte) hat 71 Zähler Vorsprung auf Conor Daly (186). Chilton ist (149) vor Spencer Pigot (97) Dritter. Da inklusive Texas noch sieben Rennen zu fahren sind und in Sonoma erneut doppelte Punkte vergeben werden, ist der Rookie-Titel noch nicht entschieden.

Eine schwierige Saison erlebte bisher Chilton, denn ausgerechnet bei seinem Oval-Debüt in Phoenix fuhr der Brite als Siebter zum einzigen Mal in die Top 10. "Ich glaube, dass man sein eigenes Schicksal in der Hand hat, aber wir hatten viel Pech. Viel davon war nicht unsere Schuld", denkt der Fahrer von Chip Ganassi an mehrere Zwischenfälle. "Ich glaube, wir sollten uns auf die zweite Saisonhälfte konzentrieren. Wir nehmen jedes Rennen wie es kommt."

Chilton ging in Europa den klassischen Karriereweg, doch als das Marussia-Team in die Insolvenz schlitterte, war für Chilton der Formel-1-Traum vorbei. Der US-Rennsport ist komplett anders. "Ich liebe die Leute, die Fans und die Strecken", schwärmt Chilton bei 'IndyCar.com'. In dieser Meisterschaft gibt es mehr Fahrer, die sehr viel Erfahrung haben, als sonst irgendwo. Es ist nicht so einfach wie in anderen Serien, dass man neu hinzukommt und gleich vorne ist. Deshalb sind gute Tage auch etwas Besonderes."

Im Gegensatz zu Chilton wurde IndyLights-Champion Spencer Pigot in den US-Nachwuchsserien groß. Bei Ed Carpenter bestreitet der 22-Jährige auch nicht die komplette Saison. "Bisher finde ich, dass es in Ordnung war. Wir zeigten gute Leistungen. Manchmal hätte es etwas besser sein können, aber generell bin ich zufrieden", zieht Pigot Bilanz. Platz neun in Elkhart Lake ist sein bestes Ergebnis und seine einzige Top-10-Platzierung.

Spencer Pigot fährt 2016 nur Teilzeitprogramm

Für Pigot stehen nur noch die Straßenkurse auf dem Programm. Die Ovale in Iowa, Pocono und Texas wird er nicht fahren. Eine Herausforderung ist es dennoch: "Es geht um Boxenstopps, die Strategie und den Umgang mit den roten Reifen. Im Vergleich zu den IndyLights muss man viel neues lernen", sagt der Mann aus Orlando. "In der zweiten Saisonhälfte kommen noch einige coole Strecken, auf die ich mich freue."

Conor Daly fährt seine erste volle Saison in den USA seit 2010. Dazwischen war der Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Derek Daly in Europa in der GP3- und GP2-Serie unterwegs. Schon 2013 startete er in Indianapolis und bestritt 2015 fünf IndyCar-Rennen für Dale Coyne beziehungsweise für Schmidt-Peterson als Ersatz für den damals verletzten James Hinchcliffe. In der laufenden Saison fuhr Daly dreimal in die Top 10. Höhepunkt war der zweite Platz im ersten Detroit-Rennen.

"Wir arbeitet man sich durch ein Rennen, wie nutzt man den Überholknopf, wie geht man mit den Reifen um? All das war eine steile Lernkurve", sagt Daly zu seiner bisherigen Saison. "Man muss im Qualifying den Speed aus den Reifen herausholen. An diesem Aspekt muss ich weiterarbeiten. Wir haben bereits einen Pokal erhalten und ich war dreimal in den Top 6. Das war für die erste Hälfte schon sehr stark."

Überstrahlt wurden die Rookies bisher von Rossi, der sich mit seinem Sieg bei der 100. Ausgabe des Indy 500 in die Geschichtsbücher eingetragen hat. Abgesehen davon schaffte Rossi noch zwei weitere Top-10-Ergebnisse. "Die Ovale waren für mich eine steile Lernkurve, so wie alle Strecken, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich kannte nur drei der Strecken. Auch die Firestone-Reifen verhalten sich ganz anders, als ich es von Reifen bisher gewohnt war", sagt Rossi.

Der Indianapolis-Champion war mit Ausnahme seines Überraschungserfolges kaum vorne zu finden. Trotzdem änderte sich Rossis Leben mit diesem Sieg für immer. "Der Sieg hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Wir wollen den Schwung in das restliche Jahr mitnehmen. Ich freue mich schon sehr auf Sonoma und Watkins Glen. Sonoma wird praktisch mein Heimrennen sein und in Watkins Glen absolvierten wir einen Test. Diese Strecke macht viel Spaß. Gut, dass die Serie wieder dort fährt."

© Motorsport-Total.com

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