vergrößernverkleinern
Juan Pablo Montoya hat eine schwierige IndyCar-Saison 2016
Juan Pablo Montoya hat eine schwierige IndyCar-Saison 2016 © LAT

Juan Pablo Montoya sieht trotz seiner schwierigen IndyCar-Saison 2016 das Feuer weiter in sich brennen - Doch bekommt er 2017 nochmal die Chance?

In der IndyCar-Saison 2015 wurde Juan Pablo Montoya "Meister der Herzen", als er im letzten Rennen seinen zweiten IndyCar-Titel aufgrund von Gelbphasen, einer Kollision mit Teamkollege Will Power und doppelter Punktzahl knapp verpasste. Ein Jahr später ist der Kolumbianer weit von dieser Form entfernt: Nach einem überzeugenden Sieg bei Saisonauftakt in St. Petersburg lief für den 40-Jährigen nichts mehr zusammen. So gibt es erste Zweifel an Montoyas Motivation, doch der winkt ab.

"Ich habe noch immer die Leidenschaft, alles aus dem Paket herauszuholen", sagt der Penske-Pilot gegenüber 'NBC Sports'. Er fühle sich "konkurrenzfähiger denn je." Doch warum schlägt sich das dann nicht in Resultaten wieder? Seit seinem Auftaktsieg hat Montoya nur noch einen einzigen weiteren Podiumsplatz beim ersten Rennen in Detroit geholt. Seitdem wurde er einmal Siebter, einmal Elfter und dreimal 20. "Ich habe momentan einfach kein Glück und die Dinge entwickeln sich einfach nicht in meine Richtung", begründet er. "Alles, was potenziell schiefgehen kann, ist für uns schiefgelaufen."

In der Tat lag er mehrfach in aussichtsreicher Position, als es schlicht und einfach schiefging: In Iowa ging dem zweimaligen Indy-500-Sieger auf Rang drei liegend der Motor hoch; auch in Toronto lag er in aussichtsreicher Position, als ihm plötzlich der Bolide von Jack Hawksworth im Weg stand und er nur noch in die Mauer fahren konnte. Mid-Ohio führte er kurze Zeit an, doch die Strategie ging nicht auf. Solchen Situationen wohnt aber ein Grundübel inne: Juan Pablo Montoya kommt 2016 im Qualifying nicht zurecht.

"Wir bekommen auf den Reds (den weichen Reifen; Anm. d. Red.) einfach nicht die richtige Balance hin", klagt der Meisterschaftszwölfte. Während seine Teamkollegen Will Power, Helio Castroneves und Simon Pagenaud sich regelmäßig für das Q3, die "Fast Six", qualifizieren, startet Montoya immer wieder aus den Niederungen des Mittelfeldes heraus in die Rennen. So kann er die starke Performance des Penske-Pakets nicht ausspielen und macht sich darüber hinaus anfällig für die typischen Mittelfeld-Zwischenfälle wie etwa in Toronto.

Montoya weiß sehr gut, dass er sich mit seinen Performances in diesem Jahr nicht unbedingt für ein Engagement in der Saison 2017 bei Penske weiterempfiehlt. Das Team des "Captains" ist mit Helio Castroneves (41), Juan Pablo Montoya (wird im September 41), Will Power (35) und Simon Pagenaud (32) nicht gerade ein Quell der Jugend. Während Pagenaud und Power mit regelmäßigen Siegen ihr Engagement bei Penske rechtfertigen, wird die Luft für die beiden 40+-Fahrer dünner. Zumal Penske das Talent Josef Newgarden nur ungern dem Erzrivalen Ganassi kampflos überlassen dürfte.

"Ich will bei den IndyCars bleiben, aber habe das nicht in der Hand", sagt Montoya, der eine Option für 2017 besitzt, die Roger Penske und Tim Cindric aber noch nicht gezogen haben. "Ich weiß, dass ich es noch immer mit jedem da draußen aufnehmen kann. Wenn man nicht performt, das ist das Mist. Ich mache mir selbst jede Menge Druck." Nur eines tröstet Montoya, der noch vier Rennen Zeit hat, sich für 2017 zu empfehlen: "Es ist frustrierend, aber das Gute ist, dass man beim nächsten Rennen ein gutes Auto haben wird. Man kann das nicht als gegeben hinnehmen, aber Penske gibt es einem einfach immer wieder!"

© Motorsport-Total.com

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel