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James Hinchcliffe schrubbte die Bodenplatte in Texas zu stark ab
James Hinchcliffe schrubbte die Bodenplatte in Texas zu stark ab © IndyCar

James Hinchcliffe hatte beim dramatischen Finale in Texas kein legales Auto mehr: Die Domed Skids waren zu stark abgefahren, Performance-Vorteil inklusive

Das packende Finale der IndyCar-Serie auf dem Texas Motor Speedway bekommt einen bitteren Beigeschmack: James Hinchcliffes Honda ist durch die Inspektion nach dem Rennen gefallen. Durch verstärktes Abnutzen der Domed Skids hatte der Schmidt-Peterson-Pilot im letzten Teil des Rennens einen Performance-Vorteil. Wie in den USA üblich, darf er seinen Platz behalten, erhält aber 25 Punkte Abzug in der Meisterschaft. Gleiches gilt für das Team, das zudem 20.000 Dollar Strafe zahlen muss.

"In unserer Analyse nach dem Rennen stellte sich heraus, dass sich die gewölbte Platte beim Fahrzeug Nummer 5 über das erlaubte Maß hinaus abgenutzt hatte", erklärt IndyCar-Sportdirektor Jay Frye. "Das hat nicht nur einen Performance-Vorteil erbracht, sondern ist auch sicherheitstechnisch relevant. Die Platte ist bis auf ein Maß abgenutzt worden, an dem sie ihre Funktion nicht mehr hätte ausführen können."

Die Domed Skids sind ein Sicherheitsfeature, das als Reaktion auf Unfälle beim Indianapolis 500 2015 eingeführt worden ist, bei denen die Boliden bei Rückwärtsfahrt abgehoben waren. Sie führten zu heftigen Diskussionen im Fahrerlager, haben sich aber bei bisherigen Unfällen bewährt. Die Bodenplatte ist dabei leicht gewölbt, wodurch die Teams die Boliden höher legen müssen. Das wiederum führt zu signifikantem Abtriebsverlust. Außerdem sind Titanplatten in diese gewölbten Bodenplatten eingelassen.

Schmidt-Peterson hatte den Honda von Hinchcliffe schlicht zu tief gelegt und damit einen Performance-Vorteil eingekauft. In einem packenden Finale hatte er den Sieg um 0,008 Sekunden an Graham Rahal verloren, dessen Fahrzeug den Test bestand. Weder Hinchcliffe selbst noch sein Team haben sich bislang noch zu dem Vorfall geäußert. Auffällig war in Texas der enorme Funkenflug bei mehreren Fahrzeugen, was optisch zu einer spektakulären Show geführt hat.

Derzeit ist der 29-Jährige in den amerikanischen Schlagzeilen, da er am 12. September in der Show "Dance with the Stars" auftreten wird. IndyCar hat zu diesem Zweck in Anlehnung an den US-Wahlkampf die Kampagne #votehinch ins Leben gerufen.

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