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Carlin, hier mit Sergio Canamasas in der GP2, denkt laut über IndyCar nach
Carlin, hier mit Sergio Canamasas in der GP2, denkt laut über IndyCar nach © LAT

Wagt das Carlin-Team nach dem Indy-Lights-Titel den Aufstieg? Der US-Ableger des europäischen Teams könnte schon 2017 das IndyCar-Feld bereichern

Trevor Carlin hat die USA im Sturm erobert: Schon im zweiten Jahr des Engagements bei den Indy Lights hat das Team mit Ed Jones den Titel geholt. Jones, um eine Million Dollar Preisgeld reicher, strebt für 2017 mehrere IndyCar-Einsätze an, darunter das Indy 500. Die Frage ist nun, ob sein Team mit ihm aufsteigen möchte. Die Chancen dafür stehen nach dem Titelgewinn nicht schlecht, doch sicher ist noch nichts. Schließlich hängt wie immer alles am Budget. Zuträglich war der Titelgewinn aber in jedem Fall.

Dass Jones die Meisterschaft gegen seinen Kontrahenten Santiago Urrutia nur dank einer Teamorder gewann, bei der Teamkollege Felix Seralles auf die Seite fuhr, wird bei Sponsorenverhandlungen nur wenige interessieren. Der Gewinn der Meisterschaft lässt Carlin als glaubwürdiges und ernsthaftes Team dastehen. Der monetäre Aspekt tut sein Übriges. "Ed hat jetzt eine Million. Das ist eine Million näher an einem IndyCar-Engagement", sagt Teambesitzer Trevor Carlin gegenüber 'Racer?.

Jones holte im Laufe des Jahres zwei Saisonsiege, zwei weitere fuhr sein Teamkollege Seralles. "Ich bin jemand, der alles Erdenkliche versucht, um sein Ziel zu erreichen", sagt der frischgebackene Champion, der ebenfalls auf den Aufstieg seines Teams hofft. "Momentan sehe ich bei den IndyCars mehr Fahrer als Cockpits. Deshalb habe ich jüngst mit Jay Frye gesprochen, der sehr hilfsbereit war, mir auf dem Weg zu helfen."

Die Fahrerschwemme spürt auch Carlin, der wohl schon die eine oder andere Anfrage erhalten hat. "Es ist der Wahnsinn, wie viele Leute jetzt plötzlich IndyCar machen wollen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Die haben mehr Vertrauen in uns als ich es habe", lacht er und fügt hinzu, dass er immer sehr konservativ und besorgt sei in allem, was er tut. Er orientiert sich dabei nicht nur nach oben, sondern auch nach unten in Richtung USF2000 - die Kategorie unterhalb der Indy Lights, um möglicherweise einen direkten Karriereweg zu den IndyCars zu öffnen.

"Um all das zu machen, will ich mehr Leute ins Team bringen und einige meiner jetzigen Jungs befördern", legt Trevor Carlin seine Pläne dar. "Ich muss also mein Geschäft ausbauen. Das hat Priorität." Carlin hat sich in Europa einen Namen in zahlreichen Nachwuchsserien gemacht. Für Carlin sind in der Vergangenheit unter anderem Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Takuma Sato, Daniel Ricciardo und Kevin Magnussen gefahren.

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