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Beim Zieleinlauf in Texas begeisterte die Zuschauer vollends
Beim Zieleinlauf in Texas begeisterte die Zuschauer vollends © LAT

James Hinchcliffe machte in Texas eigentlich alles richtig und gewann trotzdem nicht - Die Niederlage um 0,008 Sekunden gegen Graham Rahal schmerzt

Er war der wohl längste Spitzenreiter der Geschichte von IndyCar und musste dann die fünftknappste Niederlage selbiger einstecken: James Hinchcliffe verlor, nachdem er 76 Tage lang das 600-Kilometer-Rennen in Fort Worth angeführt hatte, den Sieg um acht Tausendstelsekunden an Graham Rahal. Insgesamt hatte er 188 von 248 Runden geführt. "Das ist einfach hart", gibt der Kanadier zu. "So ein dominantes Auto zu haben und keinen Sieg zu holen, ist extrem ärgerlich."

"Es lief eigentlich ganz gut", erinnert sich der Schmidt-Peterson-Pilot an seine Fahrt im 1,5-Meilen-Oval. Für ihn war es die große Chance, wieder auf sich aufmerksam zu machen, nachdem er mehrere Rennen im Schatten seines Teamkollegen Michail Aljoschin gestanden hatte. Es wäre auch der erste Sieg nach seinem schweren Unfall im vergangenen Jahr in Indianapolis gewesen. "Die Boxenstopps gingen reibungslos über die Bühne, unsere Rundenzeiten waren gut und das Auto war im Verkehr fantastisch. Wir hatten es so abgestimmt, dass es schonend mit den Reifen umgeht."

Aus diesem Grund habe ihn auch die erste Gelbphase nicht sonderlich beunruhigt, so der 29-Jährige weiter. Zum diesem Zeitpunkt waren noch über 30 Runden zu fahren und Hinchcliffe wusste über seine Stärke, je länger der Stint dauert. "Aber dann kamen die Gelbphasen immer wieder" hadert er über die zwei weiteren Cautions, nachdem das gesamte Rennen über mehr als 100 Runden ohne Unterbrechungen gelaufen war. "Ich wusste, dass es so immer schwerer werden würde, letztlich haben und die Gelbphasen umgebracht."

Im letzten Schlagabtausch sah zunächst alles nach einem Kampf zwischen ihm und Tony Kanaan aus. Hinchcliffe gewann die Oberhand und führte in der letzten Runde, als Rahal seinen Angriff von Platz drei aus startete. Er kassierte Kanaan in Kurve zwei, dann stürmte er plötzlich an die Spitze. Hinchcliffe erinnert sich: "Man, ich habe den ganzen Abend über kein Auto gesehen, das dermaßen schnell an mir vorbeigezogen ist. Daher war es an der Zeit, meinen Move durchzuziehen: Ich wusste, dass man mehr Schwung auf der Außenbahn holen kann. Ich habe das hier bestimmt zehnmal so gesehen und dachte noch immer, dass ich es schaffen könnte."

In der Tat hatte sein Schmidt-Peterson-Honda mehr Schwung als der RLL-Honda von Graham Rahal, doch der Zielstrich kam minimal zu früh für Hinchcliffe. Er musste sich um 0,008 Sekunden geschlagen geben - das engste Finish in der Geschichte des Texas Motor Speedways. "Er hätte es eigentlich verdient gehabt", gibt auch Rahal zu. "Er hat einen tollen Job gemacht und so viele Runden geführt. Das war intensiv - wer das nicht gemocht hat, der mag kein Racing."

Ähnlich sieht es letztlich auch Hinchcliffe: "Ich bin enttäuscht, aber ich hatte auch jede Menge Spaß und es war auf jeden Fall eine bessere Show für die Fans, als wenn es die ganze Zeit grün geblieben wäre. Wir stecken diesen Kinnhaken ein, aber das wird mich sicherlich einige Stunden Schlaf kosten."

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