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Die Meisterschaftschancen von Will Power sind deutlich gestiegen
Die Meisterschaftschancen von Will Power sind deutlich gestiegen © LAT

Will Power hat seine Ambitionen auf die Meisterschaft mit seinem Sieg in Pocono angemeldet - Leader Pagenaud mit Unfall, haarsträubende Szene in der Boxengasse

Will Power hat das Meisterschaftsrennen in der IndyCar-Serie 2016 wieder spannend gemacht. Der Australier konnte das wegen Regen verschobene 500-Meilen-Rennen von Pocono am Montag für sich entscheiden und sich wieder an seinen führenden Teamkollegen Simon Pagenaud heranarbeiten, der nach einem Crash nicht die Zielflagge sah und in der Meisterschaft mächtig an Boden verlor.

"Ich liebe es 500-Meilen-Rennen zu gewinnen, und das ist eines der härtesten Ovale", strahlt Power nach dem Rennen, das er vor Michail Aljoschin (Schmidt/Peterson-Honda) und Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda) beenden konnte. Power musste sich in den letzten 25 Runden nach der letzten Boxenstopp-Serie den Angriffen des Russen erwehren, doch der Polesetter fand keinen Weg vorbei und musste sich mit dem zweiten Rang zufriedengeben - seinem ersten Podium in diesem Jahr.

Mann des Rennens war am heutigen Tag aber eindeutig Ryan Hunter-Reay. Der Amerikaner musste nach seinem Trainingscrash von ganz hinten starten, benötigte aber nur wenige Runden, um am ganzen Feld vorbeizufahren. Lange lieferte er sich ein Führungsduell mit Aljoschin, bevor in Runde 164 von 200 plötzlich sein Wagen streikte. "Es bringt einem fast die Tränen, wenn man das Rennen anführt und der Motor abstirbt", hadert er im Anschluss.

Mit einem notwendigen Boxenstopp verlor der Ex-Champion eine ganze Runde auf die Konkurrenz, konnte sich diese allerdings wieder zurückholen, als das Feld 25 Runden vor Schluss in der letzten Gelbphase zum Stopp hereinkam. In den letzten Umläufen in Pocono griff sich der Andretti-Pilot Gegner um Gegner und ging in der letzten Runde auch an Josef Newgarden (Carpenter-Chevrolet) vorbei, um sich zumindest Rang drei zu sichern. "Ich hatte wirklich ein gutes Auto heute", so Hunter-Reay.

Unfall: Rückschlag für Pagenaud

Newgarden fuhr schließlich als Vierter über die Ziellinie und verwies Sebastien Bourdais (5./KVSH-Chevrolet), Scott Dixon (6./Ganassi-Chevrolet) und Carlos Munoz (7./Andretti-Honda) auf die weiteren Plätze. Juan-Pablo Montoya (8./Penske-Chevrolet), Tony Kanaan (9./Ganassi-Chevrolet) und James Hinchcliffe (Schmidt/Peterson-Honda) rundeten die Top 10 auf dem Trioval ab.

Einen schwarzen Tag erlebte heute der Meisterschaftsführende Simon Pagenaud. Der Franzose musste zusehen, wie sein Vorsprung auf 20 Punkte schmolz, nachdem er seinen Penske-Chevrolet in Runde 159 in die Wand feuerte. Weil sein Auto auf einer Bodenwelle aufsetzte, konnte Pagenaud den Einschlag nicht mehr verhindern. Meisterschaftsrivale Will Power wittert nach seinem Sieg Morgenluft.

"Das ist gut. Wir haben noch ein paar Rennen zu fahren, aber wir werden alles geben", zeigt er sich kämpferisch. "In der ersten Saisonhälfte habe ich mich total schlecht gefühlt, aber jetzt sind wir wieder in der Spur." Power konnte in den vergangenen sechs Saisonrennen immer unter die Top 2 fahren und sich somit drei Rennen vor dem Ende in eine gute Ausgangsposition bringen.

Castroneves fast am Kopf getroffen

Begonnen hatte das Rennen zunächst mit einer Schrecksekunde, als sich Takuma Sato (Foyt-Honda) bereits nach zwei Runden in die Mauer drehte und ausschied. Der Japaner, der von Rang drei aus ins Rennen gegangen war, blieb dabei unverletzt, was man glücklicherweise auch über Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) sagen kann, der zwischenzeitlich in einen haarsträubenden Vorfall verwickelt wurde.

Bei der Serie an Boxenstopps in Runde 63 kollidierten Indy-500-Sieger Alexander Rossi (Andretti-Honda) und Charlie Kimball (Ganassi-Chevrolet) miteinander. Rossi hatte gerade seinen Service verlassen, Kimball wollte zu seiner Crew fahren, als sich die Autos berührten und Rossi aufstieg. Der Amerikaner landete seitlich auf dem ebenfalls losfahrenden Castroneves und schrammte wohl nur haarscharf an dessen Kopf vorbei - für alle drei war das Rennen beendet.

Der nächste Lauf der IndyCar-Serie findet am Samstag in Texas statt, wo das am 12. Juni gestartete Rennen beendet werden soll. Damals hatten anhaltende Regenfälle eine Verschiebung nach 71 Runden notwendig gemacht.

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