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Zwei Penske-Fahrer, ein Ziel: Will Power und Simon Pagenaud wollen den Titel
Zwei Penske-Fahrer, ein Ziel: Will Power und Simon Pagenaud wollen den Titel © IndyCar

Simon Pagenaud und Will Power machen in Sonoma den IndyCar-Titel 2016 unter sich aus - Der Franzose hat Vorsprung, doch das vergangene Jahr ist eine Warnung

Zumindest muss Roger Penske diesmal nicht fürchten, den Titel im letzten Rennen der Saison zu verlieren. Der Titel wird zwischen seinen beiden Fahrern Simon Pagenaud und Will Power entschieden. Im 50. Jahr des Bestehens des Teams wird es also definitiv etwas zu feiern geben. Doch wer nimmt die Trophäe mit nach Hause? Die Chancen stehen gut für Pagenaud, doch seit im vergangenen Jahr Juan Pablo Montoya den sicher geglaubten Titel noch verloren hat, ist klar, dass in Sonoma alles passieren kann.

Und Pagenaud hat alles zu verlieren: Bei 43 Punkten Vorsprung reicht dem Franzosen ein sechster Platz zum Titelgewinn. Dass er so weit nach vorne kommen muss, liegt daran, dass es wie schon im Vorjahr doppelte Punkte beim Saisonfinale gibt. Und diese haben Scott Dixon 2015 zum Meister gemacht. Hinzu kommen aber noch die Zusatzpunkte: Power kann Platz fünf erzwingen, wenn er zwei Bonuspunkte mehr holt als sein Rivale - immer einen Sieg vorausgesetzt. Bonuspunkte gibt es für die Pole-Position, für eine Führungsrunde und denjenigen mit den meisten Führungsrunden. Eine komplizierte Rechnung.

Pagenaud weiß das und kündigt an: "Ich werde sicher nicht auf Sicherheit fahren. Ich habe es in meinen Händen." Für den Franzosen, der vor zehn Jahren in die USA gegangen ist, um dort Fuß zu fassen, geht es um die Erfüllung eines Lebenstraums. "Es ist die beste Chance, die ich je in der IndyCar-Serie hatte. Ich will es einfach fertigbringen und dasselbe tun, was ich schon das gesamte Jahr gemacht habe. Es gibt keinerlei Extra-Zutaten oder -Druck, einfach so fahren wie in den bisherigen Rennen."

Montoya-Drama als Menetekel für Pagenaud?

Das ist aber nicht so einfach. Gelbphasen zur falschen Zeit können ganze Meisterschaftsträume zerstören, wie Juan Pablo Montoya im Vorjahr erfahren musste. Die ersten Runden lief alles nach Plan, doch dann kam gelb. Ein Großteil des Feldes hatte bereits gestoppt, Montoya fiel wie Teamkollege Will Power ins Mittelfeld zurück. Der Rest ist bekannt: Abschuss des Teamkollegen, Durchfahrtsstrafe, Ende aller Titelträume.

Will Power ist oft genug von solchen Ereignissen heimgesucht worden - zuletzt in Watkins Glen, als er mit Pagenaud ins Mittelfeld zurückfiel. Anders als dieser konnte er sich jedoch nicht nach vorn kämpfen und geriet schlussendlich mit Charlie Kimball aneinander. Anders als so oft im Titelkampf kommt er diesmal nicht als derjenige mit der Bürde an, sondern kann frei auffahren. "Ich denke, wir müssen alles dransetzen, das Rennen zu gewinnen", sagt der Australier.

Nachdem er den Saisonauftakt in St. Petersburg wegen einer Innenohrentzündung, die fälschlicherweise für eine Gehirnerschütterung gehalten worden war, verpasst hatte, hat Power eine unglaubliche Aufholjagd zur Mitte der Saison gezeigt. Erst in Mid-Ohio geriet sie ins Stocken, der Unfall mit Kimball in Watkins Glen hat letztlich eine Vorentscheidung herbeigeführt. Doch Power ist nicht geschlagen und wird alles dransetzen, den Titel doch noch zu erringen. Zum vierten Mal Vizemeister zu werden ist keine Option.

Alles gegen den vierten Vizetitel

"Es ist erstaunlich für mich, überhaupt hier (im Titelkampf; Anm. d. Red.) zu sein, so wie das Jahr begonnen hat", sagt Power. "Ich hatte in den ersten Rennen wirklich Probleme und es wäre ein Riesengefühl, die Meisterschaft zu gewinnen. Ehrlich, es wäre ein besseres Gefühl als mein erster Titel! Hab? meine Hausaufgaben erledigt und bin sehr entschlossen. Ich muss sagen, dass das eine ziemlich gute Strecke für mich ist."

Entscheiden wird der Titelkampf auf der Berg- und Talbahn von Sonoma im Norden Kaliforniens. Der vier Kilometer lange Kurs mit vielen schnellen und mittelschnellen Kurven ist zum zweiten Mal Austragungsort des Saisonfinals. Lange Geraden gibt es kaum, weshalb Überholmöglichkeiten spärlich gesät sind. Power ist auf die Hilfe anderer Fahrer angewiesen, um den Titel zu holen. Er hat bereits dreimal hier gewonnen, Pagenaud noch nie. Zu beachten gilt es außerdem Scott Dixon, der ebenfalls drei Sonoma-Siege auf sich vereint.

Entscheiden werden aber die Gelbphasen. Neben der richtigen Strategie führt den Weg zum Titel auch über das nötige Quäntchen Glück.

© Motorsport-Total.com

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